Eine Viertelstunde Teresa – Teil 6

Lebens Liturgien

Folge 152

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Herzlich Willkommen zu „Lebensliturgien für den Alltag“ – Staffel 4: Teresa erzählt. Zum Abschluss der Staffel erscheinen hier die biografischen Teile der letzten vierzig Folgen zu Teresa von Avila noch einmal hübsch verpackt in Viertelstunden-Häppchen – zum Erinnern, Vertiefen, Nochmal-Freuen und Weiterdenken. Und jetzt: viel Freude damit!

Auch nach dem ermutigenden Zuspruch durch einen Jesuitenpater halten sich in Teresa – und vor allem in Teresas Umfeld – die Zweifel daran, ob Teresas übernatürliche Gebetserfahrungen wirklich von Gott kommen oder nicht. Teresa gerät an einen neuen Beichtvater, jung, streng, unsicher und ungeduldig, der Teresa haufenweise Bußübungen auferlegt. Immer wieder berät er sich mit einer Gruppe anderer Geistlicher und kommt schließlich zu folgendem Ergebnis:

„Mein Beichtvater sagte mir, dass sie alle zur Überzeugung gelangt seien, dass es vom Bösen stamme. Dies verängstigte mich sehr. Sie führten ja alle ein unvergleichlich besseres Leben als ich: warum hätte ich ihnen da nicht glauben sollen? Mir gereichte nichts zum Trost. So ging ich in eine Kapelle. Als ich dort nun allein war, ohne einen Menschen, bei dem ich mein Herz hätte ausschütten können, vermochte ich weder Gebete zu sprechen noch zu lesen, sondern war wie jemand, der vor lauter Qual und Angst völlig verworren und zermürbt war.“

In dieser Situation, gefangen in ihrer Angst, ist Teresa völlig auf Gott angewiesen. Da hört sie von Gott her ganz klar und deutlich diese Worte in ihrem Herzen. „Hab keine Angst, Tochter, ich bin es und ich werde dich nicht im Stich lassen; fürchte dich nicht!“

„Siehe da, allein durch diese Worte war ich beruhigt, voller Kraft und Mut, Gewissheit, und so voll Ruhe und Licht, dass ich meine Seele in einem Nu ganz verändert erlebte. Ich glaube, dass ich jetzt mit der ganzen Welt gestritten hätte, dass es von Gott kam. Wie gut ist doch Gott! Wie gut ist er und wie mächtig! Ich nahm ein Kreuz in die Hand, und es war mir, als flößte mir Gott wirklich Mut ein, denn ich erlebte mich in kurzer Zeit verändert, so dass ich mich nicht mehr gefürchtet hätte, mit ihnen in ein Handgemenge zu geraten. Ich sagte: „Kommt jetzt nur alle her! Da ich eine Dienerin des Herrn bin, möchte ich mal sehen, was ihr mir anhaben könnt!“

Teresa erlebt also, wie Gott stärker ist als ihre Ängste, wie Gott durch einige tiefe, ermutigende Herzensworte ihr die Angst nimmt vor Teufel, Sünde, Hölle und einflussreichen Kirchenmännern, wie Gott sie von ihren tiefsten Ängsten erlöst. Sie wird durch dieses Erlebnis zu der Frau, die von einem ihrer späteren Ratgeber so beschrieben wird: „Gott hat ihr einen so wackeren Mut gegeben, dass es einen erstaunt.“

„Es besteht kein Zweifel, dass nun viele Männer, wie mir schien, Angst vor mir hatten, weil ich ruhig und ihnen allen gegenüber so furchtlos blieb. Alle meine Ängste, die ich bis dahin hatte, sind bis auf den heutigen Tag verschwunden – auch wenn ich sie gelegentlich immerhin noch zu sehen bekam.“

Etwa sechs Jahre nach Teresas geistlichem Durchbruch, im Oktober 1560, sitzt Teresa mit einigen Mitschwestern und Freundinnen in ihrer Wohnzelle zusammen. Ihr Gespräch kommt auf jene radikalen Männer und Frauen, die sich im vierten Jahrhundert in die Wüste zurückzogen, um dort ein ganz und gar asketisches, kontemplatives Leben zu führen. Schon lange teilen Teresa und ihre Gefährtinnen diese Sehnsucht nach einem ganz und gar einfachen, heiligen Leben ohne jede Kompromisse. Eine Mitschwester schreibt über dieses Treffen:

„Da sagten einige, wenn sie schon nicht in die Wüste gehen könnten, könnte es doch ein Klösterchen mit nur wenigen Schwestern geben. Da sagte Teresa, sie würden ja davon sprechen, eine Reform durchzuführen und wieder die ursprüngliche Regel zu beachten. Dann sagte sie, sie wolle Gott bitten, sie zu erleuchten, wie es am besten geschähe.“

Im Anschluss kommt das Gespräch auf weitere Vorbilder, diesmal historisch gesehen gar nicht so weit von ihnen entfernt. Im Orden der Franziskaner gab es seit einigen Jahrzehnten eine kraftvolle Reformbewegung, die zu den ursprünglichen Regeln des heiligen Franz von Assisi zurückwollte.

Denn selbst in den Klöstern hatten sich in den letzten Jahrhunderten mehr und mehr Kompromisse eingeschlichen. Kirche und Köster waren eine Möglichkeit geworden, der Armut zu entkommen und Karriere zu machen. Viele sogenannte „Geistliche“ waren deshalb alles andere als geistlich. Dazu kam, dass weltliche Macht und Kirche eng miteinander verflochten waren. All das hatte dazu geführt, dass der Kirche und den Klöstern vielfach Leuchtkraft, Hingabe und Wahrhaftigkeit abhandengekommen waren.

Innerhalb des Franziskanerordens hatten sich einige Klöster deshalb wieder ganz und gar freigemacht von der Welt und waren zurückgekehrt zu ihren radikalen Anfängen rund um ihren Gründer Franz von Assisi. Zum äußeren Zeichen ihrer neu gewonnen Armut und Kompromisslosigkeit, verzichteten sie sogar auf die einfachen Sandalen und gingen barfuß. „Unbeschuht“ zu sein war seitdem zum Schlagwort und zum Sehnsuchtsbegriff geworden für alle, die sich nach einem Zurück zu echter Hingabe sehnten.

Und Gott gibt Teresa grünes Licht für die Pläne einer eigenen Klostergründung:

„Eines Tages nach der Kommunion trug mir Seine Majestät eindringlich auf, mich mit aller Kraft dafür einzusetzen, dass das Kloster errichtet und ihm darin sehr gedient würde, und dass es nach dem heiligen Josef benannt werden solle, und dass an der einen Pforte er, der heilige Josef, über uns wachen würde und Unsere Liebe Frau, die heilige Maria, an der anderen, und dass Christus unter uns weilen würde, und dass das Kloster ein Stern wäre, der großen Glanz ausstrahlte.“

Nach außen wirkt Teresa auf viele Menschen unglaublich stark und entschlossen. Sie selbst erlebt sich ganz anders. Auch in diesem Falle. Jetzt, wo es auf einmal wirklich darum geht, ins Risiko aufzubrechen und als Pionierin ein „unbeschuhtes“ Reformkloster zu gründen, bricht in Teresa ein Sturm von Bedenken und Zweifeln los.

„Ich fühlte tiefste Betrübnis, weil mir einerseits die großen Unruhen und Nöte vor Augen kamen, die es mich kosten würde, und auch weil ich mich in jenem bisherigen Haus mittlerweile äußerst glücklich fühlte. Hier fühlte ich mich nun unter Druck gesetzt, und da ich sah, dass nun etwas beginnen würde, was viel Unruhe mit sich brächte, war ich voller Zweifel, was ich tun sollte.“

Allein das innere Beten, das regelmäßige und tiefe Gespräch mit ihrem göttlichen Freund, führt dazu, dass Teresa ihre inneren Zweifel überwindet.

„Aber der Herr sprach zu mir immer wieder davon und führte so viele Gründe und Gegengründe ins Feld, dass ich schon einsah, dass sie eindeutig waren und es sein Wille war.“

Aber nicht nur in Teresa, sondern auch um Teresa herum bricht ein gewaltiger Sturm los, als ihre Pläne bekannt werden. Wie ein Lauffeuer verbreitet sich die Nachricht von ihrem Vorhaben im Kloster und in ganz Avila. Einige lachen, manche halten sie für verrückt, viele Mitschwestern werfen ihr Selbstverliebtheit und Treulosigkeit vor. Der für die Karmelitinnen-Klöster in Kastilien zuständige Pater sagt Teresa anfangs zwar Unterstützung zu, dann aber, als der Aufruhr im Kloster und im Ort immer größer wird, zieht er seine schützende Hand zurück. Auch Teresas geistlicher Berater lässt sich von dem Hass, der Teresa und ihren Plänen entgegenschlägt, beeindrucken. Er interpretiert den vielfachen Widerstand als Beweis dafür, dass es sich bei den Plänen um Träumereien handelt und Teresa sich damit lediglich in den Vordergrund spielen möchte.

„Es hatte noch nicht richtig begonnen, im Ort bekannt zu werden, als die große Verfolgung über uns hereinbrach, die sich nicht nur eben kurz beschreiben lässt: Geschwätz, Gelächter und Gerede, dass es Unsinn sei. Ich wusste nicht, was tun. Zum Teil schienen sie mir recht zu haben.“

Auch hier ist es wieder einzig und allein das innere Beten, die Begegnung mit Gott selbst, das Teresa und ihren Gefährtinnen den Mut und den Willen verleiht, weiterzumachen.

