Der Garten als Heimat

Lebens Liturgien

Folge 21

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Herzlich Willkommen zu „Lebensliturgien für den Alltag“. Mithilfe der LebensLiturgien wollen wir uns mit Gott verbinden und uns von seinem Geist in die Freiheit führen lassen – in die Freiheit anders zu leben: einfacher, achtsamer, leichter.

Jede LebensLiturgie beginnt und endet mit Gebeten, die immer gleichbleiben, Bibeltext und Impulse in der Mitte wechseln. Am intensivsten wirken die LebensLiturgien, wenn sie in Ruhe angehört werden. Und jetzt: viel Freude damit!

Zu Beginn meines Betens lasse ich es ruhig werden in mir.

Ich atme langsam und bewusst.

Und sammle meine Gedanken.

Herr, du bist hier. Jetzt. In diesem Moment.Und schaust mich liebevoll an.

„Lobe den HERRN, meine Seele! HERR, mein Gott, du bist sehr groß:
in Hoheit und Pracht bist du gekleidet.
Licht ist dein Kleid, das du anhast.
Du breitest den Himmel aus wie ein Zelt.
Du lässest Brunnen quellen in den Tälern, dass alle Tiere des Feldes trinken.
Darüber sitzen die Vögel des Himmels und singen in den Zweigen.
Du tränkst die Berge von oben her, und machst das Land voll Früchte, die du schaffest.“

aus Psalm 104

Herr, unser Gott! Die Welt ist dein –

in all ihrer Vielfalt und mit all ihren Wundern.

Lob sei dir und Dank dafür!

Auch ich bin dein.

So bitte ich: erfülle und leite mich mit deinem Heiligen Geist,

dass ich die Schönheit deiner Schöpfung wahrnehme

und auf eine Weise lebe,

die deine Welt bewahrt

und weltweit zum Segen wird für viele.

Amen

„Der Garten als Heimat“ – so lautet der Titel dieser Folge. Auch in dieser Folge lassen wir uns also noch einmal Kopf und Herz berühren von Worten der biblischen Schöpfungsgeschichte:

„Dann formte Jahwe-Gott den Menschen aus loser Erde vom Ackerboden und hauchte Lebensatem in seine Nase. (…) Und Jahwe-Gott pflanzte einen Garten in Eden im Osten. Und er setzte den Menschen dorthin, den er geformt hatte.“

Gen 2, 8

So richtig abgeschlossen scheint die Erschaffung des Menschen erst zu sein, als Gott dem Menschen eine Heimat schenkt. Das reine Lebendig-Sein scheint nicht zu genügen: so richtig voll und ganz Mensch sind wir erst, wenn wir eine Heimat haben. Einen Ort, wo wir zuhause sind. Wo wir uns verwurzeln können. Heimatlos, vertrieben, unbehaust zu sein, ist furchtbar.

In einer etwa einminütigen Stille überlege ich, wo meine Heimat ist – und trete in der Fürbitte für die etwa 80 Millionen Menschen weltweit ein, die auf der Flucht sind vor Armut, Krieg und Verfolgung.

Freiraum

Die beste Heimat für uns ist – so erzählen es die alten Worte der Schöpfungsgeschichte – eine Art Gartenpark. Also ein Ort, wo wir in intensivem Kontakt sind mit der Natur, wo wir der Natur aber nicht schutzlos ausgeliefert sind. Wir müssen Natur gestalten, in gewisser Weise sogar zähmen, wenn wir ihrer Kraft und ihren Urgewalten nicht ausgeliefert sein wollen. Unser Problem im Westen ist allerdings, dass wir die Natur zu sehr gezähmt haben. Dass wir sie betoniert und uns untertan gemacht haben. Die meisten von uns begegnen der Natur im Alltag kaum noch. Wir haben gelernt, die Zivilisation zu betrachten, uns an technischen Errungenschaften zu freuen, in digitalen Welten unterwegs zu sein. Natur? Spielt vielleicht gerade noch in unseren Urlauben eine gewisse Rolle.

In der Stille spüre ich der Frage nach, welche Berührungen ich in meinem Leben mit der Natur habe …

Freiraum

Herr, mein Gott!

Gib, dass ich heute deine Welt betrachte mit Augen, die voller Liebe sind.

Schenke mir die Bereitschaft, den Menschen um mich herum

und deiner Schöpfung mit Hingabe zu dienen

und alles Gute, das du in sie hineingelegt hast, zu entfalten und zu bewahren.

Bewirke, o Herr, dass ich so voller Freude und Güte bin,

dass alle, die mir begegnen,

sowohl deine Gegenwart, als auch deine Liebe spüren.

Bekleide mich mit deiner Schönheit,

damit ich dich im Verlaufe dieses Tages offenbare.

Ehre sei dir, Vater, dir Sohn, und die Heiligem Geist, wie es war im Anfang, so auch jetzt und dann allezeit und in Ewigkeit. Amen.