Liebevolle Aufmerksamkeit – Teil III

Lebens Liturgien

Folge 40

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Herzlich Willkommen zu „Lebensliturgien für den Alltag“. Mithilfe der LebensLiturgien wollen wir uns mit Gott verbinden und uns von seinem Geist in die Freiheit führen lassen – in die Freiheit anders zu leben: einfacher, achtsamer, leichter.

Jede LebensLiturgie beginnt und endet mit Gebeten, die immer gleichbleiben, Bibeltext und Impulse in der Mitte wechseln. Am intensivsten wirken die LebensLiturgien, wenn sie in Ruhe angehört werden. Und jetzt: viel Freude damit!

Zu Beginn meines Betens lege ich zur Seite, was mich beschäftigt und lasse es ruhig werden in mir.

Ich atme langsam und bewusst.

Und sammle meine Gedanken.

Herr, du bist hier. Jetzt. In diesem Moment.Und schaust mich liebevoll an.

„Lobe den HERRN, meine Seele! HERR, mein Gott, du bist sehr groß:
in Hoheit und Pracht bist du gekleidet.
Licht ist dein Kleid, das du anhast.
Du breitest den Himmel aus wie ein Zelt.
Du lässest Brunnen quellen in den Tälern, dass alle Tiere des Feldes trinken.
Darüber sitzen die Vögel des Himmels und singen in den Zweigen.
Du tränkst die Berge von oben her, und machst das Land voll Früchte, die du schaffest.“

aus Psalm 104

Herr, unser Gott! Die Welt ist dein –

in all ihrer Vielfalt und mit all ihren Wundern.

Lob sei dir und Dank dafür!

Auch ich bin dein.

So bitte ich: erfülle und leite mich mit deinem Heiligen Geist,

dass ich die Schönheit deiner Schöpfung wahrnehme

und auf eine Weise lebe,

die deine Welt bewahrt

und weltweit zum Segen wird für viele.

Amen

Liebevolle Aufmerksamkeit ist nötig, dass wir überhaupt an der Wirklichkeit um uns herum teilhaben. Wenn wir gehetzt durch den Tag jagen oder uns mithilfe von Netflix und Smartphone durch den Tag gammeln, nehmen wir die Wirklichkeit um uns herum im Grunde gar nicht wahr. Wir bleiben ganz in unserer kleinen Welt gefangen, kümmern uns um unsere Zerstreuung, um unsere To-Do‘s und um die Befriedigung unserer Bedürfnisse. Was um uns herum vorgeht, wie es den Menschen in unserem Umfeld geht, der Zustand unserer Welt – all das findet wenig oder keine Beachtung.

In der Stille komme ich mit Gott darüber ins Gespräch, wie ich mit meiner Zeit und meiner Aufmerksamkeit umgehe. Was mich beschäftigt. Wie aufmerksam oder unaufmerksam ich lebe.

Freiraum

Wobei liebevolle Aufmerksamkeit nichts ist, was wir nur nach außen verschenken sollten. Auch wir selbst sind unsere liebevolle Aufmerksamkeit wert. Nur wenn wir auch uns selbst liebevoll wahrnehmen, unsere Bedürfnisse, unsere inneren Verletzungen und Nöte, unsere Sehnsüchte, können wir in Frieden mit uns leben. Ohne Liebe, Achtung und eine gesunde Fürsorge für uns selbst, werden wir auch keine Liebe und Achtung für die Menschen und die Welt um uns herum entwickeln. Papst Franziskus schreibt:

„Kein Mensch kann in einer zufriedenen Genügsamkeit reifen, wenn er nicht im Frieden mit sich selber lebt. Ein rechtes Verständnis der Spiritualität besteht zum Teil darin, unseren Begriff von Frieden zu erweitern, der viel mehr ist als das Nicht-Vorhandensein von Krieg. Der innere Friede der Menschen hat viel zu tun mit der Pflege der Ökologie und mit dem Gemeinwohl. Denn wenn er authentisch gelebt wird, spiegelt er sich in einem ausgeglichenen Lebensstil wider, verbunden mit einer Fähigkeit zum Staunen, die zur Vertiefung des Lebens führt.“

(LS 225)

Ohne liebevolle Aufmerksamkeit für uns selbst kein innerer Friede. Und ohne inneren Frieden kein ausgeglichener Lebensstil.

In der Stille wende ich meine liebevolle Aufmerksamkeit mir selbst zu. Was nehme ich wahr?

Freiraum

Herr, mein Gott!

Gib, dass ich heute deine Welt betrachte mit Augen, die voller Liebe sind.

Schenke mir die Bereitschaft, den Menschen um mich herum

und deiner Schöpfung mit Hingabe zu dienen

und alles Gute, das du in sie hineingelegt hast, zu entfalten und zu bewahren.

Bewirke, o Herr, dass ich so voller Freude und Güte bin,

dass alle, die mir begegnen,

sowohl deine Gegenwart, als auch deine Liebe spüren.

Bekleide mich mit deiner Schönheit,

damit ich dich im Verlaufe dieses Tages offenbare.

Ehre sei dir, Vater, dir Sohn, und die Heiligem Geist, wie es war im Anfang, so auch jetzt und dann allezeit und in Ewigkeit. Amen.