„Als ich mich derart niedergeschlagen Gott empfahl, begann Seine Majestät mich zu trösten und aufzumuntern. Er sagte mir, dass ich nun sähe, was die Heiligen, die die Orden gegründet haben, durchgemacht hätten, und dass ich noch viel mehr Angriffe durchmachen müsste als ich mir ausmalen könnte, dass wir uns aber nichts daraus machen sollten. Was mich am meisten erstaunte, war, dass wir bald über das Vergangene hinweggetröstet waren und den Mut hatten, allen zu widerstehen.“

Vom Entschluss, ein eigenes Reformkloster zu gründen, bis zu seinem Vollzug und dessen Anerkennung von den zuständigen Autoritäten vergehen volle zwei Jahre. Dann aber ist alles bereit: ein kleines Haus, das Teresa im Geheimen hatte umbauen lassen, um keinen Wirbel zu verursachen. Die päpstliche Erlaubnis aus Rom. Und der Segen des Ortsbischofs von Avila, der zudem bereits ist, die rechtliche Verantwortung für das neue Kloster zu übernehmen.

All das wissen aber bisher nur ganz wenige Personen. Alle anderen – sowohl im Kloster als auch im Rest von Avila – sind sich sicher, dass all der Trubel und all die Widerstände von vor zwei Jahren Teresa dazu gebracht haben, ihre Pläne fallen zu lassen.

Und so ahnt kaum einer etwas, als die nunmehr 47-jährige Teresa in den frühen Morgenstunden des 24. August 1562 heimlich ihr bisheriges Kloster mit vier Mitschwestern verlässt und sich zu ihrer neuen Unterkunft begibt. Dort ziehen die fünf Schwestern ein Ordenskleid aus grobem Wollstoff an und sehr einfache Sandalen. Eine kleine, billig erstandene Glocke wird geläutet, und während der nun folgenden Messe setzt ein befreundeter Priester eine geweihte Hostie in das Tabernakel. Mit diesem Akt wird aus dem ärmlichen kleinen Wohnhaus das ärmliche kleine Kloster San Jose. Aus Teresa und ihren Mitschwestern sind „unbeschuhte Karmelitinnen“ geworden.

Teresa schreibt:

„Nun war mir, als wäre ich im Himmel, als ich sah, dass ein Werk vollbracht war, von dem ich erkannt hatte, dass es zum Dienst des Herrn gereichen würde, was ja mein Verlangen war.“

Doch direkt nach dieser kleinen, versteckten Zeremonie und dem damit verbundenen Hochgefühl erlebt Teresa eine der gewaltigsten Anfechtungen ihres Lebens:

„Nur drei oder vier Stunden später lieferte mir der Böse einen geistlichen Kampf, wie ich nun berichten will. Er hielt mir vor, ob ich mit dem, was ich getan hatte, nicht falsch gehandelt hätte. Ob diejenigen, die nun dort waren, in dieser großen Enge wohl glücklich sein würden. Ob es ihnen an Essen mangeln würde. Alles, was mir der Herr aufgetragen hatte, war aus meinem Gedächtnis so ausgelöscht, als wäre es nie da gewesen. Auch machte mir der Böse vor, wie ich mich denn in ein so enges Haus einschließen wolle, noch dazu mit so vielen Krankheiten und so strengen Regeln. Und dass ich ein so großes, angenehmes Haus verlassen hatte, wo ich mich glücklich gefühlt hatte und viele Freundinnen hatte. Gedanken von solcher Machart machte er mir mit geballter Macht vor, so dass es nicht in meiner Macht lag, an etwas anderes zu denken. Und dazu eine Niedergeschlagenheit und Dunkelheit und Verfinsterung in der Seele, die ich nicht beschreiben kann.“

In der Stille lasse ich diesen Abschnitt aus Teresas Leben noch einmal auf mich wirken. Woran bleibe ich am meisten hängen?

Freiraum

Nichts soll dich verwirren,
nichts dich erschrecken.
Alles vergeht, Gott aber ändert sich nicht.
Gott alleine genügt.
Wer ihn hat, dem wird nichts fehlen.

Eine Viertelstunde Teresa – Teil 5

Lebens Liturgien

Folge 151

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Herzlich Willkommen zu „Lebensliturgien für den Alltag“ – Staffel 4: Teresa erzählt. Zum Abschluss der Staffel erscheinen hier die biografischen Teile der letzten vierzig Folgen zu Teresa von Avila noch einmal hübsch verpackt in Viertelstunden-Häppchen – zum Erinnern, Vertiefen, Nochmal-Freuen und Weiterdenken. Und jetzt: viel Freude damit!

Nach einer Zeit der Stille zu Beginn und einigen Momenten, in denen wir innerlich in die schöne, befreiende Haltung der Demut finden, geht es nun um das Zentrum: um Gott selbst, um Christus als unseren Herrn. Das innere Beten lebt davon, dass wir Ihn in den Blick nehmen, Ihn suchen, unsere Gedanken auf Ihn richten:

„Gewissenserforschung und Sündenbekenntnis und Kreuzzeichen, dass dies das erste sein muss, weiß man ja schon. Bemüht Euch sogleich, Töchter, in Gesellschaft zu sein: stellt Euch den Herrn bei Euch vor. Bedenkt, wer er ist: tausend Leben würden nicht ausreichen, dass wir begreifen, welche Ehrbezeugungen dieser Herr verdient. Über alle gebietet er, alles vermag er, sein Wollen ist schon Vollbringen. Auf ihn allein muss meine Aufmerksamkeit gerichtet sein.
In diesem ersten Stadium des inneren Betens arbeitet unser Verstand. Und so wie es im Himmel viele Wohnungen gibt, gibt es auch viele Wege, mit dem Verstand zu meditieren. Manche ziehen Nutzen aus Überlegungen über die Hölle, andere über den Himmel, wieder andere über das Sterben. Manche ermüdet es sehr, falls sie weichherzig sind, immer an die Leidensgeschichte Jesu zu denken, doch erfahren sie Wonne und Nutzen, wenn sie Gottes Macht und Größe in seinen Geschöpfen betrachten oder seine Liebe zu uns, die in allen Dingen aufleuchtet.“

Es geht also darum, sich einen Wesenszug Jesu oder eine bestimmte wunderbare Tat Gottes innerlich vor Augen zu holen und Gott genau darin zu begegnen, über ihn zu staunen, ihn innerlich anzubeten oder sich von ihm trösten zu lassen. Die Wahl, welchen Wesenszug oder welche Tat Jesu wir uns vor Augen holen, darf dabei durchaus von inneren Bedürfnissen und Emotionen geleitet sein:

„Wenn ihr froh seid, dann schaut auf ihn als Auferstandenen, denn allein schon die Vorstellung, wie er aus dem Grab kam, wird euch froh machen. Und mit welcher Klarheit, Schönheit und Herrschaftlichkeit, wie siegreich und froh! Wenn ihr in Nöten oder traurig seid, betrachtet ihn auf seinem Weg ans Kreuz, schmerzerfüllt, von den einen verfolgt, von den anderen angespieen, ohne Freunde und ohne, dass irgendjemand für ihn einträte, großer Einsamkeit ausgesetzt. Er wird euch mit seinen schönen, mitfühlenden, tränenerfüllten Augen anschauen und seine eigenen Schmerzen vergessen, um euch über eure hinwegzutrösten.“

Ein solch bewusstes, meditierendes Beten braucht innere Konzentration und Kraft. Aus diesem Grund schreibt Teresa:

„Doch sollte man sich nicht immer damit ermüden, über Christus nachzudenken, sondern auch einfach bei ihm verweilen und mit dem Verstand schweigen.“

Jetzt hatten wir ja schon ein-zwei Folgen darüber, dass wir auf eindrucksvolle Weise immer aufs Neue daran scheitern, mit unserem Herzen und unseren Gedanken eine Zeit lang einfach nur bei Gott und im Gebet zu sein. Ständig laufen uns unsere Gedanken davon und irrlichtern mal in diese und mal in jene Richtung. Das nervt und frustriert auf Dauer. Auch Teresa.

„Jahrelang habe ich die Not durchgemacht, mit meinen Gedanken nicht in Ruhe bei etwas bleiben zu können! Ihr müsst Euch allerdings bewusstmachen, dass es viele Jahre sind, seit eure Seele ihrem Bräutigam entlaufen ist, und dass man sehr gekonnt verhandeln muss, bis sie wieder zur Heimkehr bereit ist. Wir haben unsere Seele und unser Denken so daran gewöhnt, ihrem Vergnügen – oder besser gesagt, ihrem Kummer – in der Welt nachzulaufen, dass die arme Seele sich nicht mehr auskennt.“

Wir werden unser gedankliches Abschweifen also nicht verhindern oder es uns zumindest nur sehr langsam abgewöhnen können. Bis dahin müssen wir möglichst klug und hilfreich damit umgehen. Hier ein paar Tipps:

Einen kleinen Notizblock bereitlegen. Wenn mir Gedanken kommen, was ich dringend noch erledigen muss und ich Angst habe, dass ich dies vergesse, notiere ich sie mir stichpunktartig

Sobald ich merke, dass meine Gedanken mit mir irgendwohin losfahren, steige ich ohne Ärger aus dem Gedanken-Zug aus und kehre freundlich, aber entschieden wieder ins Gebet und in Gottes Gegenwart zurück.

Wenn sich ein Erlebnis, eine Person oder ein Problem immer wieder aufs Neue in den Vordergrund schiebt und mich ablenkt, gewähre ich dem Gedanken eine kleine Audienz und verwandle ihn in Gebet. Danach verabschiede ich ihn wieder.

