Hindernisse

Lebens Liturgien

Folge 160

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Herzlich Willkommen zu LebensLiturgien, Staffel 5: „Gleichnisse – wie Gottes Reich kommt“. Denn das ist das große Thema von Jesus: dass Gottes Reich kommt, wie es kommt und wie es in ihm zugeht. In immer neuen Geschichten und Vergleichen bringt Jesus uns und unsere Welt in Berührung mit Gottes beglückend-irritierend-anderer Welt. Er erzählt dazu von Einbrechern, Weingärtnern und Witwen, von Weizenkörnern, Sauerteig, Reichtum und plötzlichem Tod. In den LebensLiturgien lassen wir uns von Jesus mit hineinnehmen: in diese Geschichten und in das Kommen seines Reiches, seiner Wirklichkeit

Zu Beginn lasse ich es ruhig werden in mir.

Ich atme langsam und bewusst.

Du, Herr, bist hier. Jetzt. In diesem Moment. Und in meinem Herzen.
Du, Herr, bist nah. Näher als mein Atem und mein Herzschlag. Näher als ich mir selbst bin.
Du, Herr, bist Wirklichkeit. Wirklicher noch als alle Freude, Schmerz oder Sorge.
Du, Herr, bist hier. Jetzt. Und schaust mich liebevoll an.

Wir hören Worte, in denen Jesus Gottes Reich beschreibt – und wie wir in ihm leben können.

Glücklich zu preisen sind die Sanftmütigen und die Friedensstifter. Denn sie werden die Erde besitzen und Kinder Gottes genannt werden.

Verzichtet also darauf, Böses mit Bösem zu vergelten. Haltet lieber die andere Wange hin.

Betet, dass Gottes gutes Reich kommt und sein Wille geschieht. Trachtet immer und überall zuerst nach seinem Reich und seiner Gerechtigkeit – dann wird Gott euch alles Übrige dazugeben.

Sorgt euch um nichts! Sammelt euch keine Reichtümer hier auf der Erde. Fragt euch nicht ständig: „Was wollen wir essen, anziehen oder kaufen?“ Sammelt euch lieber Schätze im Himmel und teilt, was Ihr habt, mit den Armen.

Wenn Ihr betet, tut es mit einfachen, ehrlichen Worten. Und wenn Ihr anderen Gutes tut, dann tut es mit Demut und Liebe.

Verurteilt und richtet niemanden, denn selig sind die Barmherzigen und die, die arm sind vor Gott.

Aus Matthäus, Kapitel 5-7

Sowohl das Gleichnis vom Senfkorn, wie auch das Gleichnis vom Sauerteig ist eine einzige Erfolgsgeschichte: aus dem winzig kleinen Senfkorn wächst eine große, üppige Staude und das winzige bisschen Sauerteig durchsäuert einen halben großen Sack Mehl. Gottes Reich kommt also, ist im Anbrechen, es wächst und gedeiht, unaufhaltsam.

Oder eben auch nicht …

Jesus redete lange und erklärte vieles in Gleichnissen. Unter anderem sagte er: „Hört zu! Ein Bauer ging auf den Acker, um zu säen. Beim Ausstreuen fiel ein Teil der Körner auf den Weg. Da kamen die Vögel und pickten sie auf. Ein anderer Teil fiel auf felsigen Boden, der nur von einer dünnen Erdschicht bedeckt war. Weil die Wurzeln nicht tief in den Boden dringen konnten, ging die Saat zwar bald auf, als dann aber die Sonne höher stieg, wurde sie versengt und vertrocknete, weil sie keine tiefer gehenden Wurzeln hatte. Wieder ein anderer Teil fiel unter Disteln, die die Saat bald überwucherten und erstickten, sodass sie keine Frucht brachte.“ 

Markus-Evangelium 4, 3-7

Ich gebe zu: mir tun diese Worte Jesu gut. Ich bin froh, dass Jesus vom Kommen seines Reiches auch so erzählt. Denn genau das ist es doch, was ich täglich an mir selbst, in meinem Umfeld und da draußen in der Welt erlebe und beobachte: Gottes gutes Reich ist alles andere als ein Selbstläufer. Friede, Liebe, Barmherzigkeit und Demut setzen sich eben gerade nicht automatisch durch – weder in meinem Herzen, noch in der Welt.

