Psalm 16 – Teil I

Lebens Liturgien

Folge 86

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Herzlich Willkommen zu „Lebensliturgien für den Alltag“ – Staffel 3: KlosterPsalmen. Die 150 Psalmen der Bibel sind Herzstück aller klösterlichen Gebete. Sie sind bis oben hin angefüllt mit Leben: mit Glaube und Zweifel, Klage und Jubel, Hilflosigkeit und Übermut. Mithilfe der LebensLiturgien tauchen wir ein in die Welt der Psalmen und beten uns – wie im Kloster – Stück für Stück durch sie hindurch.

Jede LebensLiturgie beginnt und endet mit Gebeten, die immer gleichbleiben, Psalmtext und Impulse in der Mitte wechseln. Am intensivsten wirken die LebensLiturgien, wenn sie in Ruhe angehört werden. Und jetzt: viel Freude damit!

Zu Beginn meines Betens lege ich zur Seite, was mich beschäftigt und lasse es ruhig werden in mir.

Ich atme langsam und bewusst.

Und sammle meine Gedanken.

Herr, du bist hier. Jetzt. In diesem Moment.
Du schaust mich liebevoll an.

Ein Gebet von Benedikt von Nursia, Vater des Mönchtums, aus dem 6. Jahrhundert:

Verleih mir,
gütiger und heiliger Vater,
in deiner Huld:
einen Verstand, der dich versteht,
einen Sinn, der dich wahrnimmt,
einen Eifer, der dich sucht,
ein Herz, das dich liebt,
ein Tun, das dich verherrlicht,
eine Geduld, die auf dich harrt.
Amen

Bewahre mich, Gott, denn bei dir finde ich Zuflucht!
Ich habe zu dem HERRN gesagt: »Du bist mein Herr! Mein Glück finde ich nur bei dir!«
Ich freue mich an den Heiligen im Land, denn in ihnen zeigt sich Gottes Herrlichkeit.
Die aber anderen Göttern hinterherlaufen, werden viel Herzeleid haben.
Mein Besitz und mein Erbe ist der HERR selbst. Ja, du teilst mir zu, was ich brauche!
Ein herrliches Land hast du mir zugeteilt, einen wunderschönen Besitz!
Ich preise den HERRN, weil er mich beraten hat! Selbst in der Nacht drängt mich mein Inneres.
Ich habe den Herrn allezeit vor Augen. Weil er mir beisteht, stehe ich fest.
Darum freut sich mein Herz und mein Innerstes jubelt: auch mein Körper wird sicher ruhen.
Denn du, Herr, wirst mein Leben nicht der Totenwelt preisgeben: du wirst nicht zulassen, dass dein Gottesfürchtiger die Verwesung sieht!
Nein: Du zeigst mir den Weg zum Leben: wo du bist, hört die Freude nie auf. Aus deiner Hand kommt ewiges Glück.“

„Bewahre mich, Gott, denn bei dir finde ich Zuflucht.“
Mit diesen Worten eröffnet der Beter Psalm 16. „Bewahre mich, Gott …“ Ein Gebet nicht nur für schwierige Zeiten, sondern für alle Zeiten: unser Leben ist und bleibt zu jeder Zeit zerbrechlich. Ob unser Aufwachen am Morgen, eine unfallfreie Autofahrt, ein weiterer Tag ohne Herzinfarkt, Krieg oder bitterbösen Streit: nichts davon ist selbstverständlich. Alles ist immer neu Geschenk, Bewahrung.

In der Stille danke ich Gott für alle Bewahrung, die ich in den letzten Tagen erlebt habe und bitte um Segen und Bewahrung auch für den heutigen Tag.

Freiraum

Ich habe zu dem HERRN gesagt: »Du bist mein Herr! Mein Glück finde ich nur bei dir!«

Im Grunde ist Psalm 16 ein einziges leuchtendes, lockendes Kunstwerk der Liebe zu Gott. Er zeigt, welche Schönheit in einem Lebensstil liegt, den Jesus so beschreibt: „»Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben – von ganzem Herzen, mit ganzer Seele, mit ganzem Verstand und mit all deiner Kraft!’« (Markus 12,30).

Mein Besitz und mein Erbe ist der HERR selbst. Ja, du teilst mir zu, was ich brauche!
Ich habe den Herrn allezeit vor Augen.
Du zeigst mir den Weg zum Leben: wo du bist, hört die Freude nie auf. Aus deiner Hand kommt ewiges Glück.“

In der Stille gebe ich meiner Liebe zu Gott Raum. Versuche Gott zu lieben: von ganzem Herzen und mit ganzer Seele.

Freiraum

Bewahre mich, Gott, denn bei dir finde ich Zuflucht!
Ich habe zu dem HERRN gesagt: »Du bist mein Herr! Mein Glück finde ich nur bei dir!«
Ich freue mich an den Heiligen im Land, denn in ihnen zeigt sich Gottes Herrlichkeit.
Die aber anderen Göttern hinterherlaufen, werden viel Herzeleid haben.
Mein Besitz und mein Erbe ist der HERR selbst. Ja, du teilst mir zu, was ich brauche!
Ein herrliches Land hast du mir zugeteilt, einen wunderschönen Besitz!
Ich preise den HERRN, weil er mich beraten hat! Selbst in der Nacht drängt mich mein Inneres.
Ich habe den Herrn allezeit vor Augen. Weil er mir beisteht, stehe ich fest.
Darum freut sich mein Herz und mein Innerstes jubelt: auch mein Körper wird sicher ruhen.
Denn du, Herr, wirst mein Leben nicht der Totenwelt preisgeben: du wirst nicht zulassen, dass dein Gottesfürchtiger die Verwesung sieht!
Nein: Du zeigst mir den Weg zum Leben: wo du bist, hört die Freude nie auf. Aus deiner Hand kommt ewiges Glück.“

So lade ich dich, Gott, nun ein, den Tag, der vor mir liegt, zu gestalten – in mir und mit mir.

Atme in mir, Heiliger Geist, dass ich heute Gutes denke.
Wirke in mir, Heiliger Geist, dass ich heute Gutes fühle!
Pulsiere in mir, Heiliger Geist, dass ich heute Gutes tue!
Dir gebe ich meinen Tag und mein Leben.
Erfülle mich mit deiner Kraft und mit deiner Liebe.
Heute. Und an allen Tagen. Und in Ewigkeit. Amen.
(nach Augustinus)