Wenn meine Gedanken zu laut und zu unkontrollierbar werden, konzentriere ich mich auf meinen Atem, atme mehrmals bewusst ein und aus und begebe mich so aus meinen Gedanken in meinen Körper hinein.

Teresa macht uns auf jeden Fall Mut auf diesem Weg:

„Jahrelang habe ich die Not durchgemacht, mit meinen Gedanken nicht in Ruhe bei etwas bleiben zu können, und diese Not ist groß! Aber ich weiß auch, dass der Herr uns nicht so sehr im Stich lässt, dass er uns nicht begleiten würde. Und wenn wir es in einem Jahr nicht fertigbringen sollten, dann in mehreren. Ich meine, es sich zur Gewohnheit zu machen, an der Seite des Meisters zu gehen – das schafft man.“

Je länger wir das innere Gebet üben, umso mehr wird sich dieses Gebet für uns vereinfachen und uns immer wieder in ein stilles, kraftspendendes Verweilen in der Gegenwart Gottes führen. Wir werden merken, dass der innere Kraftaufwand und die Konzentration, die für unser Beten nötig sind, mit der Zeit abnehmen.

Darüber hinaus gibt es im Gebet allerdings Erfahrungen, die noch deutlich übernatürlicher sind. Teresa beschreibt dieses beglückende Erleben im Gebet so:

„Alle Seelenvermögen kommen da zur Ruhe. Die Seele erkennt, dass sie ganz nahe bei ihrem Gott ist, und dass sie, mit noch ein bisschen mehr, dazu käme, durch Einung mit ihm eins zu werden. Die Seele beginnt, wenn sie hierherkommt, alsbald die Gier nach weltlichen Dingen zu verlieren, aber das wahrhaftig ist kein großer Verdienst. Sie sieht nämlich deutlich ein, dass man ein solches Wohlgefühl hier auf Erden auch nicht einen Augenblick erleben kann, und dass es weder Reichtümer, noch Ehren, noch Freuden gibt, die ausreichen würden, um auch nur einen Augenaufschlag lang dieses Glücksgefühl zu vermitteln.“

Erfahrungen wie diese sind es, die Teresa innerlich für das stärken und zu dem befähigen, wovon wir in den weiteren Folgen hören werden. Dabei sind diese Erfahrungen für Teresa keineswegs Mittel zum Zweck. Nein: sie sind das Eigentliche! Die Nähe zu Gott und die Liebe zu Gott, die aus diesen Erfahrungen entstehen, sind das Zentrum dessen, wozu wir Menschen von Gott her berufen sind. Aus diesem Grund – und mit allerhand beglückenden Nähe-Gottes-Erfahrungen im Herzen – macht sie ihren Mitschwestern und uns Mut zum Dranbleiben im Gebet:

„Ich meine, dass sehr viel daran gelegen ist, dass Ihr mit entschlossener Entschlossenheit betet. Außerdem ist es sehr notwendig, mit der festen Gewissheit anzufangen, dass Ihr bei dem Unternehmen erfolgreich sein werdet, wenn ihr mutig kämpft. Ihr braucht keine Angst zu haben, dass euch der Herr, der Euch ruft, um an dieser Quelle zu trinken, verdursten lassen wird. Ihr wisst doch, dass sogar in diesem Leben schon hundert zu eins gegeben wird und dass der Herr sagt, wir sollen nur bitten und er werde uns schon geben. Sogar dieses Extraangebot gibt es auf dieser Reise, dass einem sehr viel mehr gegeben wird, als man erbittet. Das ist so, ohne Einschränkung; ich weiß, dass es so ist.“

Die Intimität, die Teresa im Gebet mit Gott erlebt, ist selbst geistlichen Menschen in Teresas Umfeld vollkommen fremd. So kommt es, dass Teresa sich selbst und ihren Erfahrungen nicht richtig über den Weg traut.

„Da in diesen Zeiten bei einigen Frauen schlimme Wahnbilder und Täuschungen aufgetreten waren, die der Böse ihnen vorgegaukelt hatte, begann ich, mich zu fürchten, weil die innere Freude und Zärtlichkeit, die ich empfand, so groß waren. Als ich sah, dass sich meine Angst immer mehr verschlimmerte, weil mein Gebet tiefer wurde, schien mir, dass dahinter entweder ein großes Gut oder etwas ganz Schlimmes steckte. Ich verstand nämlich sehr wohl, dass das, was da in mir war, etwas Übernatürliches war.“

Teresa sucht also nach Menschen, die ihr bei der Einordnung des Erlebten helfen können. Ihre Hoffnung richtet sich zuerst auf einen Pfarrer in Avila, der als sehr gelehrt gilt und von dessen vorbildlichem Leben man sich viel erzählt. Gleich das erste Treffen jedoch verläuft ausgesprochen ernüchternd. Der Pfarrer hat wenig Zeit, hört nicht richtig zu und gibt Teresa den Befehl, gefälligst sündloser zu leben.

Der zweite Beichtvater, an den Teresa auf ihrer Suche gerät, ist ihr innerlich zwar deutlich mehr zugetan, redet mit ihr aber ebenso wie der Pfarrer ständig nur von Sünden und deren Überwindung. Als sie ihm von der Freiheit und der Ruhe erzählt, die sie beim inneren Beten empfindet, wird er unruhig. Solche Glückgefühle kennt er nicht. Sie sind für ihn Belohnungen Gottes, die nur solchen Menschen zuteilwerden, die besonders heilig und weitgehend sündlos leben. Die Vorstellung, dass Gott sich jemandem liebevoll zuwendet, ohne dass derjenige sich diese Gunst verdient hat, löst bei ihm geradezu panische Angst aus, dass hier ein böser Geist am Werk sein muss.

„Als er mir das sagte, war ich vor lauter Angst ganz niedergeschlagen und in Tränen aufgelöst. Denn ich wollte Gott wirklich gefallen und konnte mich nicht zur Überzeugung durchringen, dass der Böse im Spiel wäre. Gleichzeitig fürchtete ich, dass mich der Böse so blind machte, dass es ich es nicht erkannte.“

Als Teresa ein Buch findet, in dem ähnliche Gotteserfahrungen beschrieben werden wie Teresa sie gemacht hat, unterstreicht sie die entsprechenden Stellen und gibt sie beiden Beichtvätern zum Lesen.

„Als dann die Antwort kam, die ich mit großer Angst erwartete, kam er tief betrübt zu mir und sagte mir, dass es nach allem, was sie beide dafürhielten, vom Bösen stamme. Das bereitete mir so viel Angst und Schmerz, dass ich nicht wusste, was ich mit mir anfangen sollte. Nur noch weinen konnte ich.“

Einen Hoffnungsschimmer allerdings lassen die beiden Beichtväter ihr. Sie tragen ihr auf, sich mit einem Jesuiten-Pater zu unterhalten, da Jesuiten in solchen Dingen erfahrener seien als sie. Dieses Gespräch erweist sich als Glücksfall.

„Als ich nun mit diesem Diener Gottes – das war er nämlich wirklich, und sehr klug – meinen ganzen Seelenzustand besprach, erklärte er mir als einer, der mit dieser Sprache sehr vertraut war, alles und machte mir viel Mut Er sagte, dass es deutlich erkennbar von Gottes Geist ist und notwendig sei, wieder zum inneren Beten zurückzukehren. In allem schien mir der Heilige Geist durch ihn zu sprechen und meine Seele zu heilen.“

Durch wen oder was spricht der Heilige Geist aktuell zu mir und stärkt mich?

Freiraum

Nichts soll dich verwirren,
nichts dich erschrecken.
Alles vergeht, Gott aber ändert sich nicht.
Gott alleine genügt.
Wer ihn hat, dem wird nichts fehlen.

Eine Viertelstunde Teresa – Teil 4

Lebens Liturgien

Folge 150

Alle Folgen

Herzlich Willkommen zu „Lebensliturgien für den Alltag“ – Staffel 4: Teresa erzählt. Zum Abschluss der Staffel erscheinen hier die biografischen Teile der letzten vierzig Folgen zu Teresa von Avila noch einmal hübsch verpackt in Viertelstunden-Häppchen – zum Erinnern, Vertiefen, Nochmal-Freuen und Weiterdenken. Und jetzt: viel Freude damit!

Das eine, was Teresa mit innerem Beten meint, ist also die innere Haltung, mit der wir beim Gebet wirklich Gott meinen. Es geht ihr um ein inneres Mit-Gott-in-Kontakt-kommen und Mit-ihm-in-Kontakt-bleiben.

In anderen Zusammenhängen meint Teresa mit innerem Beten allerdings stärker eine ganz bestimmte Gebetsform, ein ganz bestimmtes inneres Gebetserleben, das sich in mehreren Stufen vollzieht. Mit diesem Stufenmodell versucht Teresa, ihre eigene Erfahrung beim Beten zu ordnen und anderen Hilfestellungen zu geben. Sie nennt vier Stufen.

Stufe eins wird von ihr das“ betrachtende Gebet“ genannt. Anfänger starten auf dieser Stufe. Auf dieser Stufe müssen unser Verstand und unser Herz etwas tun, wir müssen innerlich „arbeiten“, uns sammeln, uns bewusst auf Jesus ausrichten und eine Bibelstelle oder eine bestimmte Grundwahrheit des Glaubens mit dem Herzen umkreisen und verkosten – also meditieren.