Interessanterweise erzählt Jesus dieses Gleichnis auf dem Höhepunkt seines Wirkens. Nur kurz vor seiner großen Gleichnisrede wird von Jesus erzählt: „Eine riesige Menschenmenge folgte Jesus. Jesus beauftragte seine Jünger, ein Boot bereitzuhalten, falls die Menge der Menschen ihn zu erdrücken drohte. Weil Jesus so viele Menschen heilte, drängten sich viele Kranke um ihn und versuchten, ihn zu berühren. Und alle, die von bösen Geistern besessen waren, fielen vor ihm nieder und schrien: »Du bist der Sohn Gottes!«.“ (Markus 3, 7-11)

Selbst mitten in dieser Erfolgsphase seines Wirkens ist es Jesus wichtig, darauf hinzuweisen, wie gefährdet und umkämpft die Sache Gottes stets ist. Und tatsächlich: als Jesus gefangengenommen und gekreuzigt wird, ist von dieser Menschenmenge so gut wie nichts mehr übrig. Ein großer Teil ruft „Kreuzige ihn!“, die Jünger fliehen und Judas verrät ihn für ein paar Silbermünzen.

Jesus redete lange und erklärte vieles in Gleichnissen. Unter anderem sagte er: „Hört zu! Ein Bauer ging auf den Acker, um zu säen. Beim Ausstreuen fiel ein Teil der Körner auf den Weg. Da kamen die Vögel und pickten sie auf. Ein anderer Teil fiel auf felsigen Boden, der nur von einer dünnen Erdschicht bedeckt war. Weil die Wurzeln nicht tief in den Boden dringen konnten, ging die Saat zwar bald auf, als dann aber die Sonne höher stieg, wurde sie versengt und vertrocknete, weil sie keine tiefer gehenden Wurzeln hatte. Wieder ein anderer Teil fiel unter Disteln, die die Saat bald überwucherten und erstickten, sodass sie keine Frucht brachte.“ 

Markus-Evangelium 4, 3-7

Wo in meiner Kirche oder in unserer Gesellschaft nehme ich gerade wahr, dass Gottes gutes Reich besonders auf dem Rückzug oder zumindest umkämpft ist?

Wenn möglich, nehme ich mir Im Anschluss an diese Folge noch ein paar Minuten Zeit und trete in der Fürbitte vor Gott hierfür ein.

Freiraum

Ich gehe in diesen Tag in dem Vertrauen und mit der Bitte, dass Gottes Reich kommt:

Herr, mein Gott, öffne meine Augen für deine Wirklichkeit:
für das, was du tust und für das, was du heute durch mich tun willst.
Lass dein Reich kommen und deinen guten Willen geschehen –
wie im Himmel, so in unseren Parlamenten und den Konzernzentralen unserer Wirtschaft genauso wie in unseren Schulen, Gefängnissen, Altersheimen und Kirchen.
Und natürlich auch in meinem Leben.
Sende zu all dem deinen Heiligen Geist,
denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit, in Ewigkeit. Amen.

Große Kraft

Lebens Liturgien

Folge 159

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Herzlich Willkommen zu LebensLiturgien, Staffel 5: „Gleichnisse – wie Gottes Reich kommt“. Denn das ist das große Thema von Jesus: dass Gottes Reich kommt, wie es kommt und wie es in ihm zugeht. In immer neuen Geschichten und Vergleichen bringt Jesus uns und unsere Welt in Berührung mit Gottes beglückend-irritierend-anderer Welt. Er erzählt dazu von Einbrechern, Weingärtnern und Witwen, von Weizenkörnern, Sauerteig, Reichtum und plötzlichem Tod. In den LebensLiturgien lassen wir uns von Jesus mit hineinnehmen: in diese Geschichten und in das Kommen seines Reiches, seiner Wirklichkeit

Zu Beginn lasse ich es ruhig werden in mir.

Ich atme langsam und bewusst.

Du, Herr, bist hier. Jetzt. In diesem Moment. Und in meinem Herzen.
Du, Herr, bist nah. Näher als mein Atem und mein Herzschlag. Näher als ich mir selbst bin.
Du, Herr, bist Wirklichkeit. Wirklicher noch als alle Freude, Schmerz oder Sorge.
Du, Herr, bist hier. Jetzt. Und schaust mich liebevoll an.

