Ein Sturm braut sich zusammen – Teil I

Lebens Liturgien

Folge 141

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Herzlich Willkommen zu „Lebensliturgien für den Alltag“ – Staffel 4: Teresa erzählt. Wir tauchen ein in das Leben von Teresa von Avila, einer der faszinierendsten Frauen der Kirchengeschichte: Mystikerin, Klostergründerin und Schriftstellerin. Radikal, liebenswert, ungezähmt und demütig.

Eine, die Gott auf tiefste Weise erlebt hat und davon berührend und herausfordernd erzählt. Jede LebensLiturgie beginnt und endet mit Gebeten, die immer gleichbleiben, biografische Erzählung und Impulse in der Mitte wechseln. Am intensivsten wirken die LebensLiturgien, wenn sie in Ruhe angehört werden. Und jetzt: viel Freude damit!

Zu Beginn meines Betens lege ich zur Seite, was mich beschäftigt und lasse es ruhig werden in mir.

Ich atme langsam und bewusst.

Ich sammle mich und bin ganz da.

Herr, auch du bist da, wohnst in mir und füllst mich mit deiner Liebe.

Ein Gebet von Paulus:

Und so knie ich nieder vor dem Vater, dem wahren Ursprung von allem, der unerschöpflich reich ist an Macht und Herrlichkeit.

Mein Gebet ist, dass Christus aufgrund des Glaubens in euren Herzen wohnt und euer Leben fest in der Liebe verwurzelt ist.

Das wird Euch dazu befähigen, die Liebe Christi zu erfassen in all ihren Dimensionen in voller Breite, in voller Länge, in ganzer Tiefe und all ihrer Höhe.

Ja ich bete darum, dass Ihr seine Liebe versteht, die doch weit über alles Verstehen hinausreicht, und dass Ihr auf diese Weise mehr und mehr mit der ganze Fülle des Lebens erfüllt werdet, das bei Gott zu finden ist.

Ihm, der mit seiner unerschöpflichen Kraft in uns am Werk ist und unendlich viel mehr zu tun vermag, als wir erbitten oder begreifen können, ihm gebührt durch Jesus Christus die Ehre in der Gemeinde von Generation zu Generation und für immer und ewig. Amen.

(aus Epheser 3)

Als Teresa etwa sechzig Jahre alt ist, geschehen auf verschiedenen Ebenen eine ganze Reihe von Dingen, die ihr Lebenswerk zu zerstören drohen.

Eine massive Schwierigkeit taucht in ihrer Klostergründung in Pastrana auf. Dass es dort überhaupt ein Kloster gibt, ist bereits das Resultat von Schwierigkeiten. Denn eines Tages steht eine vornehme Karosse vor Teresas Haus und ein Bote, der Teresa nachdrücklich einlädt an den Hof der jungen Prinzessin Eboli: schön, einäugig, klug, stolz, herrschsüchtig und intrigant. Diese will auf ihrem Gebiet nun endlich auch so ein Kloster von der Frau gegründet haben, über die ganz Spanien spricht. Teresa gibt dem Drängen nach, sichert dem Kloster ein finanzielles Auskommen aus dem Geldbeutel der Prinzessin und übersteht eine Machtprobe, als die Prinzessin die Aufnahme einiger Frauen in das Kloster erzwingen will, die Teresa für ungeeignet hält. In den ersten Jahren entwickelt sich das Kloster gut.

„Was die Schwestern anbelangt, erfuhr deren dortiges Kloster große Gunst und von Seiten der Prinzessin viel Zuwendung in Form von Geschenken und guter Behandlung.“

Dann aber stirbt der Fürst von Eboli. Seine hochschwangere Frau, die Prinzessin von Eboli, packt voller Trauer einige Sachen zusammen, kleidet sich in eine verschlissene Kutte und taucht zusammen mit ihrer Mutter und einigen Dienerinnen vor der Pforte des Karmeliterinnenklosters auf und bittet um Aufnahme als einfache Nonne. Als die dortige Priorin informiert wird, ruft sie aus: „Wie sind verloren!“ und behält recht. Anfangs fügt sich die Prinzessin in die Regeln des Klosterlebens, dann aber fordert sie Sonderbehandlungen und reagiert wütend und stolz, als die Priorin ihr diese verweigert.

„Die gute Behandlung währte, bis die Prinzessin nach dem Tod des Fürsten dort eintrat, verursacht durch den Bösen oder vielleicht auch, weil der Herr es erlaubt hat (seine Majestät weiß warum).“

Schließlich zieht die Prinzessin – wütend und rachsüchtig – wieder zurück in ihren Palast und beginnt, die Schwestern von dort aus mit großem Einfallsreichtum zu schikanieren. Als dies immer unerträglicher wird, beschließt Teresa zu handeln. Sie gründet in etwa 150 Kilometern Entfernung, ein neues Kloster und lässt in einer Nacht- und Nebelaktion alle Schwestern aus Pastrana fortziehen, um dort ein neues Zuhause zu finden.

„Sie zogen nach dorthin um und ließen alles, was die Prinzessin ihnen gegeben hatte, zurück. Auch die Leute des Ortes ließen sie voll Trauer zurück. Ich jedoch erlebte die größte Freude der Welt, als ich sie nun unbehelligt wusste, denn ich war gut informiert, dass sie an dem Ärger der Prinzessin ganz schuldlos waren.“

Als die Prinzessin von dieser Aktion erfährt, ist sie tief in ihrer Ehre verletzt. Sie empfindet die Auflösung des Klosters als Verrat und wandelt sich zu einer Feindin Teresas. Es gelingt ihr, an wichtige, nichtöffentliche autobiografische Schriften Teresas zu kommen und spielt diese der Inquisition mit dem Hinweis zu, dass diese Notizen eine gefährliche Lehre enthalten.

Gibt es einen solchen Feind, also einen Menschen, der mir bewusst schaden will, auch in meinem Leben? Falls nicht, danke ich Gott von Herzen dafür. Falls doch, versuche ich mich an Jesu Gebot der Feindesliebe und ringe mich zu einem kurzen Segensgebet für diese Person durch – und bete zugleich für mich um Gottes Schutz.

Freiraum

Oh Heiliger Geist, komm in mein Leben und erfülle mich!

Ich für mich bin nichts weiter als ein leeres, zerbrechliches Gefäß: Erfülle mich, auf dass ich ein Leben aus deiner Kraft lebe.

Ein Leben voller Güte und Wahrheit, ein Leben voller Schönheit und Liebe, ein Leben voller Weisheit, Geduld und Stärke.

Aber vor allem: Lass Christus in mir Gestalt gewinnen!

Hilf den Thron in meinem Herzen räumen und mache Christus zu meinem Herrn und König,

auf dass wir eine Einheit werden: er in mir und ich in ihm. Heute und an allen Tagen.

Und in Ewigkeit. Amen.

Freiraum

Ich gehe in diesen Tag mit Worten von Teresa:

Nichts soll dich verwirren,
nichts dich erschrecken.
Alles vergeht, Gott aber ändert sich nicht.
Gott alleine genügt.
Wer ihn hat, dem wird nichts fehlen.