Nach einiger Zeit schenkt Gott dann irgendwann ein neues Erleben, ein neues Stadium. Gott beginnt, uns auf übernatürliche Weise mit einer inneren Ruhe und einem inneren Frieden zu erfüllen, dass unser eigenes Bemühen um Meditation zurücktritt und wir viel stärker Empfangende als Arbeitende sind. Teresa nennt diese zweite Stufe das „Gebet der Ruhe“.

Die nächsten beiden Stufen nennt Teresa das „Gebet der Gotteinung“ und die „ekstatische Gotteinung“: hier erzählt sie von intensiv mystischen, zum Teil sogar ekstatischen Erfahrungen des Einsseins mit Gott. Hier eine kleine Kostprobe aus Stufe vier:

„Hier nimmt man nichts wahr, sondern genießt nur, ohne zu erkennen, was man genießt. Man erkennt zwar, dass man ein Gut genießt, in das alle anderen Güter eingeschlossen sind, doch erfasst man dieses Gut nicht. Es sind alle Sinne mit diesem Genuss beschäftigt, so dass keiner mehr frei ist, um sich mit etwas anderem beschäftigen zu können, weder mit Äußerem noch mit Innerem.
Das Wie dieses Gebets, das man als Gotteinung bezeichnet, und was es ist, das weiß ich nicht verständlich zu machen. Intellekt, Seele und Geist scheinen hier ein und dasselbe zu sein, auch wenn die Seele manchmal außer sich gerät, wie ein Feuer, das brennt und Flammen schlägt, und dieses Feuer manchmal plötzlich stark auflodert. Die Flamme schießt dann ganz hoch über das Feuer hinaus, doch ist sie deswegen nicht etwas anderes, sondern immer noch dieselbe Flamme, die im Feuer ist.“

Über viele Jahrhunderte hinweg spielte die menschliche Seele eine zentrale Rolle in Glaube, Theologie und Kirche. Zum einen stand sie lange für das Innerste des Menschen, das von Sünde und Schuld zerbrochen und von Gott getrennt ist. In dieser Lesart sind wir „verlorene Seelen“, die von Jesus her Rettung und Heilung brauchen – und tatsächlich auch bekommen, wenn wir sie zulassen, wenn wir sie im Glauben an uns geschehen lassen, die Rettung und die Heilung.

Die Seele ist in der mystischen Tradition aber zugleich ein bestimmter Ort in unserem Inneren: sie ist das Zentrum unseres Seins und damit auch der Ort, wo Gott und ich uns begegnen. Dieses Bild von einem heiligen innersten Ort in uns, in dem Christus dauerhaft Wohnung nimmt, wenn wir uns ihm zuwenden, ist im westlich-christlichen Denken weitgehend verloren gegangen. Wir haben – wenn es gut geht – durchaus Kontakt zu unseren inneren Emotionen und Bedürfnissen, dass es da in uns aber noch einen ganz besonderen Ort gibt, ist weithin unbekannt.

Peter Dyckhoff schreibt: „Leider ist nur wenigen Menschen die Schönheit ihrer Seele einsehbar. Das ist der Grund, warum sie selten in der Lage sind, die Schönheit ihrer Seele zu pflegen und zu bewahren. Viele Menschen sind zwar von der Existenz ihrer Seele überzeugt, doch sind sie so mit äußeren Dingen beschäftigt, dass es ihnen unmöglich scheint, in ihr Inneres einzukehren. Bestimmte Gewohnheiten, Abhängigkeit von anderen Menschen oder materiellen Dingen, ungezügelte Leidenschaften oder gar blinde Arbeitswut lassen diesen Schritt vorerst nicht zu. Gott jedoch möchte sich uns im Grunde der Seele mitteilen, indem er uns dort vielfache Gnaden zuströmen lässt.“

Teresa vergleicht die Seele mit einem Garten:

„Ich muss mir mit einem Vergleich helfen. Einer, der mit dem inneren Beten anfängt, muss sich bewusst machen, dass er beginnt, auf ganz unfruchtbarem Boden, der von ganz schlimmem Unkraut durchwuchert ist, einen Garten anzulegen, an dem sich der Herr erfreuen soll. Seine Majestät reißt das Unkraut heraus und muss dafür die guten Pflanzen einsetzen. Stellen wir uns nun vor, dass dies bereits geschehen ist, wenn sich ein Mensch zum inneren Beten entschließt und schon begonnen hat, es zu halten. Mit Gottes Hilfe haben wir als gute Gärtner nun dafür zu sorgen, dass diese Pflanzen wachsen, und uns darum zu kümmern, sie zu gießen, damit sie nicht eingehen, sondern so weit kommen, um Blüten hervorzubringen, die herrlich duften, um diesem unseren Herrn Erholung zu schenken und er folglich oftmals komme.“

Wer – wie Teresa und andere Mystiker – den Weg des inneren Betens gehen möchte, beginnt am besten mit Stille.

„Das erste, was uns seine Majestät über das Gebet lehrt, ist, dass wir in die Stille gehen müssen. Er selbst pflegte in der Einsamkeit zu beten. Wir müssen in die Stille gehen, damit wir verstehen, mit wem wir zusammen sind.“

Warum ist Stille so kraftvoll und so zentral?

Sicher zum einen einfach, damit wir uns sammeln und vorbereiten können auf das, was kommt. Egal ob ein Pianist vor dem Konzert oder ein Schwimmer vor dem Wettkampf: am Anfang stehen einige Momente der Ruhe und der Konzentration.

Stille ist aber vor allem deshalb so kraftvoll und so zentral, weil Gott in ihr wohnt. Hier mal beispielhaft Worte aus dem Alten Testament, dem 1. Buch Könige, Kapitel 19:

„Und Elia kam zum Berg Horeb, dem Berge Gottes, und blieb dort über Nacht in einer Höhle. Und siehe, das Wort des HERRN kam zu ihm. […]. Und der Herr sprach: geh heraus und tritt hin auf den Berg vor den HERRN! Und siehe, der HERR ging vorüber. Und ein großer, starker Wind, der die Berge zerriss und die Felsen zerbrach, kam vor dem HERRN her; der HERR aber war nicht im Winde. Und nach dem Wind kam ein Erdbeben; aber der HERR war nicht im Erdbeben. Und nach dem Erdbeben kam ein Feuer; aber der HERR war nicht im Feuer. Und nach dem Feuer kam eine Stimme verschwebenden Schweigens. Als Elia das hörte, verhüllte er sein Gesicht und trat in den Eingang der Höhle.“

Schon im jüdischen Tempel in Jerusalem im alten Israel war das Allerheiligste, der eigentliche Wohnort Gottes, ein vergleichsweise kleiner Raum voll der Ruhe und des Schweigens. Noch heute gelten Kirchen und Klöster als Orte der Stille: dort, in den heiligen Räumen, ehrt man den still gegenwärtigen Gott mit Schweigen. Schweigend begegnen sich Gott und Mensch, schweigend berühren sich ihre Herzen.

Gottes Gegenwart wohnt ganz oft eben nicht im Sturm, nicht im Feuer, nicht im Erdbeben, sondern in der Stille. Gott wohnt in der Stille. Meister Eckhardt, der große deutsche Mystiker, sagt: „Nichts im Universum gleicht Gott so sehr wie die Stille.“ Und Sören Kierkegaard sagt: „Wenn alles still ist, geschieht am meisten.“

Wenn wir Gott begegnen wollen, müssen wir also still werden. Dort, in der Stille, kann es dann geschehen, dass Gott uns in der Stille, ganz und gar erfasst. Dass wir für einige Augenblicke voll und ganz aufgehoben und geborgen sind in der Stille Gottes.

Eine zweite wichtige Voraussetzung für gelingendes inneres Beten ist für Teresa das hier:

„Wenn Ihr wirklich betet, müsst ihr zuerst bedenken, wer ihr selber seid.“

Warum eigentlich? Warum sollen wir zu Beginn unseres Betens bedenken, wer wir selber sind?

Es geht Teresa hier um Demut als die einzig angemessene Haltung, um innerlich vor Gott zu treten:

„Ich dachte einmal darüber nach, warum wohl unser Herr die Demut so liebe. Da kam mir – ganz plötzlich und ungewollt – dieser Gedanke: Gott ist die höchste Wahrheit, und Demut ist Wandeln in der Wahrheit. Denn es bedeutet viel zu erkennen, dass wir aus uns selbst nichts Gutes haben und nichts sind.“

Gott alleine ist durch und durch und in einem wunderbaren Übermaß gut. Wir sind es nicht. Dieses innere Erkennen ist für Teresa wichtig, weil nur auf diese Weise in uns Raum wird, um von Gott Gutes zu empfangen – seine Gegenwart und seinen Frieden. Wenn wir anfangen, Gott gegenüber unsere eigenen Gutheiten aufzuzählen und dann selbstgefällig sein Kommen einfordern, sind wir so voll mit uns selber, dass für Gott kein Platz mehr ist.