Wir hören Worte, in denen Jesus Gottes Reich beschreibt – und wie wir in ihm leben können.

Glücklich zu preisen sind die Sanftmütigen und die Friedensstifter. Denn sie werden die Erde besitzen und Kinder Gottes genannt werden.

Verzichtet also darauf, Böses mit Bösem zu vergelten. Haltet lieber die andere Wange hin.

Betet, dass Gottes gutes Reich kommt und sein Wille geschieht. Trachtet immer und überall zuerst nach seinem Reich und seiner Gerechtigkeit – dann wird Gott euch alles Übrige dazugeben.

Sorgt euch um nichts! Sammelt euch keine Reichtümer hier auf der Erde. Fragt euch nicht ständig: „Was wollen wir essen, anziehen oder kaufen?“ Sammelt euch lieber Schätze im Himmel und teilt, was Ihr habt, mit den Armen.

Wenn Ihr betet, tut es mit einfachen, ehrlichen Worten. Und wenn Ihr anderen Gutes tut, dann tut es mit Demut und Liebe.

Verurteilt und richtet niemanden, denn selig sind die Barmherzigen und die, die arm sind vor Gott.

Aus Matthäus, Kapitel 5-7

„Womit soll ich das Reich Gottes noch vergleichen?“, sagte Jesus. „Es ist wie mit ein bisschen  Sauerteig, den eine Frau nimmt und unter einen halben Sack Mehl mischt. Am Ende ist alles durchsäuert.“

Lukas-Evangelium 12, 20-21

Und wieder erzählt Jesus – wie bei seinem Gleichnis vom Senfkorn – von etwas, das anfangs sehr sehr klein und wenig ist, schließlich aber einen gewaltigen Effekt hat und Großes zustande bringt.

Dass das Reich Gottes meist klein und unscheinbar beginnt, davon hatten wir es ja bereits. Heute wollen wir zusammen mit Jesus darüber staunen, welche Kraft dem Reich Gottes innewohnt. Denn wenn die Bedingungen halbwegs stimmen, entfalten Senfkorn und Sauerteig ein enormes Wachstum.

Dieses Wachstum vollzieht sich zuallererst in unseren Herzen. Hat Gott einmal angefangen, uns mit seiner Liebe zu berühren und uns erleuchtete Augen des Herzens zu schenken, entfaltet dieser Reich-Gottes-Sauerteig seine Kraft und breitet sich – wenn die Bedingungen halbwegs stimmen – mehr und mehr in unserem Leben aus. Gott heilt und verändert unser Herz, unsere Beziehungen und lässt uns wachsen im Glauben, in der Hoffnung und in der Liebe.

Aber natürlich geht das Reich Gottes weit über unser eigenes Leben hinaus. Die allgemeinen Menschenrechte wurzeln in dem, was Jesus als Reich Gottes verkündet und gelebt hat. Seine Reich-Gottes-Kraft hat Krankenhäuser, Hospize und das internationale Rote Kreuz entstehen lassen, sie hat die Friedensgebete in der ehemaligen DDR angestoßen, genauso wie die Versöhnungs-Kommissionen nach dem Ende der Apartheid in Südafrika oder die Bürgerrechts-Bewegung um Martin-Luther King.

„Womit soll ich das Reich Gottes noch vergleichen?“, sagte Jesus. „Es ist wie mit ein bisschen  Sauerteig, den eine Frau nimmt und unter einen halben Sack Mehl mischt. Am Ende ist alles durchsäuert.“

Lukas-Evangelium 12, 20-21)

Wo habe ich in meinem Leben oder in meinem Umfeld schon etwas von dieser Reich-Gottes-Kraft miterlebt? Ich der Stille danke und preise ich Gott dafür.

Freiraum

Ich gehe in diesen Tag in dem Vertrauen und mit der Bitte, dass Gottes Reich kommt:

Herr, mein Gott, öffne meine Augen für deine Wirklichkeit:
für das, was du tust und für das, was du heute durch mich tun willst.
Lass dein Reich kommen und deinen guten Willen geschehen –
wie im Himmel, so in unseren Parlamenten und den Konzernzentralen unserer Wirtschaft genauso wie in unseren Schulen, Gefängnissen, Altersheimen und Kirchen.
Und natürlich auch in meinem Leben.
Sende zu all dem deinen Heiligen Geist,
denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit, in Ewigkeit. Amen.

