Dankbarkeit

Lebens Liturgien

Folge 48

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Herzlich Willkommen zu „Lebensliturgien für den Alltag“. Mithilfe der LebensLiturgien wollen wir uns mit Gott verbinden und uns von seinem Geist in die Freiheit führen lassen – in die Freiheit anders zu leben: einfacher, achtsamer, leichter.

Jede LebensLiturgie beginnt und endet mit Gebeten, die immer gleichbleiben, Bibeltext und Impulse in der Mitte wechseln. Am intensivsten wirken die LebensLiturgien, wenn sie in Ruhe angehört werden. Und jetzt: viel Freude damit!

Zu Beginn meines Betens lege ich zur Seite, was mich beschäftigt und lasse es ruhig werden in mir.

Ich atme langsam und bewusst.

Und sammle meine Gedanken.

Herr, du bist hier. Jetzt. In diesem Moment. Und schaust mich liebevoll an.

„Lobe den HERRN, meine Seele! HERR, mein Gott, du bist sehr groß:
in Hoheit und Pracht bist du gekleidet.
Licht ist dein Kleid, das du anhast.
Du breitest den Himmel aus wie ein Zelt.
Du lässest Brunnen quellen in den Tälern, dass alle Tiere des Feldes trinken.
Darüber sitzen die Vögel des Himmels und singen in den Zweigen.
Du tränkst die Berge von oben her, und machst das Land voll Früchte, die du schaffest.“

aus Psalm 104

Herr, unser Gott! Die Welt ist dein –

in all ihrer Vielfalt und mit all ihren Wundern.

Lob sei dir und Dank dafür!

Auch ich bin dein.

So bitte ich: erfülle und leite mich mit deinem Heiligen Geist,

dass ich die Schönheit deiner Schöpfung wahrnehme

und auf eine Weise lebe,

die deine Welt bewahrt

und weltweit zum Segen wird für viele.

Amen

Wenn wir – möglichst als ganze Menschheit – ein neues Verhältnis zur Natur gewinnen wollen, dann geht das nur über eine neue innere Einstellung und einen neuen Lebensstil. Wir hatten es in dieser Staffel ja wieder und wieder davon:

– davon, dass es einen gewaltigen Unterschied macht, ob wir immer wieder über vieles staunen, was uns in der Natur begegnet oder ob wir die uns umgebende Natur eher routiniert-gleichgültig zur Kenntnis nehmen.

– davon, dass es einen gewaltigen Unterschied macht, ob wir in der Natur Gottes Liebe zu seiner Schöpfung und sein inniges Verbunden-Sein mit ihr wahrnehmen oder ob wir die Natur eher technisch als eine Art Rohstofflager verstehen, das wir nach Belieben ausbeuten können.

– davon, dass es einen gewaltigen Unterschied macht, ob wir gehetzt und mit Tunnelblick durch unser Leben eilen oder ob wir Zeit und Aufmerksamkeit für das haben, was um uns herum wirklich geschieht und dadurch offen sind für das, wie Gott uns in anderen Geschöpfen begegnet.

Wenn wir – möglichst als ganze Menschheit – ein neues Verhältnis zur Natur gewinnen wollen, dann geht das nur über eine neue innere Einstellung und einen neuen Lebensstil. Genau darum geht es auch im heutigen Zitat von Papst Franziskus:

„Ökologische Umkehr setzt verschiedene Grundeinstellungen voraus. An erster Stelle: die Dankbarkeit. Das heißt ein Erkennen der Welt als ein von der Liebe des himmlischen Vaters erhaltenes Geschenk.“

(LS 220)

Bin ich ein dankbarer Mensch? Fällt es mir leicht zu danken? Warum?

Freiraum

Dankbarkeit ist Ausdruck von Wertschätzung. Für Menschen und für Natur, die ich schätze, empfinde ich Dankbarkeit – und mit der Dankbarkeit auch eine gewisse Achtsamkeit. Ich achte dann auf das Wohlergehen dieser Menschen oder dieser Natur. Wenn da die Gewöhnung nicht wäre. Inka Faltynowicz schreibt:

„Es ist nicht die Gabe selbst, sondern die Wertschätzung der Gabe, die bestimmt, ob wir Dankbarkeit empfinden. Der Alltag vergisst jedoch gerade das wertzuschätzen, was unermüdlich jeden Tag gegeben wird. Im Unterschied zu allem Neuen und Ungewohnten, das unsere Aufmerksamkeit weckt, bewirkt das Alltägliche, das Gewohnte, ein Zurücknehmen der Aufmerksamkeit. Selbst wenn jemand aus tiefster Liebe etwas für uns tut, gilt: sofern wir es nicht wahrnehmen, werden wir es nicht zu schätzen wissen.“

Inka Faltynowicz

„Der Alltag vergisst gerade das wertzuschätzen, was unermüdlich jeden Tag gegeben wird.“ In der Stille mache ich mir bewusst, was mir unermüdlich jeden Tag gegeben wird: von meiner Familie, Arbeitskollegen, Gott und der Natur um mich herum.

Freiraum

Herr, mein Gott!

Gib, dass ich heute deine Welt betrachte mit Augen, die voller Liebe sind.

Schenke mir die Bereitschaft, den Menschen um mich herum

und deiner Schöpfung mit Hingabe zu dienen

und alles Gute, das du in sie hineingelegt hast, zu entfalten und zu bewahren.

Bewirke, o Herr, dass ich so voller Freude und Güte bin,

dass alle, die mir begegnen,

sowohl deine Gegenwart, als auch deine Liebe spüren.

Bekleide mich mit deiner Schönheit,

damit ich dich im Verlaufe dieses Tages offenbare.

Ehre sei dir, Vater, dir Sohn, und die Heiligem Geist, wie es war im Anfang, so auch jetzt und dann allezeit und in Ewigkeit. Amen.