„Wahre Demut beunruhigt, verwirrt und stört die Seele nicht, sondern bringt ihr Frieden, Trost und Ruhe.“

Teresa will also, dass wir alles Gute ganz und gar von Gott her erwarten und erbitten – und uns selbst dabei loslassen, von uns selber absehen. Darüber hinaus geht es Teresa um einen wachen, kritischen Blick auf uns selber mit der Möglichkeit, dass wir eigene Schuld erkennen und sie zu Gott bringen, damit er sie ausräumt und den Weg frei macht. Denn allzu oft ergeht es uns so:

„Wir entschließen uns beim Eintritt ins Kloster, arm zu sein, doch verwenden häufig von Neuem Sorge darauf, dass uns nicht nur das Notwendige nicht abgeht, sondern auch nicht der Überfluss. Es sieht auch so aus, als lassen wir alles Prestigedenken hinter uns, wenn wir begonnen haben, ein geistliches Leben zu führen, doch kaum rührt man auch nur in einem Punkt an unsere Ehre, schon wollen wir uns von Neuem damit hervortun. Und so ist es auch in anderen Punkten. Eine saubere Art der Gottesliebe! Und dann wollen wir, wie man so sagt, bei Gott aus dem Vollen schöpfen! Das geht nicht!“

Abschließend schreibt sie zu diesem Thema:

Das mit den Sünden und der Selbsterkenntnis ist also das Brot, das auf dem Weg des inneren Betens zu allen Speisen gegessen werden muss, wie köstlich sie auch immer sein mögen. Doch muss es mit Maß gegessen werden, denn nachdem eine Seele bereits sieht, dass sie bescheiden geworden ist und klar erkennt, dass sie aus sich selbst nichts wirklich Gutes hat: was braucht sie dann hier noch ihre Zeit vertun? Vielmehr sollen wir dann zu anderen Dingen übergehen, die uns der Herr vor Augen führt.“

Stille und Demut: wovon brauche ich aktuell am dringendsten mehr?

Freiraum

Nichts soll dich verwirren,
nichts dich erschrecken.
Alles vergeht, Gott aber ändert sich nicht.
Gott alleine genügt.
Wer ihn hat, dem wird nichts fehlen.

Eine Viertelstunde Teresa – Teil 3

Lebens Liturgien

Folge 149

Alle Folgen

Herzlich Willkommen zu „Lebensliturgien für den Alltag“ – Staffel 4: Teresa erzählt. Zum Abschluss der Staffel erscheinen hier die biografischen Teile der letzten vierzig Folgen zu Teresa von Avila noch einmal hübsch verpackt in Viertelstunden-Häppchen – zum Erinnern, Vertiefen, Nochmal-Freuen und Weiterdenken. Und jetzt: viel Freude damit!

Und so schleppt Teresa sich über viele Jahre dahin, hinkend auf beiden Seiten: halb Gott zugewandt und halb der Welt; halb hingegeben im inneren Gebet und halb zerstreut.

„So führte ich ein äußerst zermürbendes Leben. Einerseits rief mich Gott immer wieder, andererseits lief ich der Welt nach. Es sah so aus, also wollte ich diese beiden Gegensätze miteinander in Einklang bringen: das geistliche Leben und sinnenhafte Vergnügungen und Zerstreuungen – wo das eine dem anderen doch so widerspricht. So verbrachte ich viele Jahre, so dass ich jetzt nur so staune, was ein Mensch durchhält, um weder das eine noch das andere aufzugeben.“

Dann, endlich, nach scheinbar endlosen Tagen voller Aufstehen und Fallen und Wieder-Aufstehen und Wieder-Fallen erlebt Teresa einen geistlichen Durchbruch. Ist es göttliche Belohnung für ihre Hartnäckigkeit und ihr Nicht-Aufgeben? Oder reines, unverfügbares Geschenk, das Gott manchen Menschen auf besondere Weise zuteilwerden lässt? Oder von beidem etwas?

Im Anmarschweg auf Ostern, in der Fastenzeit des Jahres 1554 – Teresa ist zu diesem Zeitpunkt bereits 39 Jahre alt – sieht Teresa in ihrem Kloster ein Bild oder eine Skulptur des misshandelten Jesus. Obwohl sie solche Bilder schon oft in ihrem Leben gesehen hat, ist es diesmal anders:

„Da geschah es mir, dass ich eines Tages beim Eintritt in den Gebetsraum ein Bild sah: es war das Bild eines ganz mit Wunden bedeckten Christus und so andachtserweckend, dass es mich beim Anblick zutiefst erschütterte, ihn so zu sehen, denn es stellte gut dar, was er für uns gelitten hatte. Das, was ich empfand, weil ich mich für diese Wunden kaum dankbar gezeigt hatte, war so gewaltig, dass es mir war, als würde es mir das Herz zerreißen. Aufgelöst in Tränen warf ich mich vor ihm nieder und flehte ihn an, mir ein für allemal die Kraft zu geben, ihn nicht mehr zu beleidigen. Ich hatte zu mir kaum noch Vertrauen, sondern setzte mein ganzes Vertrauen auf Gott. Ich glaube, ich habe ihm damals gesagt, dass ich von dort nicht mehr aufstehen würde, bis er tat, worum ich ihn anflehte. Ich glaube sicher, dass mir das geholfen hat, denn seitdem ging es viel besser mit mir.“

Teresa schwärmt vom inneren Beten. Das innere Beten ist ihr Fundament, Zentrum, Rettung, Inspiration. Teresa wird von der katholischen Kirche als „Lehrerin des Betens“ bezeichnet. Was aber ist dieses innere Beten eigentlich?

Die Antwort ist … nun … gar nicht so einfach. Weil Teresa die Bezeichnung „inneres Beten“ mindestens in einem zweifachen Sinn gebraucht: zum einen als eine besondere mystische Gebetsstufe, als ein besonders inniges Erleben von Gottesnähe, als einen Zustand des Erfülltseins mit göttlicher Ruhe, Frieden und Glück.

An anderen Stellen beschreibt Teresa mit „innerem Beten“ eine bestimmte innere Haltung beim Gebet. Eine innere Haltung, die nicht nur zerstreut Gebetsworte vor sich hinplappert, sondern wirklich Gott meint und den liebevollen, vertrauten Umgang mit Gott sucht. In diesem zweiten Sinne schreibt sie:

„Das innere Gebet ist, so meine ich, nichts anderes als ein freundschaftlicher Umgang, ein häufiges persönliches Umgehen mit dem, von dem wir wissen, dass er uns liebt.“

Diese innere Haltung ist für sie deshalb so zentral, weil sie bei ihren Mitschwestern im Kloster oftmals das Gegenteil erlebt: ein kühles, gelangweiltes Verrichten der vorgeschriebenen Gebete. Lästige Pflichterfüllung – zum Teil sogar als Dienstleistung für Spender von außerhalb. Immer wieder delegieren Bewohner Avilas das Beten an die Nonnen im Kloster: für eine bestimmte Summe an Geld erwerben sie eine bestimmte Anzahl an von geistlichen Profis gesprochenen Gebeten. Gebet als religiöse Leistung.
Für Teresa hat das mit Beten im eigentlichen Sinn nichts zu tun:

„Bedenkt, wenn ihr vor den Herrn tretet, wer der ist, zu dem ihr sprecht. Auf ihn allein muss all eure Aufmerksamkeit gerichtet sein. Das ist inneres Gebet! Inneres Beten heißt, darüber nachdenken, und sich bewusstmachen, was wir beten, mit wem wir sprechen und wer wir sind, die wir es wagen, uns einem so großen Herrn zu nähern.“

Ob nun also freies mündliches Gebet, oder das Nachbeten vorgegebener Worte, oder das schweigende, kontemplative Gebet: immer ist es wichtig, dass es von innen kommt und wirklich Gott meint. Inneres Beten heißt: sich zu Gott hinwenden und zu ihm „Du“ sagen; an Gott denken und sich seine Gegenwart bewusst machen. Inneres Beten heißt: Herzensfreundschaft mit Gott.

„Inneres Beten ist Verweilen bei einem Freund, mit dem wir oft allein zusammenkommen, einfach um bei ihm zu sein, weil wir sicher wissen, dass er uns liebt.“

Für Teresa ereignet sich dieses Beten weitgehend in den täglichen Zeiten des Rückzugs und der Stille. Mehrfach am Tag macht sie sich auf, zieht sich zurück in ihre Zelle und vertieft sich in ihre Freundschaft zu dem, den sie mal „Freund“ und mal „Majestät“ nennt. Jetzt hat Teresa – zumindest mit Blick auf das innere Beten – uns gegenüber den gewaltigen Vorteil, dass sie als Nonne in einem Kloster lebt. Alles um sie herum ist darauf ausgelegt, Rückzug, Stille und Gebet zu ermöglichen und zu fördern. Bei uns ist meist genau das Gegenteil der Fall: alles um uns herum scheint darauf ausgelegt, uns beschäftigt zu halten oder abzulenken. Unser Leben ist schnell, laut und voll. Ausführliche Zeiten für Rückzug, Stille und Gebet müssen wir uns hart erkämpfen. Ist inneres Beten, ist Herzensfreundschaft zu Gott also nur etwas für religiöse Profis?