Spannungen

Lebens Liturgien

Folge 158

Alle Folgen

Herzlich Willkommen zu LebensLiturgien, Staffel 5: „Gleichnisse – wie Gottes Reich kommt“. Denn das ist das große Thema von Jesus: dass Gottes Reich kommt, wie es kommt und wie es in ihm zugeht. In immer neuen Geschichten und Vergleichen bringt Jesus uns und unsere Welt in Berührung mit Gottes beglückend-irritierend-anderer Welt. Er erzählt dazu von Einbrechern, Weingärtnern und Witwen, von Weizenkörnern, Sauerteig, Reichtum und plötzlichem Tod. In den LebensLiturgien lassen wir uns von Jesus mit hineinnehmen: in diese Geschichten und in das Kommen seines Reiches, seiner Wirklichkeit

Zu Beginn lasse ich es ruhig werden in mir.

Ich atme langsam und bewusst.

Du, Herr, bist hier. Jetzt. In diesem Moment. Und in meinem Herzen.
Du, Herr, bist nah. Näher als mein Atem und mein Herzschlag. Näher als ich mir selbst bin.
Du, Herr, bist Wirklichkeit. Wirklicher noch als alle Freude, Schmerz oder Sorge.
Du, Herr, bist hier. Jetzt. Und schaust mich liebevoll an.

Wir hören Worte, in denen Jesus Gottes Reich beschreibt – und wie wir in ihm leben können.

Glücklich zu preisen sind die Sanftmütigen und die Friedensstifter. Denn sie werden die Erde besitzen und Kinder Gottes genannt werden.

Verzichtet also darauf, Böses mit Bösem zu vergelten. Haltet lieber die andere Wange hin.

Betet, dass Gottes gutes Reich kommt und sein Wille geschieht. Trachtet immer und überall zuerst nach seinem Reich und seiner Gerechtigkeit – dann wird Gott euch alles Übrige dazugeben.

Sorgt euch um nichts! Sammelt euch keine Reichtümer hier auf der Erde. Fragt euch nicht ständig: „Was wollen wir essen, anziehen oder kaufen?“ Sammelt euch lieber Schätze im Himmel und teilt, was Ihr habt, mit den Armen.

Wenn Ihr betet, tut es mit einfachen, ehrlichen Worten. Und wenn Ihr anderen Gutes tut, dann tut es mit Demut und Liebe.

Verurteilt und richtet niemanden, denn selig sind die Barmherzigen und die, die arm sind vor Gott.

Aus Matthäus, Kapitel 5-7

Jesus sagte: „Womit sollen wir das Reich Gottes vergleichen? Mit welchem Gleichnis können wir es darstellen? Nun: Es ist mit ihm wie mit einem Senfkorn. Das ist das kleinste aller Samenkörner, die man in die Erde sät. Aber wenn es einmal gesät ist, geht es auf und wird größer als alle Gartengewächse und treibt so große Zweige, dass in seinem Schatten die Vögel des Himmels nisten.

Markus-Evangelium 4, 30-32

„… und treibt so große Zweige, dass in seinem Schatten die Vögel des Himmels nisten“  

Diese Worte Jesu, die hier so harmlos und unschuldig daherkommen, haben es in sich. Sie verweisen auf ein Bild, mit dem damals die Macht orientalischer Könige beschrieben wurde: der jeweilige König und sein Reich wurden damals gerne im Bild eines riesigen Zedernbaums beschrieben – zum Beispiel im Hesekiel-Buch, Kapitel 31.

Eine königliche Zeder auf dem Libanon: prächtig war ihr Geäst, reichlich ihr Schatten, hoch ihr Wuchs. Ihre Zweige wurden zahlreich, als sie emporwuchs. Und alle Vögel des Himmels nisteten in ihren Zweigen. Und die vielen Nationen wohnten in ihrem Schatten.

Hesekiel 31, 3-6

Wenn Jesus in seinem Gleichnis vom Senfkorn davon erzählt, dass die Vögel des Himmels nun in der Senfkorn-Staude nisten, dann lässt er eine Spannung anklingen, die typisch ist für das Reich Gottes.

