Hindernisse

Lebens Liturgien

Folge 160

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Herzlich Willkommen zu LebensLiturgien, Staffel 5: „Gleichnisse – wie Gottes Reich kommt“. Denn das ist das große Thema von Jesus: dass Gottes Reich kommt, wie es kommt und wie es in ihm zugeht. In immer neuen Geschichten und Vergleichen bringt Jesus uns und unsere Welt in Berührung mit Gottes beglückend-irritierend-anderer Welt. Er erzählt dazu von Einbrechern, Weingärtnern und Witwen, von Weizenkörnern, Sauerteig, Reichtum und plötzlichem Tod. In den LebensLiturgien lassen wir uns von Jesus mit hineinnehmen: in diese Geschichten und in das Kommen seines Reiches, seiner Wirklichkeit

Zu Beginn lasse ich es ruhig werden in mir.

Ich atme langsam und bewusst.

Du, Herr, bist hier. Jetzt. In diesem Moment. Und in meinem Herzen.
Du, Herr, bist nah. Näher als mein Atem und mein Herzschlag. Näher als ich mir selbst bin.
Du, Herr, bist Wirklichkeit. Wirklicher noch als alle Freude, Schmerz oder Sorge.
Du, Herr, bist hier. Jetzt. Und schaust mich liebevoll an.

Wir hören Worte, in denen Jesus Gottes Reich beschreibt – und wie wir in ihm leben können.

Glücklich zu preisen sind die Sanftmütigen und die Friedensstifter. Denn sie werden die Erde besitzen und Kinder Gottes genannt werden.

Verzichtet also darauf, Böses mit Bösem zu vergelten. Haltet lieber die andere Wange hin.

Betet, dass Gottes gutes Reich kommt und sein Wille geschieht. Trachtet immer und überall zuerst nach seinem Reich und seiner Gerechtigkeit – dann wird Gott euch alles Übrige dazugeben.

Sorgt euch um nichts! Sammelt euch keine Reichtümer hier auf der Erde. Fragt euch nicht ständig: „Was wollen wir essen, anziehen oder kaufen?“ Sammelt euch lieber Schätze im Himmel und teilt, was Ihr habt, mit den Armen.

Wenn Ihr betet, tut es mit einfachen, ehrlichen Worten. Und wenn Ihr anderen Gutes tut, dann tut es mit Demut und Liebe.

Verurteilt und richtet niemanden, denn selig sind die Barmherzigen und die, die arm sind vor Gott.

Aus Matthäus, Kapitel 5-7

Sowohl das Gleichnis vom Senfkorn, wie auch das Gleichnis vom Sauerteig ist eine einzige Erfolgsgeschichte: aus dem winzig kleinen Senfkorn wächst eine große, üppige Staude und das winzige bisschen Sauerteig durchsäuert einen halben großen Sack Mehl. Gottes Reich kommt also, ist im Anbrechen, es wächst und gedeiht, unaufhaltsam.

Oder eben auch nicht …

Jesus redete lange und erklärte vieles in Gleichnissen. Unter anderem sagte er: „Hört zu! Ein Bauer ging auf den Acker, um zu säen. Beim Ausstreuen fiel ein Teil der Körner auf den Weg. Da kamen die Vögel und pickten sie auf. Ein anderer Teil fiel auf felsigen Boden, der nur von einer dünnen Erdschicht bedeckt war. Weil die Wurzeln nicht tief in den Boden dringen konnten, ging die Saat zwar bald auf, als dann aber die Sonne höher stieg, wurde sie versengt und vertrocknete, weil sie keine tiefer gehenden Wurzeln hatte. Wieder ein anderer Teil fiel unter Disteln, die die Saat bald überwucherten und erstickten, sodass sie keine Frucht brachte.“ 

Markus-Evangelium 4, 3-7

Ich gebe zu: mir tun diese Worte Jesu gut. Ich bin froh, dass Jesus vom Kommen seines Reiches auch so erzählt. Denn genau das ist es doch, was ich täglich an mir selbst, in meinem Umfeld und da draußen in der Welt erlebe und beobachte: Gottes gutes Reich ist alles andere als ein Selbstläufer. Friede, Liebe, Barmherzigkeit und Demut setzen sich eben gerade nicht automatisch durch – weder in meinem Herzen, noch in der Welt.

Interessanterweise erzählt Jesus dieses Gleichnis auf dem Höhepunkt seines Wirkens. Nur kurz vor seiner großen Gleichnisrede wird von Jesus erzählt: „Eine riesige Menschenmenge folgte Jesus. Jesus beauftragte seine Jünger, ein Boot bereitzuhalten, falls die Menge der Menschen ihn zu erdrücken drohte. Weil Jesus so viele Menschen heilte, drängten sich viele Kranke um ihn und versuchten, ihn zu berühren. Und alle, die von bösen Geistern besessen waren, fielen vor ihm nieder und schrien: »Du bist der Sohn Gottes!«.“ (Markus 3, 7-11)

Selbst mitten in dieser Erfolgsphase seines Wirkens ist es Jesus wichtig, darauf hinzuweisen, wie gefährdet und umkämpft die Sache Gottes stets ist. Und tatsächlich: als Jesus gefangengenommen und gekreuzigt wird, ist von dieser Menschenmenge so gut wie nichts mehr übrig. Ein großer Teil ruft „Kreuzige ihn!“, die Jünger fliehen und Judas verrät ihn für ein paar Silbermünzen.

Jesus redete lange und erklärte vieles in Gleichnissen. Unter anderem sagte er: „Hört zu! Ein Bauer ging auf den Acker, um zu säen. Beim Ausstreuen fiel ein Teil der Körner auf den Weg. Da kamen die Vögel und pickten sie auf. Ein anderer Teil fiel auf felsigen Boden, der nur von einer dünnen Erdschicht bedeckt war. Weil die Wurzeln nicht tief in den Boden dringen konnten, ging die Saat zwar bald auf, als dann aber die Sonne höher stieg, wurde sie versengt und vertrocknete, weil sie keine tiefer gehenden Wurzeln hatte. Wieder ein anderer Teil fiel unter Disteln, die die Saat bald überwucherten und erstickten, sodass sie keine Frucht brachte.“ 

Markus-Evangelium 4, 3-7

Wo in meiner Kirche oder in unserer Gesellschaft nehme ich gerade wahr, dass Gottes gutes Reich besonders auf dem Rückzug oder zumindest umkämpft ist?

Wenn möglich, nehme ich mir Im Anschluss an diese Folge noch ein paar Minuten Zeit und trete in der Fürbitte vor Gott hierfür ein.

Freiraum

Ich gehe in diesen Tag in dem Vertrauen und mit der Bitte, dass Gottes Reich kommt:

Herr, mein Gott, öffne meine Augen für deine Wirklichkeit:
für das, was du tust und für das, was du heute durch mich tun willst.
Lass dein Reich kommen und deinen guten Willen geschehen –
wie im Himmel, so in unseren Parlamenten und den Konzernzentralen unserer Wirtschaft genauso wie in unseren Schulen, Gefängnissen, Altersheimen und Kirchen.
Und natürlich auch in meinem Leben.
Sende zu all dem deinen Heiligen Geist,
denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit, in Ewigkeit. Amen.

Große Kraft

Lebens Liturgien

Folge 159

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Herzlich Willkommen zu LebensLiturgien, Staffel 5: „Gleichnisse – wie Gottes Reich kommt“. Denn das ist das große Thema von Jesus: dass Gottes Reich kommt, wie es kommt und wie es in ihm zugeht. In immer neuen Geschichten und Vergleichen bringt Jesus uns und unsere Welt in Berührung mit Gottes beglückend-irritierend-anderer Welt. Er erzählt dazu von Einbrechern, Weingärtnern und Witwen, von Weizenkörnern, Sauerteig, Reichtum und plötzlichem Tod. In den LebensLiturgien lassen wir uns von Jesus mit hineinnehmen: in diese Geschichten und in das Kommen seines Reiches, seiner Wirklichkeit

Zu Beginn lasse ich es ruhig werden in mir.

Ich atme langsam und bewusst.

Du, Herr, bist hier. Jetzt. In diesem Moment. Und in meinem Herzen.
Du, Herr, bist nah. Näher als mein Atem und mein Herzschlag. Näher als ich mir selbst bin.
Du, Herr, bist Wirklichkeit. Wirklicher noch als alle Freude, Schmerz oder Sorge.
Du, Herr, bist hier. Jetzt. Und schaust mich liebevoll an.