Es gibt noch einen anderen Ansatz des inneren Betens, der viel stärker die täglichen Aufgaben und Pflichten in den Blick nimmt. Bekannt geworden ist dieser Ansatz anhand des Lebens eines Mannes, der einhundert Jahre später gelebt hat als Teresa, und genau wie sie Mitglied des Karmeliterordens (also Mönch) war. Sein Name: Bruder Lorenz von der Auferstehung. Er schreibt:

„Ich bin bei meiner gewöhnlichen Arbeit viel näher mit Gott vereinigt, als wenn ich meine Arbeit verlasse, um mich eigens zur Vereinigung mit Gott zum Gebet in der Abgeschiedenheit zurückzuziehen, und ich fühle mich gewöhnlich ganz ausgetrocknet, wenn ich aus solcher Abgeschiedenheit zurückkomme.“

Bruder Lorenz hat das innere Gebet auf einzigartige und inspirierende Weise mit seiner täglichen Arbeit verbunden:

„Wir müssen danach trachten, uns in der Gegenwart Gottes festzumachen und uns mit ihm in einem ununterbrochenen Gespräch befinden. Anfangs kostet es etwas Fleiß, die feste Gewohnheit zu erlangen, stets mit Gott umzugehen und alles Tun auf ihn auszurichten. Aber nach einiger Mühe fühlt man sich ohne irgendwelche Anstrengung einfach von seiner Liebe dazu aufgeweckt. Meine gewöhnlichste Methode ist diese einfache Aufmerksamkeit und das allgemeine, liebevolle Aufsehen zu Gott.
Wir haben nichts anderes zu tun, als zu erkennen, dass Gott in unserem Inneren gegenwärtig ist, und dass wir ihn alle Augenblicke ansprechen und ihn um seinen Beistand bitten. Wäre ich ein Prediger, ich wollte nichts anderes predigen als diese Übung der Gegenwart Gottes. Wäre ich ein geistlicher Führer, ich würde diese Übung allen Leuten ans Herz legen.“

Ich liebe diese Form des inneren Betens. Ich sehne mich nach diesem häufigen, liebevollen, heilig-selbstverständlichen Umgang mit Gott. Ich wünsche mir genau diese Wachheit für Gottes Gegenwart um mich und in mir. Und scheitere doch regelmäßig. Sowohl in meinem Alltag als auch in besonderen Zeiten der Stille und des Gebets geht es mir so, wie Henry Nouwen schreibt:

„Wahrscheinlich werden wir dabei ständig abgelenkt werden. Es wird uns durch den Kopf gehen, was gestern passiert ist, und wir werden uns Gedanken darüber machen, was morgen geschehen mag. Wir werden in unserer Fantasie lange Diskussionen mit Freund oder Feind führen, werden Pläne für den kommenden Tag schmieden, ein bevorstehendes Gespräch entwerfen oder unsere nächste Sitzung in Gedanken organisieren. Unser Beten mag also nicht immer eine befriedigende Erfahrung sein. Oft sind wir so mit uns beschäftigt und so wenig in der Lage, innere Ruhe zu finden, dass wir es gar nicht erwarten können, uns wieder in das Getriebe zu stürzen und damit der Konfrontation mit dem chaotischen Zustand unseres Herzens aus dem Weg zu gehen. Doch wenn wir im Beten treu bleiben, wenn wir dranbleiben und es immer wieder neu versuchen, werden wir nach und nach erkennen, dass es in uns einen Ort gibt, an dem Gott wohnt und dem wir eingeladen sind, mit Gott zusammen zu wohnen. Eines Tages werden wir diesen inneren, heiligen Ort als den schönsten und kostbarsten ansehen, den wir aufsuchen können.“

Dranbleiben ist also wichtig. Mich nicht entmutigen lassen. Teresa selbst hat 19 Jahre auf den großen geistlichen Durchbruch gewartet – und auf dem Weg dahin jeden Tag aufs Neue gebetet, Gott gesucht, innere Trockenheit ausgehalten und Gott hartnäckig mit ihrer ungestillten Sehnsucht bestürmt. Auch Bruder Lorenz, bei dem alles so leicht und selbstverständlich daherzukommen scheint, schreibt an anderer Stelle:

„In den ersten zehn Jahren im Kloster habe ich viel durchgemacht. Meine Einsicht, Gott nicht so zu gehören, wie ich es eigentlich wollte und meine Sünden, die mir immer vor Augen waren, waren Ursprung aller meiner Leiden. In dieser Zeit kam ich oft zu Fall, stand aber immer gleich wieder auf. Eines Tages, als ich schon dachte, ich müsse meine Tage in dieser Verwirrung und Unruhe zu Ende bringen, fand ich mich plötzlich verändert. Meine Seele, die bis dahin stets in Unruhe war, befand sich nun in einem tiefen inneren Frieden, als ob sie an ihrem Zentrum und Ruheort wäre.“

In der Stille versuche ich, etwas von diesem tiefen inneren Frieden zu spüren.

Freiraum

Nichts soll dich verwirren,
nichts dich erschrecken.
Alles vergeht, Gott aber ändert sich nicht.
Gott alleine genügt.
Wer ihn hat, dem wird nichts fehlen.

Eine Viertelstunde Teresa – Teil 2

Lebens Liturgien

Folge 148

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Herzlich Willkommen zu „Lebensliturgien für den Alltag“ – Staffel 4: Teresa erzählt. Zum Abschluss der Staffel erscheinen hier die biografischen Teile der letzten vierzig Folgen zu Teresa von Avila noch einmal hübsch verpackt in Viertelstunden-Häppchen – zum Erinnern, Vertiefen, Nochmal-Freuen und Weiterdenken. Und jetzt: viel Freude damit!

Mit 27 Jahren beginnt Teresa nach ihrer langen und schweren Krankheitszeit wieder am klösterlichen Leben im Menschwerdungskloster in Avila teilzunehmen. Schon bald aber zerreißt es sie dort fast. Auf der einen Seite ist da in ihr der feine Ruf in die stille Hingabe an Jesus, der Lockruf des inneren, stillen Betens. Auf der anderen Seite steht der trubelige, für klösterliche Verhältnisse recht weltliche Alltag dort.

Denn: das Menschwerdungskloster in Avila bot nicht nur hingegebenen Gottsucherinnen eine Heimat, sondern auch – vielleicht sogar vor allem – Töchtern aus adligen Familien, die auf dem Heiratsmarkt leer ausgegangen waren. Viele der Frauen dort waren Nonnen geworden, weil ihnen nichts anderes übrigblieb. Sie fanden keine Erfüllung in Stille, Abgeschiedenheit, Gebet und Gehorsam. Aus diesem Grund gab es für dieses Kloster keine strenge Klausur, also keine strenge Trennung von der Welt. Die Schwestern durften Besuche von außen empfangen – und wenn die Besuchszeiten nicht ausreichten, schlichen viele sich nachts heimlich aus ihren Zimmern, um durch einen Spalt in der Mauer mit Freundinnen oder Verwandten zu reden.

Hinzu kam eine Mehrklassengesellschaft innerhalb des Klosters. Während die ärmeren Schwestern sich einen großen, sehr einfach gehaltenen Schlafsaal teilten, hatten die Schwestern aus reichen Familien eigene kleine Wohnungen, manche sogar mit Bediensteten.

„Es ist schade um die vielen, die sich aus der Welt zurückziehen möchten, sich dann aber in zehn Welten zugleich vorfinden, so dass sie weder ein noch aus wissen. Ihre Jugend, ihre Gefühlswelt und der Böse umwerben und bewegen sie, manchen Dingen nachzulaufen, die genau der Welt entsprechen. Welch gewaltiges Unheil in den Orden, in denen man die Ordensregel nicht hält, wo es in einem Kloster zwei Wege gibt: die Beachtung der klösterlichen Regel und die Nicht-Beachtung. Der Weg der wahren Regelbeachtung wird selten begangen, so dass die Schwester, die wirklich anfangen möchte, ihre Berufung zu leben, die Leute im eigenen Haus mehr fürchten muss als alle Dämonen.“

Teresa erlebt, wie es sie zunehmend hineinzieht in all die Ablenkungen und Möglichkeiten im Kloster. Sie findet nicht mehr hinein in den vertrauten, liebevollen Umgang mit Gott, der sich aus der Stille speist, findet nicht mehr hinein in das, was ihr eigentlich so viel bedeutet und was sie als ihre innerste Berufung spürt. Stattdessen verliert sie sich in Äußerlichkeiten und Freundschaften mit anderen Schwestern. Die innere Leere und die Schuldgefühle, die sie deshalb empfindet, entfremden sie nur noch mehr von Gott.

„So begann ich also, von Zeitvertreib zu Zeitvertreib, von Eitelkeit zu Eitelkeit, mich sehr bedenklichen Gelegenheiten auszusetzen und meine Seele in so viele Eitelkeiten zu verstricken, dass ich mich sogar schämte, mich in einer so besonderen Freundschaft, wie es das Verweilen im stillen Gebet ist, Gott erneut zuzuwenden. Das war der schrecklichste Irrtum, dass ich begann, mich vor dem inneren Beten zu fürchten, da ich mir so verloren vorkam.“

Das innere Beten ist Teresas besondere Berufung – schon von Jugend an. Noch bevor sie ins Kloster eintritt und noch bevor sie weiß, was inneres eigentlich Beten ist, praktiziert sie es:

„Viele Jahre lang dachte ich an den meisten Abenden vor dem Einschlafen, wenn ich mich zum Schlafen Gott empfahl, immer wieder eine Weile an den Abschnitt des Gebetes Jesu im Ölgarten, noch bevor ich im Kloster war. Ich versuchte, mir Christus in meinem Innern vorzustellen, und – wie mir schien – ging es mir damit an jenen Stellen besser, wo ich ihn am einsamsten erlebte. Mir schien, dass er mich, wenn er einsam und niedergeschlagen war, als einer, der in Nöten ist, zu sich lassen müsste. Und ich bin überzeugt, dass meine Seele sehr großen Gewinn davon hatte, denn so begann ich, inneres Beten zu halten, ohne zu wissen, was das war, und die so eingespielte Gewohnheit bewirkte, dass ich das nicht unterließ.“

Zu Beginn ihrer langen Krankheitszeit bekommt sie das Buch „Das geistliche ABC“ von Franziskus von Osuna in die Hände. Dort liest sie Worte wie diese:

„In dieser Art des Betens verstummen wir in tiefer Ruhe und öffnen uns Gott in demütiger, aufrichtiger Hingabe. Es geht Gott nicht primär darum, dass du dich ihm gibst, sondern dass er sich dir schenkt, weil du ohne ihn nichts ausrichtest. Bittet man dich also, Gott zu lieben, so ist das, als bäte man dich, die Fülle seiner Gaben zu empfangen. Seine Liebe, die du erfährst, kommt niemals an ein Ende. Wenn wir Gott lieben, geben wir die Liebe also nur ihrer Quelle zurück. Wir sind dann wie die Brandung des Meeres, da wir die anbrandenden Liebeswogen Gottes mit aller Kraft zurückwerfen zur Quelle, von der sie ausgingen.“

In diesen Worten liest sie, was sie in sich schon seit langem ahnt: dass Beten mehr und etwas anderes ist, als das bloße, kühle Aufsagen von Gebetsworten. Sie selbst definiert inneres Beten in ihrer Autobiografie so:

„Meiner Meinung nach ist inneres Beten nichts anderes als Verweilen bei einem Freund, mit dem wir oft allein zusammenkommen, einfach um bei ihm zu sein, weil wir sicher wissen, dass er uns liebt.“

Schon sehr früh in ihrem Leben verspürt Teresa also einen inneren Lockruf in die Gegenwart Gottes, in das innere Beten hinein. Zugleich aber hat sie genau damit über viele Jahre zu kämpfen. Das eine, was ihr vor allem in den Anfangsjahren Mühe macht, sind die vielen Zerstreuungen, die sie während des Betens immer wieder ablenken. Kaum nimmt sie sich eine Auszeit zum Gebet, stürmen alle möglichen Gedanken auf sie ein. Teresa schweift immer wieder ab, muss sich selbst wieder und wieder einsammeln und zurückholen ins Gebet, in die Gegenwart vor Gott.

„Ich sage, dass es mir manchmal zustößt – und heute war es wieder so – dass ich erlebe, wie sich meine Seele zerreißt, um sich ganz und gar bei Gott zu erleben, dies aber unmöglich ist, weil Gedächtnis und Vorstellungskraft einen solchen Kampf liefern, dass sie die Seele nicht hochkommen lassen. Die Erinnerungskraft bleibt bei nichts stehen, sondern schwirrt vom einem zum anderen, so dass sie wie einer dieser lästigen, unruhigen kleinen Nachtfalter erscheint.“

Weil Teresa das entmutigt, lässt sie das innere Beten öfters schleifen und bleibt während des Betens nur an der Oberfläche.

„Ganz, ganz oft gab ich einige Jahre lang mehr auf mein Verlangen Acht, dass die Zeit, die ich mir zu bleiben vorgenommen hatte, bald zu Ende ginge, und darauf, auf das Schlagen der Uhr zu lauschen.“

Als Gegenmittel gegen Oberflächlichkeit und Zerstreuung entdeckt sie zum einen die Kraft ihres Willens. Mithilfe ihres Willens bringt sie ihre Gedanken und ihr Inneres immer wieder zurück in die Ausrichtung auf Gott – mögen die Gedanken ihr auch noch so oft davonjagen.

Sie merkt aber, dass sie noch mehr braucht, dass sie noch andere Hilfsmittel braucht, die ihr den inneren Fokus auf Gott stärken. Für Teresa sind das die Kommunion bzw. das Abendmahl, dann das Betrachten geistlicher Gemälde, das Lesen geistlicher Bücher und das aufmerksame Betrachten der Natur. All das hilft ihr aus der Zerstreuung und dem Vielerlei hinein in eine liebevolle innere Ausrichtung auf Gott.

Zerstreutheiten sind das eine, was Teresa beim inneren Beten zusetzt. Viel stärker noch als mancher Misserfolg beim inneren Beten setzt ihr jedoch das Gelingen inneren Betens zu. Immer wieder einmal erlebt sie während ihres Betens Gott auf radikal wunderbare Weise: sie wird von Gottes Liebe und Freundschaft regelrecht umflutet und überspült. Für kurze Zeit erkennt sie mit all ihrem Sein: Gott ist ihr mit seiner ganzen göttlichen Liebe zugetan, Gott sieht sie, Gott kümmert sich. In diesen Momenten verschwinden aus ihr alle Zweifel, alles Drehen um sich selbst, alle Furcht, alle irdischen Sorgen, alles Bedürfnis nach seichtem Zeitvertreib ….

Dann aber, kaum dass sie aus dieser besonderen Gemeinschaft mit Gott zurückgekehrt ist, ist all dieses allzu Irdische wieder da. Diese gelebte Inkonsequenz der Liebe Gottes gegenüber setzt ihr massiv zu und bedrängt sie. In einer Frühphase gibt sie das innere Beten deshalb für eine gewisse Zeit auf.

„Ich schämte mich, mich in einer so besonderen Freundschaft, wie es das Verweilen im Gebet ist, Gott erneut zuzuwenden. Es schien mir besser zu sein, mich so zu verhalten wie die vielen und nur mündlich die Gebete zu verrichten, zu denen ich verpflichtet war, und nicht mehr mit dem inneren Beten und dem innigen Verweilen bei Gott weiterzumachen.“

Damit aber schneidet sich Teresa von ihrer Lebensader ab. Als sie eine Zeit später das Kloster vorübergehend verlässt, um ihrem Vater in dessen letzten Lebenstagen beizustehen, schreibt sie:

„Ich ging nach Hause, um ihn zu pflegen, an meiner Seele kränker als er an seinem Leib.“

Kurze Zeit darauf trifft sie einen Priester, mit dem sie über ihre Seelennot spricht. Der ermutigt sie, mit dem inneren Beten wieder anzufangen. Das verschafft Teresa auf der einen Seite Erleichterung: endlich wieder Zeit mit ihrem geliebten Herrn! Endlich wieder gelebte Freundschaft mit Gott! Zugleich erlebt sie dadurch erneut ihre eigene Unfähigkeit, ein Leben zu führen, das der Liebe Gottes angemessen ist.

„Ich führte nun ein äußerst zermürbendes Leben. Einerseits rief Gott mich immer wieder, andererseits lief ich der Welt nach. Alles, was mit Gott zu tun hatte, machte mich ganz glücklich, aber zugleich hielten mich die weltlichen Dinge gefangen. So trieb ich mich fast zwanzig Jahre auf diesem stürmischen Meer herum mit diesem Fallen und Aufstehen. Ich kann nur sagen, dass das eine der mühseligsten Lebensweisen ist, die man sich meines Erachtens vorstellen kann, denn weder erfreute ich mich ganz Gottes, noch fand ich in der Welt mein Glück. So lebte meine Seele ganz müde dahin, weil die schlechten Gewohnheiten, die sich an sich hatte, sie nicht in Ruhe ließen, obwohl sie das wollte.“

In der Stille gebe ich sowohl dem Raum, was mich am Umgang mit Gott fasziniert und begeistert, wie auch dem, was mir Mühe macht.

Freiraum

Nichts soll dich verwirren,
nichts dich erschrecken.
Alles vergeht, Gott aber ändert sich nicht.
Gott alleine genügt.
Wer ihn hat, dem wird nichts fehlen.

Eine Viertelstunde Teresa – Teil 1

Lebens Liturgien

Folge 147

Alle Folgen

Herzlich Willkommen zu „Lebensliturgien für den Alltag“ – Staffel 4: Teresa erzählt. Zum Abschluss der Staffel erscheinen hier die biografischen Teile der letzten vierzig Folgen zu Teresa von Avila noch einmal hübsch verpackt in Viertelstunden-Häppchen – zum Erinnern, Vertiefen, Nochmal-Freuen und Weiterdenken. Und jetzt: viel Freude damit!

An einem Mittwoch im März, im Jahr 1515, wird Teresa geboren. Sie wird hineingeboren in eine väterlicherseits eigentlich jüdische Familie. Ihr Großvater, ein reicher jüdischer Kaufmann, war 30 Jahre zuvor jedoch mit seiner ganzen Familie zum Christentum übergetreten – auf massiven Druck der Inquisition hin. Während Don Alonso, ihr Vater, also noch nicht allzu lange Christ war, stammt Teresas Mutter Beatriz aus einer alten christlichen Familie.

Über ihre Eltern schreibt Teresa nur Gutes:

„Mein Vater las mit Hingabe christliche Bücher, die auch wir Kinder lesen sollten. Zusammen mit der Sorge, die sich meine Mutter machte, um uns zum Beten zu bringen, begannen diese Bücher mich schon im Alter von sechs oder sieben Jahren aufzuwecken. Mein Vater war ein Mensch von großer Liebe zu den Armen und viel Mitgefühl mit den Kranken. Er war sehr wahrhaftig und sehr ehrenwert in jeder Hinsicht. Auch meine Mutter hatte viele Tugenden und machte ihr Leben lang viele Krankheiten durch. Sie war sehr sanft und von beachtlicher Intelligenz. Obwohl von großer Schönheit, gab sie niemals zu erkennen, dass das für sie ein Anlass gewesen wäre, groß etwas aus sich zu machen.“

Als Teresa ihren Lebensrückblick schreibt, ist sie bereits eine reife Frau. Eine Menge Lebens-Herausforderungen und tiefe Begegnungen mit Gott haben sie geprägt und in ihr eine bestimmte heilige innere Haltung und eine heilige Sehnsucht geformt. Im Rückblick vermisst sie diese heilige Haltung und Sehnsucht bei sich als Kind und als Jugendliche. Entsprechend beschreibt sie ihre Kindheit und Jugend fast ausschließlich als eine Zeit voller Irrtümer und Sünde.