Auf der einen Seite ist Gottes Reich nicht von dieser Welt, es funktioniert anders, will etwas anderes: hier wird gedient, nicht geherrscht, das Reich Gottes ist kein politisches System und damit auch keine direkte System-Konkurrenz für Demokratien, Monarchien oder Diktaturen.

Und doch entstehen oft Reibungen, manchmal auch massive Spannungen, wenn Menschen so leben, dass Gottes Reich kommt und sein Wille geschieht. Wenn Menschen Gott mehr gehorchen als ihren Machthabern und deren Regeln. Wenn Prinzipien der Bergpredigt auf weltliche Gesetzmäßigkeiten treffen.

Zwischen der königlichen Zeder auf dem Libanon und der Senfstaude in Gottes Gemüsegarten kann es zu Spannungen kommen.

Eine königliche Zeder auf dem Libanon: prächtig war ihr Geäst, reichlich ihr Schatten, hoch ihr Wuchs. Ihre Zweige wurden zahlreich, als sie emporwuchs. Und alle Vögel des Himmels nisteten in ihren Zweigen. Und die vielen Nationen wohnten in ihrem Schatten.

Hesekiel 31, 3-6

Jesus sagte: „Womit sollen wir das Reich Gottes vergleichen? Mit welchem Gleichnis können wir es darstellen? Nun: Es ist mit ihm wie mit einem Senfkorn. Das ist das kleinste aller Samenkörner, die man in die Erde sät. Aber wenn es einmal gesät ist, geht es auf und wird größer als alle Gartengewächse und treibt so große Zweige, dass in seinem Schatten die Vögel des Himmels nisten.

Markus-Evangelium 4, 30-32

Nehme ich zur Zeit irgendwo eine bestimmte Spannung wahr zwischen dem, was aktuell politisch gewollt ist, und dem, wie Gott sich Leben vorstellt?

Freiraum

Ich gehe in diesen Tag in dem Vertrauen und mit der Bitte, dass Gottes Reich kommt:

Herr, mein Gott, öffne meine Augen für deine Wirklichkeit:
für das, was du tust und für das, was du heute durch mich tun willst.
Lass dein Reich kommen und deinen guten Willen geschehen –
wie im Himmel, so in unseren Parlamenten und den Konzernzentralen unserer Wirtschaft genauso wie in unseren Schulen, Gefängnissen, Altersheimen und Kirchen.
Und natürlich auch in meinem Leben.
Sende zu all dem deinen Heiligen Geist,
denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit, in Ewigkeit. Amen.

Klein und unscheinbar

Lebens Liturgien

Folge 157

Alle Folgen

Herzlich Willkommen zu LebensLiturgien, Staffel 5: „Gleichnisse – wie Gottes Reich kommt“. Denn das ist das große Thema von Jesus: dass Gottes Reich kommt, wie es kommt und wie es in ihm zugeht. In immer neuen Geschichten und Vergleichen bringt Jesus uns und unsere Welt in Berührung mit Gottes beglückend-irritierend-anderer Welt. Er erzählt dazu von Einbrechern, Weingärtnern und Witwen, von Weizenkörnern, Sauerteig, Reichtum und plötzlichem Tod. In den LebensLiturgien lassen wir uns von Jesus mit hineinnehmen: in diese Geschichten und in das Kommen seines Reiches, seiner Wirklichkeit

Zu Beginn lasse ich es ruhig werden in mir.

Ich atme langsam und bewusst.

Du, Herr, bist hier. Jetzt. In diesem Moment. Und in meinem Herzen.
Du, Herr, bist nah. Näher als mein Atem und mein Herzschlag. Näher als ich mir selbst bin.
Du, Herr, bist Wirklichkeit. Wirklicher noch als alle Freude, Schmerz oder Sorge.
Du, Herr, bist hier. Jetzt. Und schaust mich liebevoll an.

Wir hören Worte, in denen Jesus Gottes Reich beschreibt – und wie wir in ihm leben können.

Glücklich zu preisen sind die Sanftmütigen und die Friedensstifter. Denn sie werden die Erde besitzen und Kinder Gottes genannt werden.

Verzichtet also darauf, Böses mit Bösem zu vergelten. Haltet lieber die andere Wange hin.