Wir hören Worte, in denen Jesus Gottes Reich beschreibt – und wie wir in ihm leben können.

Glücklich zu preisen sind die Sanftmütigen und die Friedensstifter. Denn sie werden die Erde besitzen und Kinder Gottes genannt werden.

Verzichtet also darauf, Böses mit Bösem zu vergelten. Haltet lieber die andere Wange hin.

Betet, dass Gottes gutes Reich kommt und sein Wille geschieht. Trachtet immer und überall zuerst nach seinem Reich und seiner Gerechtigkeit – dann wird Gott euch alles Übrige dazugeben.

Sorgt euch um nichts! Sammelt euch keine Reichtümer hier auf der Erde. Fragt euch nicht ständig: „Was wollen wir essen, anziehen oder kaufen?“ Sammelt euch lieber Schätze im Himmel und teilt, was Ihr habt, mit den Armen.

Wenn Ihr betet, tut es mit einfachen, ehrlichen Worten. Und wenn Ihr anderen Gutes tut, dann tut es mit Demut und Liebe.

Verurteilt und richtet niemanden, denn selig sind die Barmherzigen und die, die arm sind vor Gott.

Aus Matthäus, Kapitel 5-7

„Womit soll ich das Reich Gottes noch vergleichen?“, sagte Jesus. „Es ist wie mit ein bisschen  Sauerteig, den eine Frau nimmt und unter einen halben Sack Mehl mischt. Am Ende ist alles durchsäuert.“

Lukas-Evangelium 12, 20-21

Und wieder erzählt Jesus – wie bei seinem Gleichnis vom Senfkorn – von etwas, das anfangs sehr sehr klein und wenig ist, schließlich aber einen gewaltigen Effekt hat und Großes zustande bringt.

Dass das Reich Gottes meist klein und unscheinbar beginnt, davon hatten wir es ja bereits. Heute wollen wir zusammen mit Jesus darüber staunen, welche Kraft dem Reich Gottes innewohnt. Denn wenn die Bedingungen halbwegs stimmen, entfalten Senfkorn und Sauerteig ein enormes Wachstum.

Dieses Wachstum vollzieht sich zuallererst in unseren Herzen. Hat Gott einmal angefangen, uns mit seiner Liebe zu berühren und uns erleuchtete Augen des Herzens zu schenken, entfaltet dieser Reich-Gottes-Sauerteig seine Kraft und breitet sich – wenn die Bedingungen halbwegs stimmen – mehr und mehr in unserem Leben aus. Gott heilt und verändert unser Herz, unsere Beziehungen und lässt uns wachsen im Glauben, in der Hoffnung und in der Liebe.

Aber natürlich geht das Reich Gottes weit über unser eigenes Leben hinaus. Die allgemeinen Menschenrechte wurzeln in dem, was Jesus als Reich Gottes verkündet und gelebt hat. Seine Reich-Gottes-Kraft hat Krankenhäuser, Hospize und das internationale Rote Kreuz entstehen lassen, sie hat die Friedensgebete in der ehemaligen DDR angestoßen, genauso wie die Versöhnungs-Kommissionen nach dem Ende der Apartheid in Südafrika oder die Bürgerrechts-Bewegung um Martin-Luther King.

„Womit soll ich das Reich Gottes noch vergleichen?“, sagte Jesus. „Es ist wie mit ein bisschen  Sauerteig, den eine Frau nimmt und unter einen halben Sack Mehl mischt. Am Ende ist alles durchsäuert.“

Lukas-Evangelium 12, 20-21)

Wo habe ich in meinem Leben oder in meinem Umfeld schon etwas von dieser Reich-Gottes-Kraft miterlebt? Ich der Stille danke und preise ich Gott dafür.

Freiraum

Ich gehe in diesen Tag in dem Vertrauen und mit der Bitte, dass Gottes Reich kommt:

Herr, mein Gott, öffne meine Augen für deine Wirklichkeit:
für das, was du tust und für das, was du heute durch mich tun willst.
Lass dein Reich kommen und deinen guten Willen geschehen –
wie im Himmel, so in unseren Parlamenten und den Konzernzentralen unserer Wirtschaft genauso wie in unseren Schulen, Gefängnissen, Altersheimen und Kirchen.
Und natürlich auch in meinem Leben.
Sende zu all dem deinen Heiligen Geist,
denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit, in Ewigkeit. Amen.

Spannungen

Lebens Liturgien

Folge 158

Alle Folgen

Herzlich Willkommen zu LebensLiturgien, Staffel 5: „Gleichnisse – wie Gottes Reich kommt“. Denn das ist das große Thema von Jesus: dass Gottes Reich kommt, wie es kommt und wie es in ihm zugeht. In immer neuen Geschichten und Vergleichen bringt Jesus uns und unsere Welt in Berührung mit Gottes beglückend-irritierend-anderer Welt. Er erzählt dazu von Einbrechern, Weingärtnern und Witwen, von Weizenkörnern, Sauerteig, Reichtum und plötzlichem Tod. In den LebensLiturgien lassen wir uns von Jesus mit hineinnehmen: in diese Geschichten und in das Kommen seines Reiches, seiner Wirklichkeit

Zu Beginn lasse ich es ruhig werden in mir.

Ich atme langsam und bewusst.

Du, Herr, bist hier. Jetzt. In diesem Moment. Und in meinem Herzen.
Du, Herr, bist nah. Näher als mein Atem und mein Herzschlag. Näher als ich mir selbst bin.
Du, Herr, bist Wirklichkeit. Wirklicher noch als alle Freude, Schmerz oder Sorge.
Du, Herr, bist hier. Jetzt. Und schaust mich liebevoll an.

Wir hören Worte, in denen Jesus Gottes Reich beschreibt – und wie wir in ihm leben können.

Glücklich zu preisen sind die Sanftmütigen und die Friedensstifter. Denn sie werden die Erde besitzen und Kinder Gottes genannt werden.

Verzichtet also darauf, Böses mit Bösem zu vergelten. Haltet lieber die andere Wange hin.

Betet, dass Gottes gutes Reich kommt und sein Wille geschieht. Trachtet immer und überall zuerst nach seinem Reich und seiner Gerechtigkeit – dann wird Gott euch alles Übrige dazugeben.

Sorgt euch um nichts! Sammelt euch keine Reichtümer hier auf der Erde. Fragt euch nicht ständig: „Was wollen wir essen, anziehen oder kaufen?“ Sammelt euch lieber Schätze im Himmel und teilt, was Ihr habt, mit den Armen.

Wenn Ihr betet, tut es mit einfachen, ehrlichen Worten. Und wenn Ihr anderen Gutes tut, dann tut es mit Demut und Liebe.

Verurteilt und richtet niemanden, denn selig sind die Barmherzigen und die, die arm sind vor Gott.

Aus Matthäus, Kapitel 5-7

Jesus sagte: „Womit sollen wir das Reich Gottes vergleichen? Mit welchem Gleichnis können wir es darstellen? Nun: Es ist mit ihm wie mit einem Senfkorn. Das ist das kleinste aller Samenkörner, die man in die Erde sät. Aber wenn es einmal gesät ist, geht es auf und wird größer als alle Gartengewächse und treibt so große Zweige, dass in seinem Schatten die Vögel des Himmels nisten.

Markus-Evangelium 4, 30-32

„… und treibt so große Zweige, dass in seinem Schatten die Vögel des Himmels nisten“  

Diese Worte Jesu, die hier so harmlos und unschuldig daherkommen, haben es in sich. Sie verweisen auf ein Bild, mit dem damals die Macht orientalischer Könige beschrieben wurde: der jeweilige König und sein Reich wurden damals gerne im Bild eines riesigen Zedernbaums beschrieben – zum Beispiel im Hesekiel-Buch, Kapitel 31.

Eine königliche Zeder auf dem Libanon: prächtig war ihr Geäst, reichlich ihr Schatten, hoch ihr Wuchs. Ihre Zweige wurden zahlreich, als sie emporwuchs. Und alle Vögel des Himmels nisteten in ihren Zweigen. Und die vielen Nationen wohnten in ihrem Schatten.

