Abendgebet

Lebens Liturgien

Folge 13

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Der Tag ist vergangen, es ist Abend geworden. Vieles ist auf mich eingeströmt heute, hat mich beschäftigt und aufgewühlt. Eine ganze Reihe von Aufgaben konnte ich erledigen, anderes ist noch offen. Ich habe Gutes bewirkt und weniger Gutes.

Mit dem Abend erinnert uns Gott daran, dass alles einmal vergehen wird und wir in diesem Leben keine Vollendung erreichen werden. Die aufziehende Dunkelheit hüllt alles Unfertige und Unperfekte ein und will es gnädig unseren Blicken entziehen. Wir dürfen alles, was uns bedrängt und beschäftigt, in Gottes Hand legen und loslassen. Auch uns selbst.

Zu Beginn meines Betens lasse ich es ruhig werden in mir.

Ich atme langsam und bewusst.

Und sammle meine Gedanken.

Du, Herr, bist hier. Jetzt. In diesem Moment.

Deine Liebe streicht mir die Schatten aus der Seele

und besänftigt meine Gedanken und Wünsche,

die mich verrückt machen.

Befiehl dem Herrn deine Wege und hoffe auf ihn: er wird es wohl machen. Sei stille dem Herrn und warte auf ihn: denn er verlässt seine Heiligen nicht.

Psalm 37, 5.7.28

Mein Gott, du allein weißt, was dieser Tag wert war.

Ich habe vieles getan und vieles versäumt.

Ich habe vieles versucht und vieles nicht vollendet.

Ob dieser Tag Frucht gebracht hat, weiß ich nicht.

Du allein siehst es. Du allein kannst meine Mühe segnen.

Ich möchte allen vergeben, die mir Unrecht getan haben.

Ich möchte von allem Zorn, allem Neid und aller Verachtung frei sein.

Vergib du auch mir alle meine Schuld.

Mein Gott, ich kann dir nichts geben zum Dank für diesen Tag,

außer dass ich den kommenden aus deiner Hand nehme.

Gib mir einen neuen Tag und verlass mich nicht.

Liebender Vater! Zum Abschluss dieses Tages bringe ich im Gebet einige der Menschen vor dich, die mir begegnet sind und bitte dich für sie um deine Hilfe, deinen Schutz und deinen Segen.

Der Apostel Jakobus schreibt: »Das Gebet des Glaubens wird den Mühseligen und Beladenen helfen und der Herr wird sie aufrichten. Denn das Gebet eines Gerechten vermag viel, wenn es ernstlich ist.«

frei nach Jakobus 5,15f.

Gottes guter Geist verbindet uns. Auf diese Weise verbunden mit Christen aus allen Zeiten und an allen Orten dieser Erde, gehe ich nun in diese Nacht und bitte:

Christus, als ein Licht, erleuchte und leite mich!

Christus, sei über mir!

Christus, sei neben mir!

Christus, sei in mir!

Du in mir und ich in dir!

Heute und an allen Tagen!

— Amen.