Morgengebet

Lebens Liturgien

Folge 11

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Jeden Morgen ereignet sich im Kleinen Ostern: leuchtet der Ostermorgen in unser Leben hinein. Jeden Morgen drängt Gott aufs Neue alle Kälte und Dunkelheit zurück, wälzt den Stein vom finsteren Grab und erschafft uns neue Zukunft.

Zu Beginn meines Betens lasse ich es ruhig werden in mir.

Ich atme langsam und bewusst.

Und sammle meine Gedanken.

Herr, du bist hier. Jetzt. In diesem Moment.
Und schaust mich liebevoll an.

Mein Herz ist bereit – Gott, mein Herz ist bereit, dass ich singe und lobe. Wach auf, meine Seele, wacht auf, Psalter und Harfe, ich will das Morgenrot wecken! Denn deine Güte reicht, so weit der Himmel ist, und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen.

aus Psalm 57

Das Reich der Schatten weicht zurück, das Tageslicht nimmt seinen Lauf, und strahlend, gleich dem Morgenstern,weckt Christus uns vom Schlafe auf.Du, Christus, bist der helle Tag,das Licht, dem unser Licht entspringt,Gott, der mit seiner Allmacht Kraft,die tote Welt zum Leben bringt.Erlöser, der ins Licht uns führtund aller Finsternis entreißt,dich preisen wir im Morgenliedmit Gott dem Vater und dem Geist.

Hymnus aus dem 6.-7. Jh

Herr Jesus Christus!

Am Morgen dieses anbrechenden Tages komme ich zu dir.

Gemeinsam mit dir schaue ich auf das, was heute auf mich zukommt und sage dir, worum ich dich konkret bitte.

Oh Heiliger Geist, komm in mein Leben und erfülle mich!

Ich für mich bin nichts weiter als ein leeres, zerbrechliches Gefäß:

Erfülle mich, auf dass ich ein Leben aus deiner Kraft lebe.

Ein Leben voller Güte und Wahrheit,

ein Leben voller Schönheit und Liebe,

ein Leben voller Weisheit, Geduld und Stärke.

Aber vor allem: Lass Christus in mir Gestalt gewinnen!

Hilf den Thron in meinem Herzen räumen

und mache Christus zu meinem Herrn und König,

auf dass wir eine Einheit werden:

er in mir und ich in ihm. Heute und an allen Tagen.

Ehre sei dir Vater, dir Sohn und dir Heiligem Geist,

wie es war im Anfang, so auch jetzt – und dann allezeit,

in Ewigkeit.

— Amen.