Hesekiel 31, 3-6

Wenn Jesus in seinem Gleichnis vom Senfkorn davon erzählt, dass die Vögel des Himmels nun in der Senfkorn-Staude nisten, dann lässt er eine Spannung anklingen, die typisch ist für das Reich Gottes.

Auf der einen Seite ist Gottes Reich nicht von dieser Welt, es funktioniert anders, will etwas anderes: hier wird gedient, nicht geherrscht, das Reich Gottes ist kein politisches System und damit auch keine direkte System-Konkurrenz für Demokratien, Monarchien oder Diktaturen.

Und doch entstehen oft Reibungen, manchmal auch massive Spannungen, wenn Menschen so leben, dass Gottes Reich kommt und sein Wille geschieht. Wenn Menschen Gott mehr gehorchen als ihren Machthabern und deren Regeln. Wenn Prinzipien der Bergpredigt auf weltliche Gesetzmäßigkeiten treffen.

Zwischen der königlichen Zeder auf dem Libanon und der Senfstaude in Gottes Gemüsegarten kann es zu Spannungen kommen.

Eine königliche Zeder auf dem Libanon: prächtig war ihr Geäst, reichlich ihr Schatten, hoch ihr Wuchs. Ihre Zweige wurden zahlreich, als sie emporwuchs. Und alle Vögel des Himmels nisteten in ihren Zweigen. Und die vielen Nationen wohnten in ihrem Schatten.

Hesekiel 31, 3-6

Jesus sagte: „Womit sollen wir das Reich Gottes vergleichen? Mit welchem Gleichnis können wir es darstellen? Nun: Es ist mit ihm wie mit einem Senfkorn. Das ist das kleinste aller Samenkörner, die man in die Erde sät. Aber wenn es einmal gesät ist, geht es auf und wird größer als alle Gartengewächse und treibt so große Zweige, dass in seinem Schatten die Vögel des Himmels nisten.

Markus-Evangelium 4, 30-32

Nehme ich zur Zeit irgendwo eine bestimmte Spannung wahr zwischen dem, was aktuell politisch gewollt ist, und dem, wie Gott sich Leben vorstellt?

Freiraum

Ich gehe in diesen Tag in dem Vertrauen und mit der Bitte, dass Gottes Reich kommt:

Herr, mein Gott, öffne meine Augen für deine Wirklichkeit:
für das, was du tust und für das, was du heute durch mich tun willst.
Lass dein Reich kommen und deinen guten Willen geschehen –
wie im Himmel, so in unseren Parlamenten und den Konzernzentralen unserer Wirtschaft genauso wie in unseren Schulen, Gefängnissen, Altersheimen und Kirchen.
Und natürlich auch in meinem Leben.
Sende zu all dem deinen Heiligen Geist,
denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit, in Ewigkeit. Amen.

Klein und unscheinbar

Lebens Liturgien

Folge 157

Alle Folgen

Herzlich Willkommen zu LebensLiturgien, Staffel 5: „Gleichnisse – wie Gottes Reich kommt“. Denn das ist das große Thema von Jesus: dass Gottes Reich kommt, wie es kommt und wie es in ihm zugeht. In immer neuen Geschichten und Vergleichen bringt Jesus uns und unsere Welt in Berührung mit Gottes beglückend-irritierend-anderer Welt. Er erzählt dazu von Einbrechern, Weingärtnern und Witwen, von Weizenkörnern, Sauerteig, Reichtum und plötzlichem Tod. In den LebensLiturgien lassen wir uns von Jesus mit hineinnehmen: in diese Geschichten und in das Kommen seines Reiches, seiner Wirklichkeit

Zu Beginn lasse ich es ruhig werden in mir.

Ich atme langsam und bewusst.

Du, Herr, bist hier. Jetzt. In diesem Moment. Und in meinem Herzen.
Du, Herr, bist nah. Näher als mein Atem und mein Herzschlag. Näher als ich mir selbst bin.
Du, Herr, bist Wirklichkeit. Wirklicher noch als alle Freude, Schmerz oder Sorge.
Du, Herr, bist hier. Jetzt. Und schaust mich liebevoll an.

Wir hören Worte, in denen Jesus Gottes Reich beschreibt – und wie wir in ihm leben können.

Glücklich zu preisen sind die Sanftmütigen und die Friedensstifter. Denn sie werden die Erde besitzen und Kinder Gottes genannt werden.

Verzichtet also darauf, Böses mit Bösem zu vergelten. Haltet lieber die andere Wange hin.

Betet, dass Gottes gutes Reich kommt und sein Wille geschieht. Trachtet immer und überall zuerst nach seinem Reich und seiner Gerechtigkeit – dann wird Gott euch alles Übrige dazugeben.

Sorgt euch um nichts! Sammelt euch keine Reichtümer hier auf der Erde. Fragt euch nicht ständig: „Was wollen wir essen, anziehen oder kaufen?“ Sammelt euch lieber Schätze im Himmel und teilt, was Ihr habt, mit den Armen.

Wenn Ihr betet, tut es mit einfachen, ehrlichen Worten. Und wenn Ihr anderen Gutes tut, dann tut es mit Demut und Liebe.

Verurteilt und richtet niemanden, denn selig sind die Barmherzigen und die, die arm sind vor Gott.

Aus Matthäus, Kapitel 5-7

Wenn ich an Gottes Handeln und an das Kommen seines Reiches denke, dann denke ich instinktiv wuchtig und groß. Ich denke an die Erschaffung der Welt. An Israels Auszug aus der Sklaverei in Ägypten. An Davids Sieg über Goliath. Ich denke an Jesu Heilungen und Wunder und die Auferweckung seines Freundes Lazarus aus dem Tod. Ich denke an große Erweckungen in der Kirchengeschichte, an die Abschaffung der Sklaverei mit Hilfe von William Wilberforce oder den friedlichen Fall der Mauer von 1989. Wenn ich an Gottes Handeln und an das Kommen seines Reiches denke, dann denke ich instinktiv wuchtig und groß.

Jesus denkt anders.

Jesus sagte: „Womit sollen wir das Reich Gottes vergleichen? Mit welchem Gleichnis können wir es darstellen? Nun: Es ist mit ihm wie mit einem Senfkorn. Das ist das kleinste aller Samenkörner, die man in die Erde sät. Aber wenn es einmal gesät ist, geht es auf und wird größer als alle Gartengewächse und treibt so große Zweige, dass in seinem Schatten die Vögel des Himmels nisten.

Markus-Evangelium 4, 30-32

Wenn Jesus von Gottes Handeln und vom Kommen seines Reiches erzählt, erzählt er von einem Senfkorn – klein, unscheinbar, unterschätzt. Und gewöhnlich. Statt in majestätischen, überwältigenden Bildern erzählt Jesus vom Reich Gottes in den Bildern eines Gemüsegartens,  vergleicht Gottes himmlisches Reich mit dem Anbau von Kraut und Gemüse.

Gottes Handeln – so erzählt uns Jesus – beginnt und entfaltet sich bevorzugt im Kleinen, Unscheinbaren und Alltäglichen. Die ganz großen spektakulären Ereignisse und Wunder bleiben eine Ausnahme – und selbst diese großen, wunderbaren Ausnahmen gründen in kleinen, unscheinbaren Anfängen und haben eine lange Entwicklungsgeschichte.

Jesus sagte: „Womit sollen wir das Reich Gottes vergleichen? Mit welchem Gleichnis können wir es darstellen? Nun: Es ist mit ihm wie mit einem Senfkorn. Das ist das kleinste aller Samenkörner, die man in die Erde sät. Aber wenn es einmal gesät ist, geht es auf und wird größer als alle Gartengewächse und treibt so große Zweige, dass in seinem Schatten die Vögel des Himmels nisten.

Markus-Evangelium 4, 30-32

Wo übersehe ich aktuell Gottes Handeln in meinem Leben, weil es mir allzu klein, allzu gewöhnlich erscheint? In der Stille lasse ich mir dies von Gott zeigen …

Freiraum

Ich gehe in diesen Tag in dem Vertrauen und mit der Bitte, dass Gottes Reich kommt:

Herr, mein Gott, öffne meine Augen für deine Wirklichkeit:
für das, was du tust und für das, was du heute durch mich tun willst.
Lass dein Reich kommen und deinen guten Willen geschehen –
wie im Himmel, so in unseren Parlamenten und den Konzernzentralen unserer Wirtschaft genauso wie in unseren Schulen, Gefängnissen, Altersheimen und Kirchen.
Und natürlich auch in meinem Leben.
Sende zu all dem deinen Heiligen Geist,
denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit, in Ewigkeit. Amen.