Betet, dass Gottes gutes Reich kommt und sein Wille geschieht. Trachtet immer und überall zuerst nach seinem Reich und seiner Gerechtigkeit – dann wird Gott euch alles Übrige dazugeben.

Sorgt euch um nichts! Sammelt euch keine Reichtümer hier auf der Erde. Fragt euch nicht ständig: „Was wollen wir essen, anziehen oder kaufen?“ Sammelt euch lieber Schätze im Himmel und teilt, was Ihr habt, mit den Armen.

Wenn Ihr betet, tut es mit einfachen, ehrlichen Worten. Und wenn Ihr anderen Gutes tut, dann tut es mit Demut und Liebe.

Verurteilt und richtet niemanden, denn selig sind die Barmherzigen und die, die arm sind vor Gott.

Aus Matthäus, Kapitel 5-7

Wenn ich an Gottes Handeln und an das Kommen seines Reiches denke, dann denke ich instinktiv wuchtig und groß. Ich denke an die Erschaffung der Welt. An Israels Auszug aus der Sklaverei in Ägypten. An Davids Sieg über Goliath. Ich denke an Jesu Heilungen und Wunder und die Auferweckung seines Freundes Lazarus aus dem Tod. Ich denke an große Erweckungen in der Kirchengeschichte, an die Abschaffung der Sklaverei mit Hilfe von William Wilberforce oder den friedlichen Fall der Mauer von 1989. Wenn ich an Gottes Handeln und an das Kommen seines Reiches denke, dann denke ich instinktiv wuchtig und groß.

Jesus denkt anders.

Jesus sagte: „Womit sollen wir das Reich Gottes vergleichen? Mit welchem Gleichnis können wir es darstellen? Nun: Es ist mit ihm wie mit einem Senfkorn. Das ist das kleinste aller Samenkörner, die man in die Erde sät. Aber wenn es einmal gesät ist, geht es auf und wird größer als alle Gartengewächse und treibt so große Zweige, dass in seinem Schatten die Vögel des Himmels nisten.

Markus-Evangelium 4, 30-32

Wenn Jesus von Gottes Handeln und vom Kommen seines Reiches erzählt, erzählt er von einem Senfkorn – klein, unscheinbar, unterschätzt. Und gewöhnlich. Statt in majestätischen, überwältigenden Bildern erzählt Jesus vom Reich Gottes in den Bildern eines Gemüsegartens,  vergleicht Gottes himmlisches Reich mit dem Anbau von Kraut und Gemüse.

Gottes Handeln – so erzählt uns Jesus – beginnt und entfaltet sich bevorzugt im Kleinen, Unscheinbaren und Alltäglichen. Die ganz großen spektakulären Ereignisse und Wunder bleiben eine Ausnahme – und selbst diese großen, wunderbaren Ausnahmen gründen in kleinen, unscheinbaren Anfängen und haben eine lange Entwicklungsgeschichte.

Jesus sagte: „Womit sollen wir das Reich Gottes vergleichen? Mit welchem Gleichnis können wir es darstellen? Nun: Es ist mit ihm wie mit einem Senfkorn. Das ist das kleinste aller Samenkörner, die man in die Erde sät. Aber wenn es einmal gesät ist, geht es auf und wird größer als alle Gartengewächse und treibt so große Zweige, dass in seinem Schatten die Vögel des Himmels nisten.

Markus-Evangelium 4, 30-32

Wo übersehe ich aktuell Gottes Handeln in meinem Leben, weil es mir allzu klein, allzu gewöhnlich erscheint? In der Stille lasse ich mir dies von Gott zeigen …

Freiraum

Ich gehe in diesen Tag in dem Vertrauen und mit der Bitte, dass Gottes Reich kommt:

Herr, mein Gott, öffne meine Augen für deine Wirklichkeit:
für das, was du tust und für das, was du heute durch mich tun willst.
Lass dein Reich kommen und deinen guten Willen geschehen –
wie im Himmel, so in unseren Parlamenten und den Konzernzentralen unserer Wirtschaft genauso wie in unseren Schulen, Gefängnissen, Altersheimen und Kirchen.
Und natürlich auch in meinem Leben.
Sende zu all dem deinen Heiligen Geist,
denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit, in Ewigkeit. Amen.