Nicht vergebens

Lebens Liturgien

Folge 55

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Herzlich Willkommen zu „Lebensliturgien für den Alltag“. Mithilfe der LebensLiturgien wollen wir uns mit Gott verbinden und uns von seinem Geist in die Freiheit führen lassen – in die Freiheit anders zu leben: einfacher, achtsamer, leichter.

Jede LebensLiturgie beginnt und endet mit Gebeten, die immer gleichbleiben, Bibeltext und Impulse in der Mitte wechseln. Am intensivsten wirken die LebensLiturgien, wenn sie in Ruhe angehört werden. Und jetzt: viel Freude damit!

Zu Beginn meines Betens lege ich zur Seite, was mich beschäftigt und lasse es ruhig werden in mir.

Ich atme langsam und bewusst.

Und sammle meine Gedanken.

Herr, du bist hier. Jetzt. In diesem Moment. Und schaust mich liebevoll an.

„Lobe den HERRN, meine Seele! HERR, mein Gott, du bist sehr groß:
in Hoheit und Pracht bist du gekleidet.
Licht ist dein Kleid, das du anhast.
Du breitest den Himmel aus wie ein Zelt.
Du lässest Brunnen quellen in den Tälern, dass alle Tiere des Feldes trinken.
Darüber sitzen die Vögel des Himmels und singen in den Zweigen.
Du tränkst die Berge von oben her, und machst das Land voll Früchte, die du schaffest.“

aus Psalm 104

Herr, unser Gott! Die Welt ist dein –

in all ihrer Vielfalt und mit all ihren Wundern.

Lob sei dir und Dank dafür!

Auch ich bin dein.

So bitte ich: erfülle und leite mich mit deinem Heiligen Geist,

dass ich die Schönheit deiner Schöpfung wahrnehme

und auf eine Weise lebe,

die deine Welt bewahrt

und weltweit zum Segen wird für viele.

Amen

39 Folgen liegen hinter uns. 39 Folgen, in denen wir über innere Haltungen und äußere Handlungen nachgedacht haben. Es ging um Achtsamkeit, Staunen, Dankbarkeit, Genügsamkeit, kleine Gesten der Liebe und Gottvertrauen. Es ging um den Garten Eden, den Baum der Erkenntnis des Guten und des Schlechten, um Vielfalt und Fülle und um Zweifel und Begierde.

In der Stille schaue ich zurück, welchen inneren Weg ich über die vergangenen 39 Folgen gegangen bin. Was hat sich entwickelt?

Freiraum

Wer sich aufmacht hin zu einem ökologischeren Lebensstil, wer sich in seinem Konsum einschränkt, weniger verbraucht, mehr Fahrrad fährt, ethischer einkauft, Müll vermeidet, … der kennt Momente, in denen einen das Gefühl der Vergeblichkeit beschleicht. Da ist zum einen der immer noch viel zu große eigene ökologische Fußabdruck, der trotz all der Umstellungen übrigbleibt. Und dann sind da noch all die vielen Menschen, Firmen und Institutionen, die sich mit keiner Faser ihres Seins für Mensch und Natur interessieren. Die das zerstörerische System munter weiter am Laufen halten.

Sind all unsere Versuche also nicht doch letzten Endes vergeblich?

Papst Franziskus schreibt:

„Man soll nicht meinen, dass diese Bemühungen die Welt nicht verändern. Diese Handlungen verbreiten Gutes in der Gesellschaft, das über das Feststellbare hinaus immer Früchte trägt, denn sie verursachen im Schoß dieser Erde etwas Gutes, das stets dazu neigt, sich auszubreiten, manchmal unsichtbar. Außerdem gibt uns ein solches Verhalten das Gefühl der eigenen Würde zurück, führt uns zu einer größeren Lebenstiefe und schenkt uns die Erfahrung, dass das Leben in dieser Welt lebenswert ist.“

(LS 212)

Wir hören diese Worte noch einmal und lassen sie in der anschließenden Stille nachklingen:

„Man soll nicht meinen, dass diese Bemühungen die Welt nicht verändern. Diese Handlungen verbreiten Gutes in der Gesellschaft, das über das Feststellbare hinaus immer Früchte trägt, denn sie verursachen im Schoß dieser Erde etwas Gutes, das stets dazu neigt, sich auszubreiten, manchmal unsichtbar. Außerdem gibt uns ein solches Verhalten das Gefühl der eigenen Würde zurück, führt uns zu einer größeren Lebenstiefe und schenkt uns die Erfahrung, dass das Leben in dieser Welt lebenswert ist.“

(LS 212)

Freiraum

Wir beenden diese Staffel mit einem Auszug aus dem Gebet, mit dem Papst Franziskus auch seine Enzyklika „Laudato Si“ beendet:

Allmächtiger Gott, der du in der Weite des Alls gegenwärtig bist und im kleinsten deiner Geschöpfe, der du alles, was existiert, mit deiner Zärtlichkeit umschließt, gieße uns die Kraft deiner Liebe ein, damit wir das Leben und die Schönheit hüten. (LS 246)