„O Seele, suche mich in dir“

Lebens Liturgien

Folge 146

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Herzlich Willkommen zu „Lebensliturgien für den Alltag“ – Staffel 4: Teresa erzählt. Wir tauchen ein in das Leben von Teresa von Avila, einer der faszinierendsten Frauen der Kirchengeschichte: Mystikerin, Klostergründerin und Schriftstellerin. Radikal, liebenswert, ungezähmt und demütig.

Eine, die Gott auf tiefste Weise erlebt hat und davon berührend und herausfordernd erzählt. Jede LebensLiturgie beginnt und endet mit Gebeten, die immer gleichbleiben, biografische Erzählung und Impulse in der Mitte wechseln. Am intensivsten wirken die LebensLiturgien, wenn sie in Ruhe angehört werden. Und jetzt: viel Freude damit!

Zu Beginn meines Betens lege ich zur Seite, was mich beschäftigt und lasse es ruhig werden in mir.

Ich atme langsam und bewusst.

Ich sammle mich und bin ganz da.

Herr, auch du bist da, wohnst in mir und füllst mich mit deiner Liebe.

Ein Gebet von Paulus:

Und so knie ich nieder vor dem Vater, dem wahren Ursprung von allem, der unerschöpflich reich ist an Macht und Herrlichkeit.

Mein Gebet ist, dass Christus aufgrund des Glaubens in euren Herzen wohnt und euer Leben fest in der Liebe verwurzelt ist.

Das wird Euch dazu befähigen, die Liebe Christi zu erfassen in all ihren Dimensionen in voller Breite, in voller Länge, in ganzer Tiefe und all ihrer Höhe.

Ja ich bete darum, dass Ihr seine Liebe versteht, die doch weit über alles Verstehen hinausreicht, und dass Ihr auf diese Weise mehr und mehr mit der ganze Fülle des Lebens erfüllt werdet, das bei Gott zu finden ist.

Ihm, der mit seiner unerschöpflichen Kraft in uns am Werk ist und unendlich viel mehr zu tun vermag, als wir erbitten oder begreifen können, ihm gebührt durch Jesus Christus die Ehre in der Gemeinde von Generation zu Generation und für immer und ewig. Amen.

(aus Epheser 3)

In Strophe zwei des Gedichtes von Teresa fordert Gott uns auf, ihn in unserem Inneren zu suchen und zu finden: „O Seele, suche mich in dir“ fordert er unsere Seele auf.  „Du bist mein Haus und meine Bleibe, bist meine Heimat für und für“, so spricht er weiter.

„Und wenn dein Sehnen Mich nicht findet,
dann such‘ nicht dort und such‘ nicht hier:
gedenk, was dich im Tiefsten bindet,
dann, Seele, suche Mich in dir.
Du bist Mein Haus und Meine Bleibe,
bist Meine Heimat für und für:
Ich klopfe stets an deine Tür,
dass dich kein Trachten von Mir treibe.
Und meinst du, Ich sei fern von hier,
dann ruf Mich,
und du wirst erfassen,
dass Ich dich keinen Schritt verlasse.
O Seele, suche Mich in Dir.“

In diesen beiden Strophen findet Teresa also Worte für die geheimnisvolle Wirklichkeit, dass wir – wenn wir an Christus glauben – sowohl „in Christus“ sind als auch „Christus in uns“.

Wir hören das Gedicht nun noch einmal komplett. Welche Worte und Gedanken berühren mich besonders? In der anschließenden Stille wiederhole ich diese Worte leise in meinem Inneren.

O, Seele, suche dich in Mir:
die Liebe hat in Meinem Wesen,
dich abgebildet treu und klar,
kein Maler lässt so wunderbar,
o Seele, deine Züge lesen.
Hat doch die Liebe dich erkoren
als Meines Herzens schönste Zier:
bist du verwirrt, bist du verloren:
o Seele, suche dich in Mir.
In Meines Herzens Tiefe
trage Ich dein Porträt, so echt gemalt;
sähst du, wie es vor Leben strahlt,
verstummte jede bange Frage.

Und wenn dein Sehnen Mich nicht findet,
dann such‘ nicht dort und such‘ nicht hier:
gedenk, was dich im Tiefsten bindet,
dann, Seele, suche Mich in dir.
Du bist Mein Haus und Meine Bleibe,
bist Meine Heimat für und für:
Ich klopfe stets an deine Tür,
dass dich kein Trachten von Mir treibe.
Und meinst du, Ich sei fern von hier,
dann ruf Mich,
und du wirst erfassen,
dass Ich dich keinen Schritt verlasse.
O Seele, suche Mich in Dir.

Freiraum

Oh Heiliger Geist, komm in mein Leben und erfülle mich!

Ich für mich bin nichts weiter als ein leeres, zerbrechliches Gefäß: Erfülle mich, auf dass ich ein Leben aus deiner Kraft lebe.

Ein Leben voller Güte und Wahrheit, ein Leben voller Schönheit und Liebe, ein Leben voller Weisheit, Geduld und Stärke.

Aber vor allem: Lass Christus in mir Gestalt gewinnen!

Hilf den Thron in meinem Herzen räumen und mache Christus zu meinem Herrn und König,

auf dass wir eine Einheit werden: er in mir und ich in ihm. Heute und an allen Tagen.

Und in Ewigkeit. Amen.

Freiraum

Ich gehe in diesen Tag mit Worten von Teresa:

Nichts soll dich verwirren,
nichts dich erschrecken.
Alles vergeht, Gott aber ändert sich nicht.
Gott alleine genügt.
Wer ihn hat, dem wird nichts fehlen.

„O Seele, suche dich in mir …“

Lebens Liturgien

Folge 145

Alle Folgen

Herzlich Willkommen zu „Lebensliturgien für den Alltag“ – Staffel 4: Teresa erzählt. Wir tauchen ein in das Leben von Teresa von Avila, einer der faszinierendsten Frauen der Kirchengeschichte: Mystikerin, Klostergründerin und Schriftstellerin. Radikal, liebenswert, ungezähmt und demütig.

Eine, die Gott auf tiefste Weise erlebt hat und davon berührend und herausfordernd erzählt. Jede LebensLiturgie beginnt und endet mit Gebeten, die immer gleichbleiben, biografische Erzählung und Impulse in der Mitte wechseln. Am intensivsten wirken die LebensLiturgien, wenn sie in Ruhe angehört werden. Und jetzt: viel Freude damit!

Zu Beginn meines Betens lege ich zur Seite, was mich beschäftigt und lasse es ruhig werden in mir.

Ich atme langsam und bewusst.

Ich sammle mich und bin ganz da.

Herr, auch du bist da, wohnst in mir und füllst mich mit deiner Liebe.

Ein Gebet von Paulus:

Und so knie ich nieder vor dem Vater, dem wahren Ursprung von allem, der unerschöpflich reich ist an Macht und Herrlichkeit.

Mein Gebet ist, dass Christus aufgrund des Glaubens in euren Herzen wohnt und euer Leben fest in der Liebe verwurzelt ist.

Das wird Euch dazu befähigen, die Liebe Christi zu erfassen in all ihren Dimensionen in voller Breite, in voller Länge, in ganzer Tiefe und all ihrer Höhe.

Ja ich bete darum, dass Ihr seine Liebe versteht, die doch weit über alles Verstehen hinausreicht, und dass Ihr auf diese Weise mehr und mehr mit der ganze Fülle des Lebens erfüllt werdet, das bei Gott zu finden ist.

Ihm, der mit seiner unerschöpflichen Kraft in uns am Werk ist und unendlich viel mehr zu tun vermag, als wir erbitten oder begreifen können, ihm gebührt durch Jesus Christus die Ehre in der Gemeinde von Generation zu Generation und für immer und ewig. Amen.

(aus Epheser 3)

In den drei Jahren, die Teresa bis zu ihrem Tod nun noch bleiben, reist sie – im hohen Alter von Mitte Sechzig – noch einmal kreuz und quer durch Spanien, erlebt Siege und Niederlagen, gründet weitere vier Klöster und stirbt schließlich auf einer ihrer Reisen im Alter von 67 Jahren.

