Der gute Vater

Lebens Liturgien

Folge 190

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Herzlich Willkommen zu LebensLiturgien, Staffel 5: „Gleichnisse – wie Gottes Reich kommt“. Denn das ist das große Thema von Jesus: dass Gottes Reich kommt, wie es kommt und wie es in ihm zugeht. In immer neuen Geschichten und Vergleichen bringt Jesus uns und unsere Welt in Berührung mit Gottes beglückend-irritierend-anderer Welt. Er erzählt dazu von Einbrechern, Weingärtnern und Witwen, von Weizenkörnern, Sauerteig, Reichtum und plötzlichem Tod. In den LebensLiturgien lassen wir uns von Jesus mit hineinnehmen: in diese Geschichten und in das Kommen seines Reiches, seiner Wirklichkeit

Zu Beginn lasse ich es ruhig werden in mir.

Ich atme langsam und bewusst.

Du, Herr, bist hier. Jetzt. In diesem Moment. Und in meinem Herzen.
Du, Herr, bist nah. Näher als mein Atem und mein Herzschlag. Näher als ich mir selbst bin.
Du, Herr, bist Wirklichkeit. Wirklicher noch als alle Freude, Schmerz oder Sorge.
Du, Herr, bist hier. Jetzt. Und schaust mich liebevoll an.

Wir hören Worte, in denen Jesus Gottes Reich beschreibt – und wie wir in ihm leben können.

Glücklich zu preisen sind die Sanftmütigen und die Friedensstifter. Denn sie werden die Erde besitzen und Kinder Gottes genannt werden.

Verzichtet also darauf, Böses mit Bösem zu vergelten. Haltet lieber die andere Wange hin.

Betet, dass Gottes gutes Reich kommt und sein Wille geschieht. Trachtet immer und überall zuerst nach seinem Reich und seiner Gerechtigkeit – dann wird Gott euch alles Übrige dazugeben.

Sorgt euch um nichts! Sammelt euch keine Reichtümer hier auf der Erde. Fragt euch nicht ständig: „Was wollen wir essen, anziehen oder kaufen?“ Sammelt euch lieber Schätze im Himmel und teilt, was Ihr habt, mit den Armen.

Wenn Ihr betet, tut es mit einfachen, ehrlichen Worten. Und wenn Ihr anderen Gutes tut, dann tut es mit Demut und Liebe.

Verurteilt und richtet niemanden, denn selig sind die Barmherzigen und die, die arm sind vor Gott.

(Aus Matthäus, Kapitel 5-7)

Gebet ist ein unabdingbarer Bestandteil von Gottes gutem Reich. Zum einen ist Gebet Beziehung, Intimität: „Geh in dein Zimmer und schließ die Tür, denn dort im Verborgenen ist Gott ganz gegenwärtig“, empfiehlt Jesus deshalb. Jesus selbst hat sich regelmäßig zu dieser Form der Gemeinschaft mit Gott zurückgezogen und Gott dort mit „Abba“, Papa, himmlischer Vater angeredet. Jesus hatte eine solche Innigkeit mit Gott, dass er sagen konnte: „Ich und der Vater sind eins.“ Gebet ist also zum einen Beziehung. Das Reich Gottes ereignet sich in der innigen Beziehung und Begegnung mit Gott.

Zugleich ist Gebet eine wesentliche Weise des Handelns in Gottes gutem Reich, ein Weg, wie Gutes von Gott her Gestalt annimmt und sich entfaltet. Aus diesem Grund sagt Jesus:

Bittet, und Gott wird euch geben; sucht, und er lässt euch finden; klopft an, und er öffnet die Tür! Denn wer bittet, der empfängt; wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem wird geöffnet. Würde jemand unter euch denn seinem Kind einen Stein geben, wenn es ihn um ein Stück Brot bittet? Würde er ihm denn eine Schlange geb en, wenn es ihn um einen Fisch bittet?
So abgründig Vieles in euerem Herzen auch sein mag, so wisst ihr doch, was gute Gaben für eure Kinder sind, und gebt sie ihnen auch. Wie viel mehr wird der Vater im Himmel denen Gutes geben, die ihn darum bitten! 

(Matthäus-Evangelium 7, 7-11)

Stein statt Brot, Schlange statt Fisch. Dass Eltern ihren kleinen Kindern Schlange mit Stein vorsetzen, wenn diese sie um etwas zu essen bitten, ist – Gott sei Dank – eher Stoff für Märchen als Realität. Kein seelisch halbwegs gesunder Vater und keine seelisch halbwegs gesunde Mutter käme auch nur auf den Gedanken. Dafür empfinden wir viel zu viel Liebe für unsere Kinder, ihr Hunger und ihre Bitten rühren uns an, wir wollen ihnen Gutes tun, sie stärken.

Jesus sagt: Genau so wie Euch geht es auch Gott. Auch Gott, euer liebender himmlischer Vater, lässt sich gerne bitten, er wartet mit offenen Armen und mit Händen voller guter Gaben.

Bittet, und Gott wird euch geben; sucht, und er lässt euch finden; klopft an, und er öffnet die Tür! Denn wer bittet, der empfängt; wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem wird geöffnet. Würde jemand unter euch denn seinem Kind einen Stein geben, wenn es ihn um ein Stück Brot bittet? Würde er ihm denn eine Schlange geb en, wenn es ihn um einen Fisch bittet?
So abgründig Vieles in euerem Herzen auch sein mag, so wisst ihr doch, was gute Gaben für eure Kinder sind, und gebt sie ihnen auch. Wie viel mehr wird der Vater im Himmel denen Gutes geben, die ihn darum bitten! 

(Matthäus-Evangelium 7, 7-11)

In der Stille komme ich mit Gott darüber ins Gespräch, wie leicht oder schwer es mir fällt, Jesus diese Worte zu glauben.

Freiraum

Ich gehe in diesen Tag in dem Vertrauen und mit der Bitte, dass Gottes Reich kommt:

Herr, mein Gott, öffne meine Augen für deine Wirklichkeit:
für das, was du tust und für das, was du heute durch mich tun willst.
Lass dein Reich kommen und deinen guten Willen geschehen –
wie im Himmel, so in unseren Parlamenten und den Konzernzentralen unserer Wirtschaft genauso wie in unseren Schulen, Gefängnissen, Altersheimen und Kirchen.
Und natürlich auch in meinem Leben.
Sende zu all dem deinen Heiligen Geist,
denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit, in Ewigkeit. Amen.