Teresa ist der Überzeugung, dass Vorbilder in der Kindheit eine sehr große Rolle spielen. Ihre Eltern waren für sie ein sehr positives Vorbild. Von einem negativen Vorbild schreibt sie mit Blick auf eine ihrer vielen Cousinen. Beide waren für die Zeit ihrer frühen Jugend beste Freundinnen, verbrachten viel Zeit miteinander und tauschten am laufenden Band Geheimnisse aus.

„Wenn ich einen guten Rat zu geben hätte, dann würde ich den Eltern sagen, dass sie bei ihren Kindern in diesem Alter sehr darauf achten sollen, mit wem sie zusammen sind; denn ein großes Übel liegt darin, dass unsere Natur eher auf das Schlechte als auf das Gute aus ist.
So erging es mir. Ich hatte eine viel ältere Schwester, doch von deren Sittsamkeit und Gutheit – die sie in hohem Maße besaß – nahm ich nichts an. Dafür nahm ich alles, was mir schadete, von einer Verwandten an, die oft in unserem Haus verkehrte. Zu ihr fasste ich Zuneigung. Mit ihr beredete und besprach ich alles und sie beteiligte mich an ihren Dummheiten.“

Teresa war zu dieser Zeit etwa vierzehn Jahre alt, was damals bedeutete, dass sie in einem heiratsfähigen Alter war. Und sie muss eine Schönheit gewesen sein. Noch als fünfzigjährige Nonne erinnert sie sich mit einer gewissen Wehmut an die vielen ‚natürlichen Reize‘, die sie als junge Frau gehabt hatte. Dazu kam, dass Teresa von Beginn ihres Lebens an die Gabe hatte, beliebt zu sein. Wo auch immer sie hinkam und wem sie begegnete: fast immer entwickelten Menschen ihr gegenüber große Sympathie und Zuneigung.

Die Zeit, die Teresa und ihre beste Freundin damals mit ‚Dummheiten‘ verbrachte, war allerdings stark begrenzt – und zwar durch den Tod von Teresas Mutter. Ihr nun verwitweter Vater war mit den zwölf Kindern überfordert und suchte nach Wegen in die Zukunft für seine Kinder. Für die Söhne war geplant, dass sie nach Westindien auswandern. Für Teresa – wie auch für alle anderen jungen Frauen im Spanien der damaligen Zeit – gab es im Grunde nur zwei Möglichkeiten: heiraten oder ins Kloster gehen. Don Alonso, Teresas Vater, entschied sich für die Option Kloster und gab Teresa in die Obhut der Augustinerschwestern in Avila – was das Ende der Freundschaft von Teresa mit ihrer Cousine Ines war.

„Da es im Kloster an Gelegenheit fehlte, hörten meine Dummheiten bald auf und meine Seele begann sich erneut an das Gute meiner frühen Kindheit zu gewöhnen und ich sah die große Gnade, die Gott dem erweist, den er in die Gesellschaft von Guten versetzt.“

Im Alter von 16 Jahren gibt Don Alonso seine Tochter Teresa zur weiteren Erziehung in die Obhut der Augustinerschwestern in Avila. Das Klosterleben ist für Teresa ein Schock. Sie, die voller Lebenslust und Lebensdurst steckt, sich gerne schminkt und schön anzieht, darf nun nur noch ein einfaches, farbloses Kleid tragen und muss sich in das strenge geistliche Leben des Klosters einfügen.

Aufgrund von massiven gesundheitlichen Problemen – vermutlich wehrt sich ihre Seele körperlich – kehrt Teresa nach nur 18 Monaten in das Haus ihres Vaters zurück. Aber eine wirkliche Alternative zum Leben im Kloster kann sie nicht erkennen – zumal sie innerlich mit Höllenfurcht ringt und sie sich einredet, dass die Qualen eines Lebens im Kloster immer noch besser sind als die Qualen des Fegefeuers, die ansonsten drohen würde.

Und so tritt sie wenige Jahre später, als einundzwanzigjährige Frau, in ein anderes Kloster, in das Kloster zur Menschwerdung der Karmelitinnen ein. Diesmal nicht nur als Klosterschülerin, sondern so richtig, mit dem Ziel, Nonne zu werden.

Aber wie schon wenige Jahre zuvor fühlt sie sich auch hier unwohl und fehl am Platz. All die Gebete und geistlichen Übungen geben ihr nichts, ihr Herz bleibt kalt. So sehnt sie sich Tag für Tag nach der Rückkehr in das Haus ihres Vaters.

„Ich erinnere mich, dass der Schmerz, den ich empfand, als ich das Haus meines Vaters verließ, wie ich glaube, nicht stärker sein kann, als wenn ich stürbe, denn mir scheint, dass sich mir jeder Knochen von sich aus loslöste. Da nämlich noch keine Gottesliebe da war, die die Liebe zum Vater und zu den Verwandten aufgehoben hätte, bedeutete das Ganze eine große Gewaltanwendung.“

Ein furchtbar schweres und langes Jahr nach ihrem Eintritt ins Kloster geht Teresa den nächsten Schritt: sie beginnt das Noviziat, eine Zeit der Vorbereitung auf das Leben als Nonne. Und wie durch ein Wunder verändert dieser Schritt ihr inneres Erleben.

„Sobald ich mit dem Habit eingekleidet wurde, gab mir der Herr zu verstehen, wie sehr er denen beisteht, die sich Gewalt antun, um ihm zu dienen. Sofort verspürte ich ein großes inneres Glück, in jener Lebensform zu stehen, das mich bis heute nie mehr verlassen hat, und Gott wandelte die Trockenheit meiner Seele in tiefste Beseeligung.“

Nicht, dass nun auf einmal alles gut ist. Teresa braucht schon noch einige weitere Wunder. Im Rückblick schreibt sie mit Blick auf diese Zeit:

„Meines Erachtens hatte ich damals noch keine Gottesliebe, wie ich sie später zu haben glaubte, sondern nur ein inneres Licht, in dem mir alles, was vergänglich war, wenig erstrebenswert erschien.“

Teresa wird hier also nicht über Nacht von einer Unwilligen zur Heiligen. Aber sie erlebt, wie Gott nach einer langen, harten, schweren Zeit endlich eingreift und sich zu ihrer Entscheidung für ein Leben im Kloster stellt.

Ähnlich wie die Gesundheit ihrer Mutter war auch Teresas Gesundheit von Beginn ihres Lebens an sehr fragil. Kurz nach Beginn ihres Noviziats aber nehmen die gesundheitlichen Probleme immer mehr zu. Als auch die Ärzte in Avila vor einem Rätsel stehen, bringt ihr Vater sie zu einer entfernten Heilerin.

„Ich verbrachte drei Monate an diesem Ort unter schrecklichsten Qualen, weil die Kur strenger war, als es meine körperliche Verfassung verlangte. Nach zwei Monaten war ich kraft der Medikamente mit dem Leben fast am Ende und die Schärfe meines Herzleidens hatte sich sogar noch verschlimmert, so dass es mir manchmal vorkam, als würde man mir das Herz mit scharfen Zähnen ausreißen.“

Als Don Alonso, Teresas Vater, dies erkennt, bringt er seine Tochter wieder zurück nach Avila in die Obhut der dortigen Ärzte. Diese aber können nichts mehr für sie tun.

„Alle gaben mich auf, denn sie sagten, dass ich über diese Krankheit hinaus auch noch schwindsüchtig war. Daraus machte ich mir allerdings nicht viel. Es waren die Schmerzen, die mich aufrieben, denn mein ganzer Körper tat mir dauernd weh, vom Kopf bis zu den Füßen. Nervenschmerzen sind nach Aussage der Ärzte ohnehin unerträglich, und weil sich meine alle verkrampften, war es ohne Frage eine harte Qual. Unter dieser Quälerei dürfte ich wohl kaum länger als drei Monate gelitten haben, denn es schien unmöglich, so viele Leiden auf einmal aushalten zu können.“

Als Teresas Körper schließlich von einer Lähmung befallen wird und sie dauerhaft das Bewusstsein verliert, erklären die Ärzte sie irgendwann für tot. Wie bei Toten üblich werden ihre Augen mit Kerzenwachs verschlossen. Hätte die Beerdigung sich nicht verzögert, wäre Teresa lebendig begraben worden. So aber erleben ihre Mitschwestern voll Erschrecken und Staunen, wie nach drei Tagen Teresas Bewusstsein zurückkehrt – wobei sich an Teresas Gesundheitszustand erst einmal nichts verbessert.

„Nur der Herr kann ermessen, welch unerträgliche Qualen ich litt. Meine Zunge zerbissen, die Kehle nicht minder, weil ich nichts geschluckt hatte und so geschwächt war, dass ich zu ersticken drohte. Ich kam mir ganz aufgelöst vor, im Kopf ganz verwirrt und ganz zusammengekrampft. Ich glaube, nur einen Finger der rechten Hand konnte ich noch bewegen. Körperlich war ich schlechter dran als eine Leiche. Dass es mir so erging, dauerte mehr als acht Monate, gelähmt zu sein fast drei Jahre. Als ich auf allen vieren zu kriechen begann, pries ich Gott.“

In der Stille lasse ich diesen Teil von Teresas Leben noch einmal auf mich wirken.

Freiraum

Nichts soll dich verwirren,
nichts dich erschrecken.
Alles vergeht, Gott aber ändert sich nicht.
Gott alleine genügt.
Wer ihn hat, dem wird nichts fehlen.