Die letzten beiden Folgen dieser Staffel sollen einem ihrer berühmtesten Gedichte gewidmet sein. Auf den ersten Blick bzw. beim ersten Hören mag das Gedicht ein wenig verwirren, deshalb hier zur Orientierung kurz schon mal der Inhalt.

Immer ist es Gott, der in diesen Gedichtworten spricht und immer spricht er zur menschlichen Seele, also zu unserem Innersten. In Strophe eins fordert Gott unsere Seele auf: „O Seele, suche dich in mir.“ Denn in Gott findet unsere Seele ein Abbild von sich selbst: wir finden in Gott ein Bild von uns, so wie Gott uns in seinem Herzen trägt. Wir selbst sind in Gottes Herz hineingemalt – und zwar so, wie Gott uns eigentlich geschaffen hat: voll innerer Schönheit, unbeschädigt, ohne Risse, Ängste oder Versklavungen.

Gott spricht:

„O, Seele, suche dich in Mir:
die Liebe hat in Meinem Wesen,
dich abgebildet treu und klar,
kein Maler lässt so wunderbar,
o Seele, deine Züge lesen.
Hat doch die Liebe dich erkoren
als Meines Herzens schönste Zier:
bist du verwirrt, bist du verloren:
o Seele, suche dich in Mir.
In Meines Herzens Tiefe
trage Ich dein Porträt, so echt gemalt;
sähst du, wie es vor Leben strahlt,
verstummte jede bange Frage.“

Wenn wir also wieder einmal an uns leiden, dann ruft uns Gott ganz leise ins Gebet, in die Stille vor ihm hinein. In dieser Stille erahnen wir – wenn Gott es schenkt – dass Gott uns ganz und gar wunderbar gemacht hat. Und dass Gott in sich selbst ein Bild von uns trägt, in dem wir ganz und gar unbeschädigt, erlöst, wunderschön und befreit sind. Je mehr Zeit wir in der Stille vor Gott verbringen, desto mehr färbt unser heiles, erlöstes Ich auf uns ab.

„O, Seele, suche dich in Mir:
die Liebe hat in Meinem Wesen,
dich abgebildet treu und klar,
kein Maler lässt so wunderbar,
o Seele, deine Züge lesen.
Hat doch die Liebe dich erkoren
als Meines Herzens schönste Zier:
bist du verwirrt, bist du verloren:
o Seele, suche dich in Mir.
In Meines Herzens Tiefe
trage Ich dein Porträt, so echt gemalt;
sähst du, wie es vor Leben strahlt,
verstummte jede bange Frage.“

In der Stille wende ich mich Gott ganz zu und versuche, etwas von meinem heilen, erlösten Ich in Gott zu spüren.

Freiraum

Oh Heiliger Geist, komm in mein Leben und erfülle mich!

Ich für mich bin nichts weiter als ein leeres, zerbrechliches Gefäß: Erfülle mich, auf dass ich ein Leben aus deiner Kraft lebe.

Ein Leben voller Güte und Wahrheit, ein Leben voller Schönheit und Liebe, ein Leben voller Weisheit, Geduld und Stärke.

Aber vor allem: Lass Christus in mir Gestalt gewinnen!

Hilf den Thron in meinem Herzen räumen und mache Christus zu meinem Herrn und König,

auf dass wir eine Einheit werden: er in mir und ich in ihm. Heute und an allen Tagen.

Und in Ewigkeit. Amen.

Freiraum

Ich gehe in diesen Tag mit Worten von Teresa:

Nichts soll dich verwirren,
nichts dich erschrecken.
Alles vergeht, Gott aber ändert sich nicht.
Gott alleine genügt.
Wer ihn hat, dem wird nichts fehlen.

Der Sturm – Teil II

Lebens Liturgien

Folge 144

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Herzlich Willkommen zu „Lebensliturgien für den Alltag“ – Staffel 4: Teresa erzählt. Wir tauchen ein in das Leben von Teresa von Avila, einer der faszinierendsten Frauen der Kirchengeschichte: Mystikerin, Klostergründerin und Schriftstellerin. Radikal, liebenswert, ungezähmt und demütig.

Eine, die Gott auf tiefste Weise erlebt hat und davon berührend und herausfordernd erzählt. Jede LebensLiturgie beginnt und endet mit Gebeten, die immer gleichbleiben, biografische Erzählung und Impulse in der Mitte wechseln. Am intensivsten wirken die LebensLiturgien, wenn sie in Ruhe angehört werden. Und jetzt: viel Freude damit!

Zu Beginn meines Betens lege ich zur Seite, was mich beschäftigt und lasse es ruhig werden in mir.

Ich atme langsam und bewusst.

Ich sammle mich und bin ganz da.

Herr, auch du bist da, wohnst in mir und füllst mich mit deiner Liebe.

Ein Gebet von Paulus:

Und so knie ich nieder vor dem Vater, dem wahren Ursprung von allem, der unerschöpflich reich ist an Macht und Herrlichkeit.

Mein Gebet ist, dass Christus aufgrund des Glaubens in euren Herzen wohnt und euer Leben fest in der Liebe verwurzelt ist.

Das wird Euch dazu befähigen, die Liebe Christi zu erfassen in all ihren Dimensionen in voller Breite, in voller Länge, in ganzer Tiefe und all ihrer Höhe.

Ja ich bete darum, dass Ihr seine Liebe versteht, die doch weit über alles Verstehen hinausreicht, und dass Ihr auf diese Weise mehr und mehr mit der ganze Fülle des Lebens erfüllt werdet, das bei Gott zu finden ist.

Ihm, der mit seiner unerschöpflichen Kraft in uns am Werk ist und unendlich viel mehr zu tun vermag, als wir erbitten oder begreifen können, ihm gebührt durch Jesus Christus die Ehre in der Gemeinde von Generation zu Generation und für immer und ewig. Amen.

(aus Epheser 3)

Kurz nachdem Johannes vom Kreuz aus seiner Gefangenschaft fliehen kann, treffen sich führende Männer der unbeschuhten Karmeliten, um im Geheimen zu beraten, was in dieser verzweifelten Situation getan werden kann.

Sie schmieden einen riskanten Plan: zwei aus ihrer Mitte sollen sich aufmachen nach Rom, um dort Unterstützer zu finden für die Gründung einer vom Stammorden unabhängigen Provinz für die Unbeschuhten. Teresa hält wenig von diesem Plan.

„Alle sind wir hier der Meinung, dass keine Brüder nach Rom gehen sollen, und zwar aus folgenden Gründen: erstens, da es nicht geheim vor sich geht, und sie vielleicht noch vor ihrer Abreise von den Brüdern gefasst werden, was bedeuten würde, sie dem Tod auszusetzen; zweitens, weil sie ihre Papiere und ihr Geld verlieren würden; drittens, weil sie mit den Geschäften in Rom nicht sehr erfahren sind; viertens, weil sie bei ihrer Ankunft dort als Klosterflüchtlinge aufgegriffen würden, da unser Pater General nicht mehr da ist, und sie letzten Endes durch die Straßen irrten und ohne Unterstützung da stünden. Allen hier kommt es abwegig vor, Brüder loszuschicken.“

Und Teresa behält Recht mit ihren Bedenken. Die Mission wird aufgedeckt und alle Dokumente, die sie mit sich führen, werden sichergestellt. Nun haben die Gegner der Unbeschuhten genügend Beweise in der Hand, um die Reformer als Abtrünnige und Verschwörer anzuklagen. Als Ergebnis dieser Anklage werden die Unbeschuhten per Dekret aus Rom dem Stammorden komplett unterstellt – womit die Reformbewegung im Grunde ausgelöscht ist.

Und Teresa? Hält dieses Unrecht tapfer aus – wie auch Jesus die falschen Beschuldigungen und Schläge damals ertragen hatte, ohne zurückzuschlagen. Für Teresa ist dies eine der wichtigsten Tugenden: nicht selbst die eigene Ehre verteidigen, sondern sich ganz Gott und dessen Tun anzuvertrauen.

Doch die Gegner in Rom geben sich mit ihrem Sieg nicht zufrieden. Der päpstliche Nuntius will die Reformbewegung komplett vernichten und stellt dem Dekret eine Anklageschrift zur Seite, die voller haltloser Verleumdungen ist: Gracian wird vorgeworfen, seine Visitationen in Nonnenklöstern ausgenutzt zu haben, um sich unerlaubterweise dort Frauen zu nähern. Der Planwagen, mit dem Teresa oft auf ihren Klostergründungsreisen unterwegs war, soll als fahrendes Bordell genutzt worden sein. Und von den unbeschuhten Frauenklöstern wird behauptet, dass sie voller Kinder seien, die auf den Reisen der Schwestern in Wirtshäusern durch Unzucht entstanden sind.

„Was mir sehr zu schaffen macht, ist, dass im Ermittlungsprozess einige Sachverhalte zur Sprache kamen, die, wie ich weiß, ganz sicher falsch sind. Dass es um Lügen und Rufmord geht, hat mich zutiefst getroffen. Es bedeutet eine große Schuld, so etwas vorzubringen!“

Mit dieser Anklageschrift aber haben die Gegner den Bogen überspannt. Über einige ihrer Kontakte wendet sich Teresa an den spanischen König und bittet diesen, sich ein realistisches Bild von der Lage und den Anschuldigungen zu verschaffen. König Philipp II. beruft ein Gremium von vier Beratern, die sowohl die Vorwürfe wie auch die Ereignisse der vergangenen Monate untersuchen.

Nach Vorstellung der Ergebnisse trifft der König folgende Entscheidung: das Dekret aus Rom wird für ungültig erklärt. Stattdessen bekommen die unbeschuhten Karmeliten einen eigenen Ordensoberen – und damit ein gutes Stück Unabhängigkeit. Alle festgehaltenen Mönche und Nonnen der Unbeschuhten müssen freigelassen werden und auch Teresa darf sich wieder frei bewegen – und sogar weitere Klöster gründen.

Wie reagiere ich, wenn mir Unrecht geschieht – in meiner Ehe, in Freundschaften oder am Arbeitsplatz? In der Stille komme ich mit Gott darüber ins Gespräch.

Freiraum

Oh Heiliger Geist, komm in mein Leben und erfülle mich!

Ich für mich bin nichts weiter als ein leeres, zerbrechliches Gefäß: Erfülle mich, auf dass ich ein Leben aus deiner Kraft lebe.

Ein Leben voller Güte und Wahrheit, ein Leben voller Schönheit und Liebe, ein Leben voller Weisheit, Geduld und Stärke.

Aber vor allem: Lass Christus in mir Gestalt gewinnen!

Hilf den Thron in meinem Herzen räumen und mache Christus zu meinem Herrn und König,

auf dass wir eine Einheit werden: er in mir und ich in ihm. Heute und an allen Tagen.

Und in Ewigkeit. Amen.

Freiraum

Ich gehe in diesen Tag mit Worten von Teresa:

Nichts soll dich verwirren,
nichts dich erschrecken.
Alles vergeht, Gott aber ändert sich nicht.
Gott alleine genügt.
Wer ihn hat, dem wird nichts fehlen.

Der Sturm

Lebens Liturgien

Folge 143

Alle Folgen

Herzlich Willkommen zu „Lebensliturgien für den Alltag“ – Staffel 4: Teresa erzählt. Wir tauchen ein in das Leben von Teresa von Avila, einer der faszinierendsten Frauen der Kirchengeschichte: Mystikerin, Klostergründerin und Schriftstellerin. Radikal, liebenswert, ungezähmt und demütig.

Eine, die Gott auf tiefste Weise erlebt hat und davon berührend und herausfordernd erzählt. Jede LebensLiturgie beginnt und endet mit Gebeten, die immer gleichbleiben, biografische Erzählung und Impulse in der Mitte wechseln. Am intensivsten wirken die LebensLiturgien, wenn sie in Ruhe angehört werden. Und jetzt: viel Freude damit!

Zu Beginn meines Betens lege ich zur Seite, was mich beschäftigt und lasse es ruhig werden in mir.

Ich atme langsam und bewusst.

Ich sammle mich und bin ganz da.

Herr, auch du bist da, wohnst in mir und füllst mich mit deiner Liebe.

Ein Gebet von Paulus:

Und so knie ich nieder vor dem Vater, dem wahren Ursprung von allem, der unerschöpflich reich ist an Macht und Herrlichkeit.

Mein Gebet ist, dass Christus aufgrund des Glaubens in euren Herzen wohnt und euer Leben fest in der Liebe verwurzelt ist.

Das wird Euch dazu befähigen, die Liebe Christi zu erfassen in all ihren Dimensionen in voller Breite, in voller Länge, in ganzer Tiefe und all ihrer Höhe.

Ja ich bete darum, dass Ihr seine Liebe versteht, die doch weit über alles Verstehen hinausreicht, und dass Ihr auf diese Weise mehr und mehr mit der ganze Fülle des Lebens erfüllt werdet, das bei Gott zu finden ist.

Ihm, der mit seiner unerschöpflichen Kraft in uns am Werk ist und unendlich viel mehr zu tun vermag, als wir erbitten oder begreifen können, ihm gebührt durch Jesus Christus die Ehre in der Gemeinde von Generation zu Generation und für immer und ewig. Amen.

(aus Epheser 3)

Es kommt nun zu einem riesigen Durcheinander von Kompetenzen. Sowohl am päpstlichen Hof wie auch am spanischen Königshof haben die unbeschuhten Karmeliten anfangs starke Fürsprecher. So kommt es dazu, dass Jeronimo Gracians Befugnisse noch erweitert werden: Gracian, Teresas enger Freund, ist nun offiziell Visitator für alle Karmelitischen Klöster in Kastilien und Andalusien – für die beschuhten und die unbeschuhten. Eine Aufgabe, die Gracian wahrnimmt, wobei er ständig aufpassen muss, bei Mahlzeiten in ihm feindlich gesinnten Klöstern nicht vergiftet zu werden.

Der Stammorden der Karmeliten mit Sitz in Rom dagegen bildet das gegnerische Lager und ernennt einen ganz anderen Jerónimo zum neuen Visitator aller Karmeliten in Spanien: Jerónimo Tostado. Vom Rom aus werden damit alle Kompetenzen von Jeronimo Gracian für null und nichtig erklärt. Als am päpstlichen Hof der letzte große Fürsprecher der unbeschuhten Karmeliten stirbt und stattdessen ein erklärter Feind Teresas dessen Amt antritt, beginnt die Verfolgung der unbeschuhten Karmeliten mit voller Härte. Jeronimo Gracian wird nun auch vom neuen Nuntius am päpstlichen Hof in seiner Funktion als Visitator für abgesetzt erklärt. Als Gracian dies nicht akzeptiert, wird ihm von dort mit Tod auf dem Scheiterhaufen gedroht. Daraufhin flieht Gracian und versteckt sich in einer Einsiedlerhöhle.

Im bis dahin unreformierten Menschwerdungskloster von Avila, in dem Teresa viele Jahre gelebt hat, kommt es in dieser Zeit zu einem Skandal. Teresa schreibt darüber in einem Brief folgendes:

„Es diene Eurer Ehrwürden zur Kenntnis, dass im hiesigen Kloster zur Menschwerdung etwas vorgefallen ist, dergleichen man wohl nach meiner Ansicht sonst nirgends erlebt hat. Auf Befehl des Paters Tostado kam heute vor vierzehn Tagen der Provinzial der „Beschuhten“ in dieses Kloster, um dort die Wahl der neuen Priorin zu leiten. Gleich anfangs drohte er mit Kirchenstrafen und der Exkommunikation all derer, die mir ihre Stimme geben würden. Allein dies kümmerte sie nicht. 55 Nonnen gaben mir ihre Stimme. Bei jedem Stimmzettel der auf mich fiel, exkommunizierte und verfluchte er die Nonne, die ihm denselben gab. Er schlug mit der Faust auf die Stimmzettel, zerknitterte und verbrannte sie dann. Diese Nonnen sind nun seit 14 Tagen exkommuniziert.“

Schließlich kommt es zur bereits erwähnten Entführung von Johannes vom Kreuz. In einer bitterkalten Dezembernacht entführt eine Gruppe von beschuhten Mönchen mit bewaffneten Begleitern Johannes vom Kreuz. Er wird vor ein selbsternanntes Tribunal von Beschuhten gestellt. Als er sich weigert, den Reformbestrebungen abzuschwören, wird er in einen Kerker geworfen, der so eng und niedrig ist, dass selbst der kleinwüchsige Johannes darin nicht aufrecht stehen kann. Ab und zu holen seine Peiniger ihn aus der Zelle, schlagen und verhöhnen ihn oder zwingen ihn zuzusehen, wie sie ein üppiges Mahl verzehren. Erst neun Monate später gelingt es Johannes, mithilfe einiger notdürftig zu einem Seil zusammengebundener Lumpen aus seinem kleinen Kerkerfenster zu fliehen.

Teresa, der das Reisen aus Rom verboten wurde, kann gegen all dies nichts machen – außer immer wieder aus ihrer Klosterzelle Briefe an den spanischen Königshof zu schreiben, also an den Ort, wo die letzten einflussreichen Unterstützer ihrer Reformen zu finden sind. Doch ihre Briefe verhallen ungehört.

Gibt es einen Bereich in meinem Leben, in meiner Familie oder in meiner Kirchengemeinde, wo ich mich ähnlich hilflos fühle wie Teresa? In der Stille komme ich mit Gott darüber ins Gespräch.

Freiraum

Oh Heiliger Geist, komm in mein Leben und erfülle mich!

Ich für mich bin nichts weiter als ein leeres, zerbrechliches Gefäß: Erfülle mich, auf dass ich ein Leben aus deiner Kraft lebe.

Ein Leben voller Güte und Wahrheit, ein Leben voller Schönheit und Liebe, ein Leben voller Weisheit, Geduld und Stärke.

Aber vor allem: Lass Christus in mir Gestalt gewinnen!

Hilf den Thron in meinem Herzen räumen und mache Christus zu meinem Herrn und König,

auf dass wir eine Einheit werden: er in mir und ich in ihm. Heute und an allen Tagen.

Und in Ewigkeit. Amen.

Freiraum

Ich gehe in diesen Tag mit Worten von Teresa:

Nichts soll dich verwirren,
nichts dich erschrecken.
Alles vergeht, Gott aber ändert sich nicht.
Gott alleine genügt.
Wer ihn hat, dem wird nichts fehlen.

Ein Sturm braut sich zusammen – Teil II

Lebens Liturgien

Folge 142

Alle Folgen

Herzlich Willkommen zu „Lebensliturgien für den Alltag“ – Staffel 4: Teresa erzählt. Wir tauchen ein in das Leben von Teresa von Avila, einer der faszinierendsten Frauen der Kirchengeschichte: Mystikerin, Klostergründerin und Schriftstellerin. Radikal, liebenswert, ungezähmt und demütig.

Eine, die Gott auf tiefste Weise erlebt hat und davon berührend und herausfordernd erzählt. Jede LebensLiturgie beginnt und endet mit Gebeten, die immer gleichbleiben, biografische Erzählung und Impulse in der Mitte wechseln. Am intensivsten wirken die LebensLiturgien, wenn sie in Ruhe angehört werden. Und jetzt: viel Freude damit!

Zu Beginn meines Betens lege ich zur Seite, was mich beschäftigt und lasse es ruhig werden in mir.

Ich atme langsam und bewusst.

Ich sammle mich und bin ganz da.

Herr, auch du bist da, wohnst in mir und füllst mich mit deiner Liebe.

Ein Gebet von Paulus:

Und so knie ich nieder vor dem Vater, dem wahren Ursprung von allem, der unerschöpflich reich ist an Macht und Herrlichkeit.

Mein Gebet ist, dass Christus aufgrund des Glaubens in euren Herzen wohnt und euer Leben fest in der Liebe verwurzelt ist.

Das wird Euch dazu befähigen, die Liebe Christi zu erfassen in all ihren Dimensionen in voller Breite, in voller Länge, in ganzer Tiefe und all ihrer Höhe.

Ja ich bete darum, dass Ihr seine Liebe versteht, die doch weit über alles Verstehen hinausreicht, und dass Ihr auf diese Weise mehr und mehr mit der ganze Fülle des Lebens erfüllt werdet, das bei Gott zu finden ist.

Ihm, der mit seiner unerschöpflichen Kraft in uns am Werk ist und unendlich viel mehr zu tun vermag, als wir erbitten oder begreifen können, ihm gebührt durch Jesus Christus die Ehre in der Gemeinde von Generation zu Generation und für immer und ewig. Amen.

(aus Epheser 3)

Im Mai 1572 holt Teresa Johannes vom Kreuz aus seinem Kloster zu sich nach Avila, um in der geistlichen Erziehung der Schwestern eine Unterstützung zu haben. In den nächsten Jahren setzt sie ihn zusätzlich überall da ein, wo sie ihre Reformen in Gefahr sieht.

Als sie erfährt, dass im Männerkloster in Pastrana ein Mönch die Leitung übernommen hat, der seinen Novizen Schläge auf den nackten Rücken verabreichen lässt, um ihre Leidensfähigkeit zu prüfen, schickt Teresa ihren Vertrauten Johannes. Dessen Eingreifen ist es zu verdanken, dass einer der dortigen jungen Novizen sein Noviziat nun doch nicht abbricht. Sein Name: Jerónimo Gracián, ein kluger junger Mann mit freundlichem und einnehmendem Wesen.

Nur ein Jahr später, nach dem Ablegen seines Gelübdes, wird Jerónimo Gracián – ein unfertiger, 28-jähriger Mönch – zum Apostolischen Visitator des Ordens der unbeschuhten Karmeliten in der Provinz Andalusien ernannt … und gerät damit hinein in eine gefährliche, hochpolitische Auseinandersetzung zwischen dem spanischen Königshof und dem Vatikan in Rom, zwischen dem Zweig der unbeschuhten Karmeliten, deren Herz ganz in Spanien schlägt  und dem unreformierten Stammorden, der von Rom aus geleitet wird.

Der Hintergrund dieses Konflikts ist: König Philipp II. von Spanien will nicht nur Spanien regieren, sondern auch die spanische Kirche reformieren. In diesem Zuge beginnt er, den großen, traditionsreichen Stammorden der Karmeliten in Spanien immer mehr ins Abseits zu stellen und durch den reformierten Zweig der unbeschuhten Karmeliten rund um Teresa und Johannes vom Kreuz zu ersetzen.

Ohne Absprache mit dem römischen Generaloberen Rossi, der Teresa sieben Jahre zuvor die Gründung reformierter Frauen- und Männerklöster erlaubt hat, ernennt der spanische König nun eigene Visitatoren für die spanischen Klöster. Diese beginnen, zunehmend reformierte Männer und Frauen auf wichtige Posten in bis dahin unreformierten Klöstern einzusetzen, wodurch es zu massiven Spannungen in vielen Klöstern kommt. Teresa scheint davon wenig zu spüren. Mit Blick auf ein solches Vorgehen im Männerkloster von Avila schreibt sie zufrieden:

„Für das hiesige Kloster wurden Prior, Subprior, Pförtner und Sakristan durch Unbeschuhte ersetzt, und hier wirkt nun ein Heiliger als Beichtvater. Er hat großen Nutzen gebracht, und dies alles ist nach meinem Geschmack. Das war großartig und ich hoffe im Herrn, dass es so bleibt.“

Als Jeronimo Gracian und Teresa nun auch noch beginnen, gegen den erklärten Willen des Generaloberen Rossi, in einer neuen spanischen Provinz (in Andalusien) zu wirken und Klöster zu gründen, nutzen wichtige Männer aus dem unreformierten Teil des Ordens dessen Verärgerung. Auf einer Versammlung der leitenden Männer des Karmeliterordens werden weitreichende Entscheidungen gegen die Reformbewegung beschlossen: alle Männerklöster, die ohne die Erlaubnis des Ordensoberen gegründet wurden, sind aufzulösen. Sogenannte „ungehorsame Söhne“ wie Jerónimo Gracián und Johannes vom Kreuz sollen ihrer Ämter enthoben und exkommuniziert (also aus der Kirche ausgeschlossen) werden. Und Teresa bekommt den Befehl, sich in ein Kloster ihrer Wahl zurückzuziehen und dieses Kloster nicht mehr zu verlassen.

Ich lasse all das komplexe Gezerre noch einmal auf mich wirken. Ich mache mir klar, dass Kirche nie völlig unabhängig von Politik und Machtstreben ist. In der Stille trete ich vor Gott für die ein, die meine Kirche leiten und bitte um ein weises, geistliches Herz.

Freiraum

Oh Heiliger Geist, komm in mein Leben und erfülle mich!

Ich für mich bin nichts weiter als ein leeres, zerbrechliches Gefäß: Erfülle mich, auf dass ich ein Leben aus deiner Kraft lebe.

Ein Leben voller Güte und Wahrheit, ein Leben voller Schönheit und Liebe, ein Leben voller Weisheit, Geduld und Stärke.

Aber vor allem: Lass Christus in mir Gestalt gewinnen!

Hilf den Thron in meinem Herzen räumen und mache Christus zu meinem Herrn und König,

auf dass wir eine Einheit werden: er in mir und ich in ihm. Heute und an allen Tagen.

Und in Ewigkeit. Amen.

Freiraum

Ich gehe in diesen Tag mit Worten von Teresa:

Nichts soll dich verwirren,
nichts dich erschrecken.
Alles vergeht, Gott aber ändert sich nicht.
Gott alleine genügt.
Wer ihn hat, dem wird nichts fehlen.

Ein Sturm braut sich zusammen – Teil I

Lebens Liturgien

Folge 141

Alle Folgen

Herzlich Willkommen zu „Lebensliturgien für den Alltag“ – Staffel 4: Teresa erzählt. Wir tauchen ein in das Leben von Teresa von Avila, einer der faszinierendsten Frauen der Kirchengeschichte: Mystikerin, Klostergründerin und Schriftstellerin. Radikal, liebenswert, ungezähmt und demütig.

Eine, die Gott auf tiefste Weise erlebt hat und davon berührend und herausfordernd erzählt. Jede LebensLiturgie beginnt und endet mit Gebeten, die immer gleichbleiben, biografische Erzählung und Impulse in der Mitte wechseln. Am intensivsten wirken die LebensLiturgien, wenn sie in Ruhe angehört werden. Und jetzt: viel Freude damit!

Zu Beginn meines Betens lege ich zur Seite, was mich beschäftigt und lasse es ruhig werden in mir.

Ich atme langsam und bewusst.

Ich sammle mich und bin ganz da.

Herr, auch du bist da, wohnst in mir und füllst mich mit deiner Liebe.

Ein Gebet von Paulus:

Und so knie ich nieder vor dem Vater, dem wahren Ursprung von allem, der unerschöpflich reich ist an Macht und Herrlichkeit.

Mein Gebet ist, dass Christus aufgrund des Glaubens in euren Herzen wohnt und euer Leben fest in der Liebe verwurzelt ist.

Das wird Euch dazu befähigen, die Liebe Christi zu erfassen in all ihren Dimensionen in voller Breite, in voller Länge, in ganzer Tiefe und all ihrer Höhe.

Ja ich bete darum, dass Ihr seine Liebe versteht, die doch weit über alles Verstehen hinausreicht, und dass Ihr auf diese Weise mehr und mehr mit der ganze Fülle des Lebens erfüllt werdet, das bei Gott zu finden ist.

Ihm, der mit seiner unerschöpflichen Kraft in uns am Werk ist und unendlich viel mehr zu tun vermag, als wir erbitten oder begreifen können, ihm gebührt durch Jesus Christus die Ehre in der Gemeinde von Generation zu Generation und für immer und ewig. Amen.

(aus Epheser 3)

Als Teresa etwa sechzig Jahre alt ist, geschehen auf verschiedenen Ebenen eine ganze Reihe von Dingen, die ihr Lebenswerk zu zerstören drohen.

Eine massive Schwierigkeit taucht in ihrer Klostergründung in Pastrana auf. Dass es dort überhaupt ein Kloster gibt, ist bereits das Resultat von Schwierigkeiten. Denn eines Tages steht eine vornehme Karosse vor Teresas Haus und ein Bote, der Teresa nachdrücklich einlädt an den Hof der jungen Prinzessin Eboli: schön, einäugig, klug, stolz, herrschsüchtig und intrigant. Diese will auf ihrem Gebiet nun endlich auch so ein Kloster von der Frau gegründet haben, über die ganz Spanien spricht. Teresa gibt dem Drängen nach, sichert dem Kloster ein finanzielles Auskommen aus dem Geldbeutel der Prinzessin und übersteht eine Machtprobe, als die Prinzessin die Aufnahme einiger Frauen in das Kloster erzwingen will, die Teresa für ungeeignet hält. In den ersten Jahren entwickelt sich das Kloster gut.

„Was die Schwestern anbelangt, erfuhr deren dortiges Kloster große Gunst und von Seiten der Prinzessin viel Zuwendung in Form von Geschenken und guter Behandlung.“

Dann aber stirbt der Fürst von Eboli. Seine hochschwangere Frau, die Prinzessin von Eboli, packt voller Trauer einige Sachen zusammen, kleidet sich in eine verschlissene Kutte und taucht zusammen mit ihrer Mutter und einigen Dienerinnen vor der Pforte des Karmeliterinnenklosters auf und bittet um Aufnahme als einfache Nonne. Als die dortige Priorin informiert wird, ruft sie aus: „Wie sind verloren!“ und behält recht. Anfangs fügt sich die Prinzessin in die Regeln des Klosterlebens, dann aber fordert sie Sonderbehandlungen und reagiert wütend und stolz, als die Priorin ihr diese verweigert.

„Die gute Behandlung währte, bis die Prinzessin nach dem Tod des Fürsten dort eintrat, verursacht durch den Bösen oder vielleicht auch, weil der Herr es erlaubt hat (seine Majestät weiß warum).“

Schließlich zieht die Prinzessin – wütend und rachsüchtig – wieder zurück in ihren Palast und beginnt, die Schwestern von dort aus mit großem Einfallsreichtum zu schikanieren. Als dies immer unerträglicher wird, beschließt Teresa zu handeln. Sie gründet in etwa 150 Kilometern Entfernung, ein neues Kloster und lässt in einer Nacht- und Nebelaktion alle Schwestern aus Pastrana fortziehen, um dort ein neues Zuhause zu finden.

„Sie zogen nach dorthin um und ließen alles, was die Prinzessin ihnen gegeben hatte, zurück. Auch die Leute des Ortes ließen sie voll Trauer zurück. Ich jedoch erlebte die größte Freude der Welt, als ich sie nun unbehelligt wusste, denn ich war gut informiert, dass sie an dem Ärger der Prinzessin ganz schuldlos waren.“

Als die Prinzessin von dieser Aktion erfährt, ist sie tief in ihrer Ehre verletzt. Sie empfindet die Auflösung des Klosters als Verrat und wandelt sich zu einer Feindin Teresas. Es gelingt ihr, an wichtige, nichtöffentliche autobiografische Schriften Teresas zu kommen und spielt diese der Inquisition mit dem Hinweis zu, dass diese Notizen eine gefährliche Lehre enthalten.

Gibt es einen solchen Feind, also einen Menschen, der mir bewusst schaden will, auch in meinem Leben? Falls nicht, danke ich Gott von Herzen dafür. Falls doch, versuche ich mich an Jesu Gebot der Feindesliebe und ringe mich zu einem kurzen Segensgebet für diese Person durch – und bete zugleich für mich um Gottes Schutz.

Freiraum

Oh Heiliger Geist, komm in mein Leben und erfülle mich!

Ich für mich bin nichts weiter als ein leeres, zerbrechliches Gefäß: Erfülle mich, auf dass ich ein Leben aus deiner Kraft lebe.

Ein Leben voller Güte und Wahrheit, ein Leben voller Schönheit und Liebe, ein Leben voller Weisheit, Geduld und Stärke.

Aber vor allem: Lass Christus in mir Gestalt gewinnen!

Hilf den Thron in meinem Herzen räumen und mache Christus zu meinem Herrn und König,

auf dass wir eine Einheit werden: er in mir und ich in ihm. Heute und an allen Tagen.

Und in Ewigkeit. Amen.

Freiraum

Ich gehe in diesen Tag mit Worten von Teresa:

Nichts soll dich verwirren,
nichts dich erschrecken.
Alles vergeht, Gott aber ändert sich nicht.
Gott alleine genügt.
Wer ihn hat, dem wird nichts fehlen.